Jan Schneider, Kreisvorsitzender der CDU Frankfurt
Jan Schneider, Kreisvorsitzender der CDU Frankfurt
Frankfurt am Main, 13. November 2020 - Mit Befremden hat der Frankfurter CDU-Vorsitzende Jan Schneider auf den jüngsten Vorstoß der beiden grünen Dezernenten Rosemarie Heilig und Stefan Majer zu einer „geschlechtergerechten Sprache“ in der Stadtverwaltung reagiert.

 


„Mit diesem unabgestimmten Vorpreschen haben die beiden geschätzten Kollegen ihrem Anliegen keinen Gefallen getan; und dies in gleich mehrfacher Weise. Zunächst muss allen Beteiligten, allen voran dem Personaldezernenten Majer, klar sein, dass die Stadtverwaltung in der aktuellen Corona-Pandemie in allen Bereichen bis an die Belastungsgrenze gefordert ist. Sie hat schlicht und ergreifend dringendere Aufgaben zu erledigen, als Formulare, Vordrucke und Internetseiten mit Gendersternchen oder Schräg- und Unterstrichen zu spicken. Die Gesundheits- und Ordnungsverwaltung arbeitet am Anschlag.

Die Kommunal- und KAV-Wahl sind vorzubereiten. Und es muss hart dafür gearbeitet werden, dass Schulen, Kitas und andere öffentliche Einrichtungen unter guten hygienischen Bedingungen geöffnet bleiben können. Dass all das aktuell noch funktioniert, ist vor allem dem Einsatz der Beschäftigten der Stadtverwaltung zu verdanken. Hier für gilt allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unser größter Dank. Am wenigsten können die städtischen Bediensteten jetzt noch zusätzliche Belastungen in Form einer letztlich neuen Dienstsprache gebrauchen. So gut die „Tipps und Argumente“ von Frau Heilig und Herrn Majer auch gemeint sein mögen, jetzt ist aber der falsche Zeitpunkt. Und letztlich droht diese nicht mit den anderen Magistratsmitgliedern abgestimmte Handreichung für mehr Verwirrung zu sorgen, als dass hierdurch sprachliche Klarheit geschaffen wird. Bei aller Sympathie und Wertschätzung für die Kollegin und den Kollegen: Aber gut gemeint, nicht gleich gut gemacht“, so gab Schneider kritisch zu bedenken.

„Offenbar wurde hier nur an die eigene Wählerklientel gedacht und nicht einmal im Ansatz versucht, alle anderen Parteien mit ins Boot zu holen. So kann man Menschen mit wenig Verständnis für dieses wichtige Thema oder auch anderer Auffassung auch nicht überzeugen!“ Der CDU-Politiker verwies zudem auf den Umstand, dass neben der „Gesellschaft für deutsche Sprache“ auch viele andere Gruppen und Institutionen die apodiktische Umstellung der Sprache sehr kritisch sehen, da es keine zwingenden ethisch-moralischen oder sprachwissenschaftliche Gründe gebe.

„Die Einführung einer gendergerechten Sprache ist ein politisches Projekt, das viele berechtigte Ansätze hinsichtlich der Gleichbehandlung aller Menschen verfolgt. Darüber hinaus werden aber in manchen Ausformungen der Sprachtransformation auch gesellschaftspolitische Ziele verfolgt, die es kritisch zu prüfen gilt. Manche Protagonisten der Sprachumstellung wollen explizit den überwunden geglaubten Klassenkampf selbst in die Sprache hineintragen und dies kann man nicht einfach stehen lassen. 

Vergessen werden darf auch nicht, dass die nun vorgeschlagenen Schreibweisen die Leserlichkeit keinesfalls erhöhen und dem Ziel der einfachen, von allen Bürgerinnen und Bürgern verstandenen Sprache zuwiderläuft. Insbesondere Menschen mich schlechten Sprachkenntnissen, werden dadurch benachteiligt.

Wer die behutsamen Diskussionen hierzu an den Universitäten verfolgt hat, weiss zudem, dass in der Gendertheorie eben nicht schon alles klar und eindeutig ist. Daher mutet der rigorose Ansatz der Sprachumstellung, der aktuell vielerorts unternommen wird, manchmal schon undemokratisch an. Insbesondere in der aktuell angespannten Lage sollte man solche unnötigen Vorstöße unterlassen, wenn man wirklich für Gerechtigkeit sorgen will und eben keine bloß plakative Klientelpolitik betreibt“, so Schneider abschließend

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