Fischer: „Vielfalt des Frankfurter Schulsystems stärken, Förderschulen nicht vergessen“

CDU-Fraktion sieht weiter Handlungsbedarf bei der Schulentwicklungsplanung

Sabine Fischer, Stadtverordnete, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Römerfraktion
Sabine Fischer, Stadtverordnete, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Römerfraktion
Frankfurt am Main, 17. August 2018 - Die CDU-Fraktion im Römer begrüßt die vom Magistrat heute beschlossene Fortschreibung des  Schulentwicklungsplans  für  die  allgemeinbildenden  Schulen  (SEP  A)  2017-2023. 

„Wir freuen uns, dass der Magistrat insbesondere auf den dringlichen Bedarf bei der Versorgung  mit  Grundschulplätzen  reagiert.  Die  Stadtteile  brauchen  wohnortnahe  Grundschulen“, betont  die  bildungspolitische  Sprecherin  der  CDU-Fraktion,  Sabine  Fischer. 

Es  sei  nach  Auffassung  der  Schulpolitikerin  richtig,  die  Maßnahmen  im  Grundschulbereich  prioritär umzusetzen.  „Als  allererstes  müssen ausreichend  Grundschulplätze  zur  Verfügung  gestellt werden, insbesondere  dort,  wo  sie  ganz  dringend  gebraucht  werden,  beispielsweise  im Stadtteil Riedberg, in den sehr viele junge Familien ziehen und wo die beiden bestehenden Grundschulen längst nicht mehr ausreichen. Die dritte Grundschule muss hier unverzüglich an  den  Start  gehen“,  so  Fischer.  Eine  rechtzeitige pädagogische  Planung  sowie  eine  enge  Abstimmung mit den anderen betroffenen Dezernaten sei dafür unerlässlich.

Bei den weiterführenden Schulen sieht die CDU-Fraktion vor allem Bedarf für ein weiteres zügiges Gymnasium. „Die Ankündigung, in der nächsten jährlichen Fortschreibung des SEP ein weiteres Gymnasium zu berücksichtigen, bestätigt letztlich unsere Auffassung, dass der
Mehrbedarf bis zum Schuljahr 2024/25 mit den aktuellen Kapazitäten nicht gedeckt werden kann“,  so  Fischer.  Der  gegenwärtige  Platzvorrat  betrage  inklusive  der  Neugründung  des Gymnasiums Römerhof 101 Züge in den 5. Klassen. Nach Darstellung des Stadtschulamtes wachse  der  Platzbedarf  jedoch  bis  zum  Schuljahr  2024/25  auf  115  Züge  an.  „Um  diesen Mehrbedarf zu decken, wird es unvermeidlich sein, neben dem projektierten sechszügigen Gymnasium in der Region Mitte-Nord ein weiteres sechszügiges Gymnasium in die Planung aufzunehmen“, ist sich die CDU-Stadtverordnete sicher, die hinzusetzt: „Eine Atempause bei
der  Schulentwicklungsplanung  können  wir  uns  beim  momentanen  Wachstum  der Einwohnerzahlen in Frankfurt am Main nicht erlauben.“
   
Im Realschulbereich ist es nach Auffassung der Römer-CDU ein vernünftiger, aber nur erster Schritt, die steigenden Bedarfe ab Klasse 7 durch Erweiterung bestehender Realschulen, von  Realschulzweigen   und   verbundenen   Haupt-   und   Realschulen   aufzufangen. „Der praxisbezogene Unterricht an einer Realschule befähigt Jugendliche in besonderer Weise zur Aufnahme berufsqualifizierender Bildungsgänge. Für die CDU ist es daher wichtig, sowohl die Realschulen als auch die verbundenen Haupt- und Realschulen in Frankfurt zu stärken und zu
entlasten“, so Fischer. Die Erstwünsche an Realschulen in der Jahrgangsstufe 5 hätten der Bildungspolitikerin zufolge signifikant zugenommen. Hinzu kämen Rückläufe aus Gymnasien
und vermehrt Neuaufnahmen aus Intensivklassen.

„Wir halten es aufgrund der verstärkten inklusiven Beschulung in den Realschulen außerdem für fraglich, ob ein Klassenteiler von 30
Schülerinnen und Schülern auf Dauer beibehalten werden kann“, so die Stadtverordnete, für die klar ist: „Sollte der absehbare Bedarf nicht über eine Kapazitätsaufstockung bestehender Standorte  gedeckt  werden  können,  muss  der  Neubau  einer  zusätzlichen  eigenständigen Realschule kommen“.

Schließlich ist für die CDU-Fraktion die Prüfung einer Ausweitung der Förderschulkapazitäten im  Bereich  Geistige  Entwicklung  (GE)  ein  ganz  besonders  wichtiges  Element  in  der  zur Beschlussfassung  anstehenden  SEP-Fortschreibung.  „Die  insgesamt  steigende  Zahl  der
Schülerinnen und Schüler, die inklusiv beschult werden können, ist sehr erfreulich. Trotzdem sind  die  Schülerzahlen  an  den  Frankfurter  Förderschulen  im  Schwerpunktbereich  GE  trotz hessenweit drittniedrigster Feststellungsquote keineswegs rückläufig. Förderschulen bleiben für  die  CDU-Fraktion  deshalb  ein  wichtiger  Baustein im  Bildungssystem.  Sie  bieten  einen geschützten  Raum  für  Kinder  und  Jugendliche  mit  Förderbedarf,  die  in  einer  Regelschule keine  adäquate  Förderung,  Pflege  und  Therapie  erhalten  können.  Wir  sehen  die betreffenden  Frankfurter  Förderschulen  allerdings  kapazitätsmäßig  am  Limit“,  erläutert
Fischer.  Die  Stadt  Frankfurt  verfüge  mit  der  Mosaikschule  in  der  Nordweststadt  und  der Panoramaschule in Nied lediglich über zwei Förderschulen in diesem Schwerpunktbereich. „Falls eine Entlastung durch Errichtung weiterer Kooperationsklassen nicht möglich, schnell genug umsetzbar, qualitativ überzeugend und quantitativ für alle benötigten Klassenstufen ausreichend  sein  sollte,  schlägt  die  CDU-Fraktion  eine  bauliche  Erweiterung  der Panoramaschule vor“, so Fischer. 

Die Panoramaschule sei für 120 Schülerinnen und Schüler gebaut, im laufenden Schuljahr steige die Schülerzahl aber auf knapp 220. Ein Anbau könne Kapazitäten für mindestens 10 zusätzliche  Klassen  bieten  und  damit  den  Bedarf  in der  Region  Süd-West  decken,  so  die Stadtverordnete.  Durch  Freiwerden  der  Außenstelle  in  der  Charles-Hallgarten-Schule würden  zugleich  für  die  Mosaikschule  weitere  Räume bereitstehen.  „Das  schafft  neue Synergien, die vor allem den Schülerinnen und Schülern zu Gute kommen, die es schwerer haben als ihre Altersgenossen. Für uns steht im Mittelpunkt jeder schulischen Arbeit – auch
und gerade an inklusiven Schulen – das Wohl des einzelnen Kindes, das ein Recht hat auf individuelle  Beschulung,  Förderung,  Begleitung  und Unterstützung  auf  dem  Weg  zu  einer möglichst  selbstständigen  Teilhabe  an  der  Gesellschaft.  Dazu  halten  wir  am  Prinzip  der Wahlfreiheit  fest:  Die  Eltern  sollen  aus  den  vielfältigen  Angeboten  wählen  und  über  den bestmöglichen Bildungsweg für ihr Kind entscheiden können. Dies kann die Beschulung in der Regelschule sein, aber auch in einer Förderschule oder Förderklasse. Deswegen werden wir  bei  der  Weiterentwicklung  des  SEP  die  Frankfurter  Förderschulen  nicht vergessen“, macht Fischer deutlich. 

„‚Gegner der Planung sind Freunde des Zufalls‘, lautet ein Bonmot des früheren Stuttgarter Oberbürgermeister  Manfred  Rommel.  Die  Zukunft  unserer  jungen  Frankfurterinnen  und Frankfurter  wollen  wir  nicht  dem  Zufall  überlassen. Der  Magistrat  hat  eine  durchaus vernünftige  Planung  für  die  allgemeinbildenden  Schulen  abgestimmt,  die  jetzt  zügig beschlossen werden sollte, um die steigenden Schülerzahlen zu lenken. Ob der SEP mit Blick auf  die  für  die  Schulen  jeweils  nötigen  pädagogischen  Konzepte  und  die  jeweils  zunächst erforderlichen  aushaltsanmeldungen  und  -beschlüsse realistische  Planungszeiträume skizziert, die eine bauliche Umsetzung sowie den gegebenenfalls nötigen Grunderwerb auch
rechtzeitig ermöglichen, muss sich allerdings in der konkreten Ausführung zeigen“, so Fischer abschließend.

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