Schopenhauer Lounge der CDU zum Cannabis-Verbot

Bettina M. Wiesmann MdL, CDU-Direktkandidatin für den Bundestagwahlkreis 183 (Frankfurt II)
Bettina M. Wiesmann MdL, CDU-Direktkandidatin für den Bundestagwahlkreis 183 (Frankfurt II)
Frankfurt am Main, 30. Mai 2017. Bettina M. Wiesmann MdL: „Cannabis ist eine Droge mit unabsehbaren Wirkungen insbesondere auf jugendliche Konsumenten bis in ihr drittes Lebensjahrzehnt hinein.

 Prävention, Nulltoleranz und Hilfsangebote an Schulen und im öffentlichen Raum versprechen mehr Wirkung beim Schutz von Kindern und Jugendlichen als die Illusion von Beratung und Kontrolle in Coffeeshops. Diese Verantwortung den Jüngeren gegenüber überwiegt gegenüber dem Freiheitsgebot, wirklich erwachsene Menschen im Umgang auch im Umgang mit Genuss- und Rauschmitteln nicht zu bevormunden.“

Gemeinsam mit ihrer Bundestagskandidatin Bettina M. Wiesmann, die derzeit in der CDU-Landtagsfraktion für Familienpolitik und frühkindliche Bildung verantwortlich ist, hatten die CDU-Stadtbezirksverbände Bornheim, Nordend, Nord-Ost und Ostend sowie die Junge Union Frankfurt-Ost am gestrigen Montagabend, 29.5.2017, in die Schopenhauer Lounge im Nordend geladen, um über die Frage einer Legalisierung des Besitzes von Cannabis zu sprechen.

Zu Gast waren

  • Dirk Peglow, Vorsitzender des Landesverbands Hessen des Bundes Deutscher Kriminalbeamter
  • Alix Puhl, Vorsitzende des Frankfurter Stadtelternbeirates
  • Dr. Christoph Schmitt, sicherheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer
  • Prof. Dr. Stefan Tönnes, Toxikologe, Goethe-Universität
  • Zwischen den Experten, die zu verschiedenen Aspekten vortrugen, und knapp 40 Teilnehmern entspann sich eine intensive und kontroverse Diskussion, die Bettina M. Wiesmann so kommentierte:
„Cannabis ist ein Wirkstoff, der bei vielen Erwachsenen einen harmlosen und zumeist kontrollierbaren Rausch auslöst. Wissenschaftlich gesichert ist jedoch, dass Cannabis junge Menschen bis in die Mitte des dritten Lebensjahrzehnts hirnphysiologisch schädigt und zudem individuell sehr unterschiedliche Wirkungen auslöst, die bis zu Psychosen oder anderen Krankheitsbildern reichen können. Auch bestehen bei psychisch oder sozial labilen Personen nicht wegzudiskutierende Suchtgefahren. Von diesen zeugt auch die große Rolle, die der Cannabiskonsum in der Drogenhilfe spielt. Wir brauchen daher weiterhin eine Politik, die diesen Risiken Rechnung trägt und vor allem junge Menschen wirksam schützt. Diese Verantwortung den Jüngeren gegenüber überwiegt gegenüber dem Freiheitsgebot, wirklich erwachsene Menschen im Umgang auch im Umgang mit Genuss- und Rauschmitteln nicht zu bevormunden. “

„Besonders im Hinblick auf Kinder und Jugendliche wäre eine Lockerung des Verbots über die reguläre verschreibungspflichtige Zulassung zur medizinischen Nutzung hinaus (die richtig ist und seit März in Kraft ist) ein falsches Signal“, führte Wiesmann aus. „Eltern und Pädagogen würden mit der Aufgabe, den Kindern im eher beratungsunwilligen Alter die Gefahren vor Augen zu führen und vom Cannabis-Konsum möglichst ganz abzuraten, alleine gelassen; sie brauchen die staatliche Norm. Der angebliche Reiz des Verbotenen fällt dagegen weniger ins Gewicht; er entfiele ja auch bis zur Volljährigkeit gar nicht. Gerade sich selbst überschätzende pubertierende Jugendliche wären nach einer Legalisierung schwerer erreichbar, fühlen sie sich doch oft sehr früh „schon groß“. Mit Erreichen der Altersgrenze wäre das Ausprobieren vorprogrammiert; läge diese bei 18 Jahren – in Deutschland kaum anders denkbar - käme es aus toxikologischer Sicht noch deutlich zu früh. Vor allem aber: Eine altersabhängige Legalisierung würde die Frage des Ob durch die Frage des Wann ersetzen; sie wäre eine echte Freigabe mit bagatellisierender Wirkung. Den Preis bezahlten nicht diejenigen Heranwachsenden und später Erwachsenen, die mit Risiken und Versuchungen umgehen können. Vielmehr bezahlten diesen diejenigen, die dies weniger können oder weniger verlässliche Hilfe in ihrem Umfeld haben. Dies kann nicht die Lösung sein, und dafür kann auch die Schwierigkeit, das Verbot polizeilich zu vertretbaren Kosten durchzusetzen, nicht als Argument gelten.“

„So lange die Langzeitfolgen des Cannabis-Konsum nicht hinreichend erforscht sind, so lange es kein schlüssiges Konzept zum Schutz Jugendlicher vor irreversiblen Schäden eines zu führen Konsums gibt, kann und wird die Frankfurter CDU einer Legalisierung nicht zustimmen", sagte Dr. Christoph Schmitt, sicherheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer. ,,Der sog. Frankfurter Weg in der Drogenpolitik, mit dem wir seit Oberbürgermeisterin a.D. Petra Roth in Frankfurt so große Erfolge erzielt haben, besteht unter anderem aus den Komponenten Prävention und Repression. Eine Legalisierung von Cannabis könnte eine verharmlosende Signalwirkung auf Jugendliche haben, die die Prävention erschwert; die strafrechtliche Repression gegenüber den Dealern könnte unter schwierigen Abgrenzungsfragen leiden. Hier ist beispielsweise an die Fragen zu denken, wer, welche Menge, mit welcher Wirkstoffkonzentration, besitzen und an wen weitergeben darf. Insofern würde der staatliche Kontrollaufwand nicht zwangsläufig sinken, sondern könnte sogar steigen“. Auch zeige das Modell Niederlande die negativen Seiten der Freigabe auf, wie zum Beispiel eine im Vergleich zum Rest Europas doppelt so hohe Konsumquote bei den 15- bis 16jährigen. ,,Das wollen wir im Interesse des Jugendschutzes gerade nicht", ergänzte Dr. Christoph Schmitt.

„Dennoch können wir mehr tun. Zwar gibt es bereits eine Fülle von Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen aller Art an Schulen, die ihre Wirkung entfalten. Jedoch ist der Umgang mit auftretenden Problemen noch verbesserungsfähig. Hier sind Transparenz, Nulltoleranz und Hilfsangebote notwendig; Eltern, Schulen und Ämter müssen behutsam und verantwortungsbewusst zusammenwirken. Unter der Decke lösen wir diese Probleme nicht, nur auf dem Marktplatz aber auch nicht“, schloss Wiesmann.

 

 

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