OB Feldmann und AWO-Führung: Von wegen Anwalt der kleinen Leute

Stadtrat Jan Schneider, Kreisvorsitzender der Frankfurter CDU
Stadtrat Jan Schneider, Kreisvorsitzender der Frankfurter CDU
Frankfurt am Main, 29.11.2019. Nach den jüngsten Enthüllungen über Dienstwagen, Spitzengehälter und andere Privilegien bei der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (AWO) zieht der CDU-Kreisvorsitzende Jan Schneider eine ernüchternde Bilanz.

„Nach den schmallippigen Erklärungsversuchen von Oberbürgermeister Peter Feldmann und den neuesten Erkenntnissen über die Machenschaften an der Spitze der AWO ist eines klar: Als Anwalt der kleinen Leute darf sich hier keiner mehr aufspielen!“. Die Ausführungen des Oberbürgermeisters in den letzten Tagen wertet Schneider „als traurigen Beweis für den dramatischen Realitätsverlust und die Abgehobenheit“ von Feldmann. Der Oberbürgermeister schade mit seinem Verhalten nicht nur der von großem ehrenamtlichen Engagement geprägten AWO, bei der er selbst über Jahre angestellt war, sondern dem Ansehen der gesamten Stadtpolitik. Anstatt an der sachlichen Aufklärung mitzuwirken, zeige Feldmann, dass ihm die Fragen der Öffentlichkeit geradezu egal sind.

„Im Hause Feldmann gab es einen Dienstwagen, der angeblich für die Aufgaben einer Kitaleitung erforderlich war, aber erst in der Elternzeit geliefert wurde. Und bezahlt werden sollte er irgendwann danach. Dem Oberbürgermeister will das alles nicht aufgefallen, schon gar nicht merkwürdig vorgekommen sein. Das ist genauso unglaubwürdig wie absurd!“ Die stellvertretende AWO-Geschäftsführerin soll dem HR zufolge einen 80.000 Euro teuren Audi mit 450 PS fahren. Einem Abteilungsleiter stelle die AWO einen AMG-Mercedes mit 306 PS und rund 55.000 Euro Listenpreis zur Verfügung. „Man traut sich kaum zu fragen, was der AWO-Geschäftsführer dann erst auf den Hof gestellt bekommt“, so Schneider weiter. „Aber selbst ohne nähere Erkenntnisse über den Wagen des AWO-Chefs kann man sagen: Ein vollkommen inakzeptabler Fuhrpark, für eine Wohlfahrtsverband, von der Umweltbelastung ganz zu schweigen! Wäre die Angelegenheit für die zahllosen ehrenamtlich tätigen AWO-Mitglieder nicht schon bitter genug, fielen einem etliche Wortspiele dazu ein.“

Die täglich neuen Enthüllungen ließen auch die Frage aufkommen, wie die SPD zu dieser Selbstbedienungsmentalität in den obersten AWO-Etagen steht. Schließlich könne dies der früheren Arbeiterpartei nicht verborgen geblieben sein. Im Vorstand der AWO sitzen einige der führenden SPD-Vertreter, unter ihnen Stadträtin Elke Sauter (Stellvertretende Vorsitzende der AWO) sowie die Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Renate Wolter-Brandecker und der Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel (beide als Beisitzer der AWO).

Die Rolle der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen ist nach Ansicht Schneiders in diesem Zusammenhang besonders pikant. Sie ist Revisorin der AWO, zeige sich mit ihrem knallroten Elektroroller immer äußerst bescheiden und ökologisch korrekt. „Bizarrerweise hat Ulli Nissen aber offenbar keinerlei Probleme, 450 PS-Boliden für die Führungsriege der AWO abzunicken“, so Schneider weiter.

„Ich warte seit Beginn der Enthüllungen auf eine glasklare Distanzierung des SPD-Vorsitzenden Mike Josef von den Machenschaften der AWO. Leider vergeblich! Josef fordert zwar publikumswirksam die autofreie Innenstadt, schweigt aber beredt, wenn es um den Dienstwagen im Hause Feldmann und die PS-Protzerei bei der AWO geht“, bemängelt der CDU-Kreisvorsitzende. Statt auf Aufklärung zu drängen und sich von dem Genossenfilz zwischen AWO-Führung und seiner Partei zu distanzieren, lasse Josef als Planungsdezernent ausgerechnet jetzt Flugblätter in der Stadt verteilen, die ihn und Oberbürgermeister Feldmann mit einem SPD-roten Banner mit der Aufschrift „Mieterrechte schützen“ zeigen. „Wer jetzt auf Steuerzahlers Kosten versucht, von den Problemen im eigenem Haus abzulenken, der hat überhaupt nichts begriffen“, so Schneider abschließend.

 

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