„Eins geworden mit der Stadt“

CDU-Fraktion gratuliert Petra Roth zur Verleihung des Ehrenbürgerrechtes

Oberbürgermeisterin a. D. Dr. h.c. Petra Roth
Oberbürgermeisterin a. D. Dr. h.c. Petra Roth
Frankfurt am Main, 09. Juni 2017 - Die CDU-Fraktion im Römer gratuliert der früheren Frankfurter Oberbürgermeisterin Dr. h.c. Petra Roth zur heutigen feierlichen Verleihung des Ehrenbürgerrechtes. Fraktionsvorsitzender Michael zu Löwenstein bezeichnete Roth als „Beispiel und Ansporn“ für richtige Politik in der Großstadt.

„Petra Roth hat als Oberbürgermeisterin Geschichte geschrieben und Wegmarken gesetzt“. Eine große Tageszeitung habe sie einmal als „Die Frankfurtversteherin“ charakterisiert. „Das trifft es auf den Punkt“, so Löwenstein. „Sie hat in diesem Spitzenamt kein ‚Beamtenleben‘ geführt, sondern sie war eine Gestalterin der für das Grundverständnis der bundesdeutschen Demokratie so wichtigen Selbstverwaltung. Frankfurt am Main ist ihr dabei nicht nur eine Wahlheimat, sondern eine Berufung gewesen, der sie sich an sieben Tagen in der Woche von morgens bis abends gewidmet hat“.

 
Frau Roth ist nach den Worten Löwensteins in den Jahren ihrer politischen Tätigkeit und besonders in den 17 Jahren Ihrer Amtszeit als OB wirklich eins geworden mit dieser Stadt, mit den Menschen, die hier leben und die sie mit ihrer zugewandten Amtsführung immer auf eine überzeugende Weise persönlich angesprochen hat. „Wie man das macht, indem man für den weltweit tätigen Banker wie für den kleinräumig vernetzten Vereinsfunktionär immer die richtigen Worte findet, das hat sie vorgelebt, und sie tut es noch“, so Löwenstein.
 
„Auch nach dem Ende ihrer Amtszeit ist sie aktiv für zahlreiche Stiftungen, Vereine und Projekte, unter anderem als Kuratoriumsmitglied der Hertie-Stiftung und der Deutschen Nationalstiftung, als Mitglied im Stiftungsrat der Commerzbank-Stiftung oder als Beiratsvorsitzende des Vereins Atelierfrankfurt e.V.“, sagte Löwenstein weiter. „Ein besonderes Beispiel aber für Ihr fortgesetztes Engagement, das viele Menschen zur Kenntnis genommen haben, ist Ihre Unterstützung zugunsten der Erweiterung des Goethehauses zum ‚Romantik-Museum‘. So ist ihr Einsatz für das Wohl dieser Stadt und ihrer Menschen schier unermüdlich. Ihr ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement gestaltet bis heute die Zukunft Frankfurts mit. Frau Roth ist deswegen nicht nur eine äußerst honorige Oberbürgermeisterin außer Dienst, sondern ab heute völlig zu Recht Ehrenbürgerin dieser Stadt. Die Zeit für eine solche Ehrung ist aus unserer Sicht gekommen“.
 
Mit ihrer Haltung auf einem klaren Wertefundament, aber ohne stoische Ausrichtung am Parteiprogramm, habe Roth immer scheinbare Gewissheiten hinterfragt, neue Entwicklungen, auch in der CDU, angestoßen und damit Mut und Weitsicht bewiesen, so Löwenstein. Hinsichtlich ihrer politischen Leistungen wies der CDU-Fraktionsvorsitzende darauf hin, dass sich in der Ära Roth nicht nur das Stadtbild noch einmal deutlich verbessert habe, etwa die Skyline oder das Mainufer, die Stadt sei auch sicherer und sauberer geworden. „Frankfurt ist als Kulturstadt zu neuen Höhen emporgestiegen. Persönlich und konsequent hat sie sich für eine bessere Ausländerintegration sowie für eine liberale Drogenpolitik eingesetzt“, so Löwenstein weiter. Unter Führung von Petra Roth habe sich die traditionell wirtschaftsstarke, weltoffene sowie kulturell bedeutende Mainmetropole auf ihre wahren Kräfte rückbesinnen und das vorhandene Entwicklungspotential ausschöpfen können, das ihre SPD-Vorgänger ungenutzt ließen. „Die Bilanz ihrer Amtszeit ist glänzend. Keine andere deutsche Großstadt hat in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten eine so umfassend positive Entwicklung genommen. Petra Roth hat maßgeblichen Anteil daran“, sagte der Fraktionsvorsitzende.
 
Petra Roth sei sich auch stets der herausragenden Bedeutung des Flughafens für die Stadt Frankfurt am Main und die gesamte Region bewusst gewesen. „Bei der Frage der Erweiterung hat sie gegen Widerstände und persönliche Anfeindungen, die im Übrigen bis zum heutigen Tage andauern, im Februar 2007 mit ihrem Veto eine mögliche Klage der Stadt Frankfurt gegen die Flughafenerweiterung verhindert. Auch das ist ein Zeichen von Größe und Weitblick sowie dafür, dass sie sich auch ohne Rücksicht auf sich selbst für die Ziele eingesetzt hat, von denen sie überzeugt war, dass diese für die Zukunft Frankfurts von großer Bedeutung sind. Diese couragierte Haltung bei einem schwierigen und umstrittenen Thema unterstreicht die Richtigkeit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde“, so Löwenstein.
 
Petra Roths Blick sei aber auch stets über den Frankfurter Wirkungskreis hinausgegangen. „Als Präsidentin des Deutschen Städtetags brachte sie die Nöte mancher Kommune öffentlichkeitswirksam zur Sprache und hob die Bedeutung der Städte für die gesamte Verfasstheit der Bundesrepublik Deutschland immer wieder hervor. Ganz entscheidend war ihr hartnäckiger Kampf für eine Stärkung der Gewerbesteuer als wichtigster Finanzquelle der Gemeinden: Im Verbund mit anderen Stadtregierungen und kommunalen Spitzenverbänden verhinderte sie deren Umgestaltung zu einer reinen Ertragsteuer und erreichte zudem eine deutlich Erweiterung der Bemessungsgrundlage“, betonte Löwenstein die Wichtigkeit dieser Entscheidungen für den Fortbestand der kommunalen Selbstverwaltung.
 
„Petra Roth hat sich bleibende Verdienste für unsere Stadt erworben. Wir freuen uns mit ihr über die hohe Auszeichnung und sind dankbar, mit ihr weiter zum Wohle der Stadt Frankfurt am Main arbeiten zu können“, sagte Löwenstein abschließend.
 
Petra Roth war von 1995 bis 2012 Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main und zuvor von 1977 bis 1989 sowie von 1993 bis 1995 Stadtverordnete. Von 1993 bis 1994 amtierte sie als Stadtverordnetenvorsteherin. 1972 war die gebürtige Bremerin in die CDU eingetreten und hatte im Frankfurter Kreisverband verschiedene Funktionen inne, ehe sie 1992 Kreisvorsitzende der CDU wurde. Von 1987 bis 1995 gehörte Sie dem Hessischen Landtag an. Von 1990 bis 1994 war sie Vizepräsidentin des Landessportbundes Hessen. Petra Roth war zudem von 2002 bis 2005 und von 2009 bis 2011 Präsidentin des Deutschen Städtetages.
 
Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung wird Dr. h.c. Petra Roth heute das Ehrenbürgerrecht auf Lebenszeit verliehen. Sie ist damit erst die zweite Frau in mehr als zwei Jahrhunderten, in denen diese höchste Auszeichnung der Stadt Frankfurt am Main vergeben wird.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben