Kinder sind keine Corona-Infektionstreiber!

Frauen-Union fordert mehr Ideen und Initiativen für Kinder

Sara Steinhardt, Vorsitzende der Frankfurter Frauen-Union
Sara Steinhardt, Vorsitzende der Frankfurter Frauen-Union
Frankfurt am Main, 29. April 2021. Kinder sind in der Regel keine Treiber von Corona-Infektionen: Dies unterstrich Privatdozent Dr. Lothar Schrod, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Höchst auf einer Online-Veranstaltung der Frauen-Union am gestrigen Abend, dem 27. April 2021 zum Thema ‚Kinder in der Pandemie‘.

Dr. Schrod und die Psychologin Selina Hirsch, Mitarbeiterin der Kinderschutzgruppe am Klinikum Höchst, berichteten von ihren vielfältigen Erfahrungen aus der Praxis und was wir alle daraus zum Wohle der Kinder und letztlich der Zukunft unserer Gesellschaft lernen und tun sollten.

Die Vorsitzende der Frauen-Union Frankfurt, Sara Steinhardt, freute sich über das große Interesse am Thema und unterstrich, dass beide Experten wichtige Fakten vorweisen konnten: So berichteten Kinderärzte, es seien im letzten Winter erheblich weniger Kinder wegen üblicher Infekte wie Grippe in Behandlung gewesen. Dafür sind jedoch mehr soziale und psychische Probleme aufgetreten. Kinder seien zwar hochgradig anpassungsfähig, so Herr Dr. Schrod, aber die lange Dauer der Einschränkungen führe verstärkt zu Somatisierungsstörungen, Bewegungsstörungen, dissoziativen Störungen, Ängsten, depressiven Verstimmungen sowie auch Suizidversuchen. Gefährdet sind vor allem die jungen Menschen, denen zuhause wenig bis gar keine Tagesstruktur geboten wird. Der Bewegungsmangel führe oft zum Rückzug und emotionalem Essen wie dem vermehrten Verzehr von Süßigkeiten.

„Daher sollte auf Schulschließungen so weit wie möglich verzichtet werden. Außerdem sollten sich Kinder und Jugendliche in der Schule und in Vereinen wieder normal sportlich betätigen dürfen. Diesen Forderungen schließt sich die Frauen Union an“, sagt Steinhardt. Frau Hirsch ergänzte, u.a. bei hyperaktiven Kindern schaffe der Sport eine deutliche Entlastung. Weil Familientreffpunkte und Beratungsstellen geschlossen sind oder nur eingeschränkt online als Videoberatung tätig sein können, bemühen sich die Kliniken nach Kräften, Hilfe suchende Kinder und Eltern aufzufangen. Denn gerade viele Eltern würden durch diese Veränderungen zusätzlich verunsichert. Da helfe es oft schon, einfache Tipps für zuhause zu geben. Es gebe viele kleine Übungen, die sich als sehr wirkungsvoll erwiesen haben. Selina Hirsch forderte, statt auf Verbote und rigides Einhalten von Regeln mehr auf kreative Lösungen zu setzen.

Die anschließende, engagierte Diskussion mit den fast 60 Teilnehmern der Online-Veranstaltung gipfelte daher in den folgenden Forderungen:

1. Tipps und Hilfestellungen, wie Familien besser mit der Pandemie umgehen können, sollten verstärkt über die Medien verbreitet werden.

2. Eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne ist vonnöten, um Hilfe- und
Beratungsangebote für Familien bekannt zu machen.

3. Öffnung der Schulen

4. Öffnung der Sportvereine

5. Mehr Lobbyismus für Kinder, denn sie sind unsere Zukunft.

„Kinder und Jugendliche haben keine große Lobby, deswegen müssen wir ihre Interessen und Nöte vertreten und vorbringen. Die Frauen-Union dankt den beiden Referenten für die Erkenntnisse und wird die Forderungen in die CDU auf Stadt-, Landes- und Bundesebene tragen“, resümiert Steinhardt abschließend.

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