Zu Löwenstein: WLAN? Unbedingt – aber bedarfsgerecht, schnell und unbürokratisch!

Michael zu Löwenstein, Vorsitzender der CDU-Römerfraktion
Michael zu Löwenstein, Vorsitzender der CDU-Römerfraktion
Frankfurt am Main, 20. September 2018 - Die CDU-Fraktion hat in ihrer Sitzung am Mittwoch einen Antrag beschlossen, mit dem sie für die Bereitstellung von WLAN an Schulen eine Lösung mit weniger Bürokratie, schnellerer Umsetzbarkeit und flexiblerer Nutzung vorschlägt. „Alle Schulen, die einen tatsächlichen Bedarf haben, sollen nicht erst in zwei, vier oder sechs Jahren WLAN-Zugang erhalten, sondern sofort“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein.

Dazu soll nach einer öffentlichen Ausschreibung eine Rahmenvereinbarung mit einem Anbieter getroffen werden, der beginnend spätestens mit dem Schuljahr 2019/20 – wenn möglich unter Verwendung der städtischen Glasfasernetzwerke – alle interessierten Schulen, die das beantragen, zügig mit WLAN ausstattet. Denkbar ist auch, dass mehrere Anbieter zum Zuge kommen. Verfügbarkeit und entsprechende Bandbreiten sollen für alle benötigten Räume zur Verfügung gestellt werden – auch für das Lehrerzimmer.

Alle Schulen, die ein pädagogisches Nutzungskonzept vorlegen und deren Schulkonferenz zugestimmt hat, sollen nach dem CDU-Antrag das Angebot erhalten. „Die Schulen, die bereits konkrete Bedarfe haben und deren Schulgemeinde hinter der Einführung von WLAN steht, sollen umgehend und nicht erst in einem Zeitraum von sechs Jahren ausgestattet werden. Vor allem bei den Berufsschulen sehen wir besondere Dringlichkeit“, stellt Löwenstein heraus, und fügt hinzu: „Wir sehen die große Bedeutung dieses Anliegens vor allem für die Qualität der beruflichen Bildung und möchten der geäußerten Eilbedürftigkeit mit unserem Vorschlag  Rechnung tragen.“

Löwenstein ist sich sicher: „Die von den städtischen Ämtern geleisteten Vorarbeiten und Bestandsaufnahmen sind eine exzellente Grundlage, um eine Ausschreibung so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen der Schulen am besten dient. Dazu gehören vor allen Dingen die schnelle Umsetzbarkeit, ein guter Support und flexible Nutzungsmöglichkeiten über wenige Lernzonen hinaus.“

Die teure und personalintensive Erstellung von 90.000 Accounts, um jedem Schüler auch drahtlos einen Zugang zu dem stadteigenen sogenannten „pädagogischen Netzwerk“ zu ermöglichen, sei für die Bereitstellung der gewünschten Programme und Lerninhalte nicht zwingend erforderlich. „Die im pädagogischen Netz verfügbare Lernsoftware kann auch ohne WLAN auf mobile Endgeräte aufgespielt werden und ist weiterhin auf allen zur Verfügung stehenden Rechnern nutzbar. Zusätzlich gibt es eine Vielzahl anderer digitaler Lehr- und Lerninhalte, die im Rahmen groß angelegter Bundes- und Landesprojekte als Web-Dienste bereitgestellt werden“, erläutert der Fraktionsvorsitzende weiter. Bei diesen von Bund und Land geförderten Angeboten reiche ein normaler WLAN-Zugang aus, damit Schüler sich auf den Plattformen einloggen können, um Software und digitale Inhalte für alle Unterrichtsfächer datenschutzkonform und völlig unabhängig von der Art der verwendeten Endgeräte zu nutzen.

„Der Trend geht nach Aussage der Experten eindeutig in Richtung browserbasierter Lernsoftware“, bemerkt Löwenstein. Der heutige Stand der Technik erlaube daneben, auch traditionelle Software auf einem städtischen Server über gesicherte Online-Zugänge mit normalem WLAN zu nutzen (über VPN – Virtual Private Networks –  oder VDA – Virtual Desktop Applications).

Der Jugendschutz sei ein wichtiger Aspekt. „Er kann und muss durch den Anbieter sichergestellt werden, um Schülerinnen und Schüler vor jugendgefährdenden Inhalten zu bewahren und Lehrkräften nicht auch noch die Verantwortung für dieses Thema aufzubürden“, so der CDU-Politiker.
„Laut Angaben des Bildungsdezernates hat aufgrund des Fehlens finanzieller Mittel oder entsprechender Lehrerfortbildungen noch keine hessische Kommune all ihre Schulen flächendeckend mit WLAN ausgestattet. Daher müssen wir umso intensiver alle Optionen prüfen – im Sinne eines finanzierbaren Kostenplans, einer guten Abstimmung  mit dem Land und einem maximalen Nutzen für die Schulen“, begründet Löwenstein den Beratungsbedarf, den die CDU-Fraktion beim Thema WLAN an Schulen hatte.

Die vom Bildungsdezernat bislang verfolgte Lösung eines geschlossenen stadteigenen Netzes sei mit über 15 zusätzlichen Personalstellen, einer Einführungsphase von ca. sechs Jahren und einem Finanzvolumen von rund acht Millionen Euro nicht nur teuer und personalintensiv, sondern auch sehr langwierig. „Die Stadt Frankfurt  konnte im Jahr 2018 nur mit massiven Kürzungen von rund 100 Mio. Euro einen genehmigungsfähigen Haushalt vorlegen und muss mit Stellenneuschaffungen bis zur Genehmigung des kommenden Haushaltes im Herbst 2019 warten. Es ist noch nicht absehbar ob und in welchem Umfang Frankfurt Mittel aus dem DigitalPakt Schule erhalten wird. Das alles macht eine kritische Hinterfragung des geplanten Projekts und eine an den tatsächlichen Bedürfnissen der Schulen orientierte Überarbeitung des Umsetzungsweges unumgänglich“, so Löwenstein.

„Leider werden in der Diskussion derzeit unterschiedliche Ebenen vermischt“, bedauert der Fraktionsvorsitzende.  „Wir müssen alle Schulen mit leistungsfähigen Internetanschlüssen und modernen Endgeräten ausstatten. Die Bedeutung der digitalen Bildung für alle Schülerinnen und Schüler sowie die Vorteile eines einfachen Zugangs zu digitalen Lehr- und Lernangeboten stehen außer Frage und sind nicht Gegenstand der Diskussion. Zur Debatte steht nur die Art der technischen Lösung, die aber große Auswirkungen auf die Kosten, den praktischen Nutzen für die Schulen und die Schnelligkeit und Effizienz bei der Umsetzung hat. Die Schulen brauchen WLAN – aber das Konzept muss in technischer Hinsicht zukunftsfähig und in schulischer Hinsicht bedarfsgerecht sein“, so Löwenstein abschließend.

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