FA Wirtschaft - Condor Vorsitzender Ralf Teckentrup: Es ist falsch solche Airlines wie Ryanair zu unterstützen

v.l: Christoph Fay, Vorsitzender des FA Wirtschaft der Frankfurter CDU mit Ralf Teckentrup, Vorstandsvorsitzender der Condor
v.l: Christoph Fay, Vorsitzender des FA Wirtschaft der Frankfurter CDU mit Ralf Teckentrup, Vorstandsvorsitzender der Condor
Frankfurt am Main, 26. Juni 2017 - Am 13. Juni fand im Saalbau Griesheim eine Veranstaltung des Fachausschuss Wirtschaft der CDU Frankfurt mit Herrn Ralf Teckentrup, Vorstandsvorsitzender der Condor, statt. Hier konnten sich die Mitglieder des Ausschusses und interessierte Zuhörer über die schwierigen Wettbewerbsbedingungen für Deutsche Airlines und die neue Politik der Fraport AG, durch das sogenannte Incentive Modell größere Rabatte für Lowcost Carrier zu gewähren, informieren.

Herr Teckentrup betonte hierbei, dass derzeit ein starker Verdrängungswettbewerb unter den Airlines herrsche. Aufgrund zahlreicher Belastungen wie der Luftverkehrsabgabe , der ausländische Airlines nicht in derselben Größenordnung ausgesetzt seien, werde der Wettbewerb erschwert. Dabei werden Fortschritte bei Lärmschutz und Umweltverträglichkeit am besten durch neuere Flugzeuge erreicht – hierbei müsse man den Airlines jedoch ermöglichen, die für solche Investitionen notwendigen Gewinne zu machen anstatt sie mit zahlreichen Abgaben zu belasten.


Herr Teckentrup kritisierte auch stark defizitäre Flughäfen wie Frankfurt Hahn, die sich durch die Lowcost Carrier häufig erpressen lassen, indem diese mit Weggang drohten. In diesem Zusammenhang wurde auch das Gebührensystem der Fraport AG (sog. Incentive Modell) erläutert: Dieses fördert das prozentuale Wachstum von Airlines gegenüber der bestehenden Basis. Eine neue Airline kommt somit für neue Flüge auch auf Bestandstrecken deutlich größere Rabatte als etablierte Airlines auf einer solchen Strecke. Dies führe zu Wettbewerbsverzerrung und sei auch nicht branchenüblich. Der Staat mache hier letztlich über die Fraport AG ohne Grund Wettbewerber mit niedrigen sozialen Standards stark. Hierbei sollte bedacht werden, dass auch jedes neue Flugzeug einer etablierten Airline neue Arbeitsplätze bedeute – so benötigt ein Langstreckenflugzeug zum Betrieb 120 Mitarbeiter, was einem kompletten mittelständischen Unternehmen entspricht.
Schließlich prognostizierte Herr Teckentrup noch, dass bis 2035 der Luftverkehr um 100 Prozent wachsen werde und dies zu 70 Prozent auf Bestandsstrecken. Auch vor diesem Hintergrund müssen die deutschen Airlines von der Politik besser unterstützt werden. Er sprach sich auch für den Ausbau der Flughäfen München, Stuttgart und Düsseldorf sowie der Offenhaltung von Berlin-Tegel aus.
 
Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Herr Teckentrup noch zahlreiche Fragen. So kam aus den Reihen der Zuhörer Kritik an der Fraport AG und am Geschäftsmodell speziell von Ryanair. Der Vorsitzende des Fachausschusses Wirtschaft, Christoph Fay, empfahl der Fraport eine Revision der neuen Gebührenordnung, wenn der Effekt nicht der Aufbau neuer qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze, sondern durch die Erosion des Hubgeschäftsmodells durch Lowcost der drohende weitere Verlust von Arbeitsplätzen bedeutet. Er bedankte sich bei dem Vorsitzenden der Condor GmbH, Ralf Treckentrup, für seinen hoch kompetenten und engagierten Vortrag, der allen Teilnehmer vor Augen führte, dass das Incentivprogramm der Fraport, ein Programm zum Export von Arbeitsplätzen ist. Nachhaltige und wertige Arbeitsplätze werden abgebaut. Ralf Teckentrup schloss seinen Vortrag mit der Bemerkung: Es wäre falsch, solche Airlines wie Ryanair zu unterstützen.

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