Fischer: Schulwahl ist keine Tombola!

CDU-Fraktion wertet neues Auswahlverfahren beim Übergang von Klasse 4 zu 5 kritisch

Sabine Fischer, Vorsitzende der CDU Bornheim, CDU-Stadtverordnete, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Römerfraktion
Sabine Fischer, Vorsitzende der CDU Bornheim, CDU-Stadtverordnete, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Römerfraktion
Frankfurt am Main, 28. Januar 2019 - Das Staatliche Schulamt hat eine neue Verfügung zur Vergabe von Plätzen an weiterführenden Schulen herausgegeben, die bei Schulen und Familien derzeit für viel Verunsicherung sorgt.

Dazu äußert sich die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Römer, Sabine Fischer: „Dadurch wird die Schulwahl noch beliebiger und das Profil einzelner Schulen geht verloren“. Auch die Anzahl der nachträglich notwendigen Querversetzungen könne aufgrund des Losverfahrens noch steigen. „Das wäre in Anbetracht der ohnehin zu knappen Haupt- und Realschulkapazitäten fatal“, so Fischer. Wie sich die Abschwächung der bevorzugten Aufnahme von Geschwisterkindern von einer „Muss“ zu einer „Kann“-Regelung langfristig auswirkt, bleibe abzuwarten. „Auch hier gibt es bei den Elternbeiräten massive Bedenken. Diese Sorgen der Eltern müssen wir ernst nehmen!“, sagt die CDU-Stadtverordnete.

Besonders bedauere die CDU-Fraktion in diesem Zusammenhang, dass schuleigene Kriterien bei der Vergabe von Plätzen nun nicht mehr berücksichtigt werden. Neben Härtefällen könnten Schulen nur noch Schüler bevorzugt aufnehmen, die sich auf einen vom Kultusministerium zertifizierten Schwerpunkt in Musik oder Sport sowie eine bestimmte erste Fremdsprache bewerben. „Nur 12  weiterführende Frankfurter Schulen sind nach diesen Maßstäben zertifiziert. Es gibt jedoch zahlreiche tolle Schwerpunktschulen im naturwissenschaftlichen, altsprachlichen oder gesellschaftswissenschaftlichen Bereich, für die sich Kinder bislang gezielt bewerben konnten. Nun entscheidet hier allein das Los. Dies widerspricht dem Ziel einer echten Wahlmöglichkeit nach Neigung und Begabung und könnte die Unzufriedenheit über die Zuweisung an eine andere Schule noch verstärken“, fürchtet Fischer. 

Die CDU-Fraktion setzt sich für ein begabungsgerechtes, vielfältiges Schulsystem in Frankfurt ein, dass es Schülern und ihren Eltern erlaubt, unter einer Vielzahl von Schulformen, -angeboten und Schulprofilen dasjenige Angebot auszuwählen, das den für das einzelne Kind bestmöglichen individuellen Bildungsweg verspricht. „In diesem Kontext müssen auch Schulprofile als Wahlkriterium erhalten bleiben. Dafür sollte sich der Magistrat im Sinne der Frankfurter Familien gegenüber dem Staatlichen Schulamt einsetzen“, fordert Fischer.

Damit es wirkliche Wahlmöglichkeiten gibt, müssen die Kapazitäten in jeder Schulform ausreichen und gleichberechtigt gestärkt werden. „Es ist deshalb umso dringlicher, unverzüglich Schulerweiterungen vorzunehmen, wo sie von den Schulgemeinden gewollt und möglich sind, um Kapazitätsengpässe abzufedern“, sagt die Bildungspolitikerin.  

Das Ziel des Staatlichen Schulamtes, die Rechtssicherheit des Verfahrens stärken zu wollen, sei nachvollziehbar, die nun angekündigte Maßnahme könne jedoch nicht absehbare Effekte auslösen und die Zahl juristischer Verfahren nicht notwendigerweise verringern. „Denn es ist nicht abzusehen, dass die Entscheidung per Los von den Eltern als gerechtere Entscheidung empfunden werden wird als das bisherige Verfahren. Wir meinen, nur durch Identifikation von Schülern und Eltern mit dem schulspezifischen Profil entsteht eine Schulgemeinschaft: die Schulwahl ist auch eine Herzensentscheidung – keine Tombola“, so Fischer.

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