Rhein: Modellversuch ermöglicht Studium für beruflich Qualifizierte ohne Berufserfahrung

80 Teilnehmer haben sich in 37 Studiengängen immatrikuliert

Staatsminister Boris Rhein MdL
Staatsminister Boris Rhein MdL
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 14. November 2016 - Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute gemeinsam mit Vertretern der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), der Industrie und Handelskammer (IHK), des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und den Hochschulen des Landes über den erfolgreichen Start des Modellversuchs für beruflich Qualifizierte informiert.

Zum Wintersemester 2016/17 konnten erstmals in Hessen junge Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung auch ohne Berufserfahrung und Abitur ein Studium aufnehmen.

 
Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Ich freue mich sehr über den vielversprechenden Start des Modellversuchs. Ein erklärtes Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu verbessern. Mit dem Modellversuch setzen wir eine Vereinbarung im Koalitionsvertrag um und folgen den Empfehlungen des Wissenschaftsrats zum Verhältnis von beruflicher und akademischer Bildung.“
 
In diesem Modellversuch haben Absolventen mit mittlerem Bildungsabschluss erstmals bereits nach einer dreijährigen anerkannten Berufsausbildung mindestens mit der Abschlussnote 2,5 einen prüfungsfreien Zugang zu allen gestuften Studiengängen an den Hochschulen des Landes. Bisher mussten die Interessenten neben einer abgeschlossenen Berufsausbildung mindestens drei Jahre Berufstätigkeit,  eine erfolgreich absolvierte Hochschulzugangsprüfung und ggf. eine einschlägige Weiterbildung nachweisen.
 
„Mit dem Verzicht auf Berufspraxis und Hochschulzugangsprüfung räumen wir etwaige Stoppschilder und Sackgassenschilder beiseite. Hessen ist damit unter den Vorreitern auf dem Gebiet der Durchlässigkeit von Bildungsabschlüssen und Bildungswegen akademischer und beruflicher Bildung“, ergänzte Wissenschaftsminister Boris Rhein.
 
Die neue Möglichkeit des Hochschulzugangs stößt auf großes Interesse: Zum Wintersemester 2016/17 haben sich 80 beruflich Qualifizierte, die die Voraussetzungen des Modellversuchs erfüllen, in 37 verschiedenen Studiengängen an den Hochschulen des Landes immatrikuliert. Die Bandbreite der gewählten Studiengänge reichte dabei von Bauingenieurwesen über Erziehungswissenschaften, International Finance, Maschinenbau und Informatik, Soziale Arbeit und Pflegemanagement bis hin zu Weinwirtschaft, Gartenbau und Landwirtschaft. Die meisten der Studierenden haben sich dabei für Studienangebote entschieden, die einen fachlichen Bezug zu ihrem beruflichen Werdegang haben.
 
Unterstützt wird der Modellversuch von einer großen Allianz wirtschaftspolitischer Akteure wie der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), den Industrie und Handelskammern (IHK), den Handwerkskammern und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Modellversuchs soll bis zum Sommersemester 2021 abgeschlossen sein.
 
„Mit dem Modellversuch folgt die Hessische Landesregierung einer dringenden Forderung von Handwerkskammern, IHK, VhU und den Gewerkschaften. Wir haben die gemeinsame Überzeugung, dass jungen Menschen, die sich für eine duale Ausbildung entscheiden, auch der spätere Weg zu einem Studium eröffnet sein soll“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.
 

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