Rhein: 2,8 Millionen Euro für Expertise im Hochleistungsrechnen bis 2020

Hessen positioniert sich als Hochleistungsrechnerstandort durch den Ausbau der Methodenkompetenz

Staatsminister Boris Rhein MdL
Staatsminister Boris Rhein MdL
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 17. Oktober 2016 - Nach erfolgreicher Begutachtung einer ersten Förderphase durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) führt die Hessische Landesregierung die Förderung des Hessischen Kompetenzzentrums für Hochleistungsrechnen (HKHLR) fort.

Knapp 2,4 Millionen Euro sollen zu diesem Zweck aus dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget bis 2020 zur Verfügung gestellt werden.

 
Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Das Land Hessen möchte mit der Fortsetzung der Förderung auch hinsichtlich der möglichen Schaffung von Nationalen Hochleistungsrechenzentren ein deutliches Zeichen in Bezug auf einen hessischen Standort setzen.“
 
Das HKHLR unterstützt die wissenschaftliche Arbeit auf den Hochleistungsrechnern der fünf hessischen Universitäten bedarfsorientiert und bietet hessenweit kompetente Beratung anhand von Schulungsangeboten und Einzelberatung an. So kann die effiziente und nachhaltige Nutzung der teuren und komplizierten Rechnerhardware sichergestellt werden. Das HKHLR wurde in einer ersten Förderphase ab 2013 aufgebaut. Es verfügt über eine Geschäftsstelle an der TU Darmstadt sowie Mitarbeiter mit Beratungsaufgaben an den Universitätsstandorten Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg und Kassel. Insgesamt 1,4 Millionen Euro hat das Land in den Aufbau zwischen 2013 und 2015 investiert. Die DFG hat das Konzept im Vorfeld begutachtet und eine Förderung empfohlen.
 
Die Arbeitsgruppe Infrastruktur der Landeshochschulentwicklungsplanung aus Vertretern der Hochschulpräsidien und des Ministeriums hat insgesamt zehn Handlungsfelder im Bereich Informationsinfrastruktur identifiziert, bei denen die hessischen Hochschulen gemeinsam vorgehen können. Das HKHLR wurde als eines der gemeinsam umzusetzenden Projekte in die Zielvereinbarungen mit dem Ministerium aufgenommen.
 
„Die Hessische Landesregierung treibt die Digitalisierung auf allen Ebenen voran. Das HKHLR deckt dabei einen wichtigen Teilaspekt im Bereich der universitären Forschung ab. Es ermöglicht auch Fachwissenschaftlern, komplexe Berechnungen auf den hessischen Supercomputern durchzuführen. Und auch bei den Experten können die Programmcodes mit Hilfe des HKHLR noch optimiert werden. Gleichzeitig wird die Ausbildung des Nachwuchses sichergestellt“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein.
 
Hochleistungsrechnen gewinnt als Querschnittswissenschaft immer mehr an Bedeutung. Mit Hilfe der hochspezialisierten Computer, die teils über vielen zehntausend Prozessoren verfügen, können innerhalb von kürzester Zeit Dinge simuliert werden, für die noch vor gar nicht allzu langer Zeit aufwendige Experimente nötig waren. Die Ingenieure der TU Darmstadt, neben der Goethe-Universität Frankfurt am Main einer der beiden großen hessischen Rechnerstandorte, befassen sich beispielsweise mit der Simulation von Schallausbreitungen oder Verbrennungsreaktionen in Turbinen. In Frankfurt wiederum liegt der Schwerpunkt auf der Elementarteilchenphysik. Bearbeitet werden außerdem Probleme aus den Forschungsfeldern Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Informatik, Mathematik, Medizin und Neurowissenschaften.
 
„Es freut uns, dass sich die Hochschulen dort wo es Sinn macht, gemeinsam den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Mit der schrittweisen Beteiligung an den Kosten ab 2019 können wir sicherstellen, dass das HKHLR auch nach Ende der Förderphase fortgeführt wird“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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