Rudolf Friedrich 80

Langjähriger Landtagsabgeordneter und 1. Landesbeauftragter für Heimatvertriebene und Spätaussiedler in Hessen. Ehrenvorsitzender der Ackermann-Gemeinde Hessen. Ehrenvorsitzender der Union der Vertriebenen in Hessen

Rudolf Friedrich
Rudolf Friedrich
Frankfurt am Main, 1. Juni 2016. Die ehemalige Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der UdV Frankfurt, Gudrun Osterburg, und Ulrich Caspar MdL, Landesvorsitzender der UdV Hessen, gratulieren Rudolf Friedrich zu einem ganz besonderen Geburtstag:

Am 2. Juni begeht „Rudi“, wie ihn seine Freunde nennen, seinen 80. Geburtstag. Rudolf Friedrich wurde als Sohn eines Schneidermeisters in Neudek, einem kleinen Bauerndorf im sudetendeutschen Kuhländchen, geboren. Die Vertreibung brachte seine Familie in den mittelhessischen Oberlahnkreis, wo er mit Eltern und seinen beiden Brüdern bis 1951 in Aumenau lebte. Der Beruf des Eisenbahners führte den Jubilar in die Mainmetropole. Seit 1955 ist er stolzer Frankfurter. Hier wurde er 1970 zum Stadtverordneten und 1974 zum Landtagsabgeordneten gewählt.

 
Der frühere Landtagsabgeordnete kann auf eine langjährige und erfolgreiche politische Tätigkeit in Hessen zurückblicken. Der heutige Ehrenvorsitzende der Ackermann-Gemeinde war 4 Jahre Stadtverordneter in Frankfurt, 30 Jahre Mitglied des Hessischen Landtags und 10 Jahre Landesbeauftragter der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler. 1999 wurde Friedrich von Ministerpräsident Roland Koch zum ersten Landesbeauftragten der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler berufen. Er war Vorsitzender des Landtagsunterausschusses Heimatvertriebene und Landesvorsitzender der Union der Vertriebenen und Landesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde. Neben seinem Beruf und seinem politischen Mandat hatte Friedrich zahlreiche Ehrenämter im sozialen und Vertriebenenbereich inne. Als Abgeordneter zeichnete er sich durch Bürgernähe aus, wöchentliche Sprechstunden und ein von ihm errichtetes Wahlkreisbüro waren dafür Kennzeichen. Dass er bei acht Landtagswahlen sechsmal das direkte Wahlkreismandat erhielt, war ihm stets eine besondere Verpflichtung für und in Frankfurt am Main. Friedrich machte sich aber auch als Verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion einen Namen.
 
Landesvorsitzender der UdV Hessen, Landesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde, stellv. BdV-Landesvorsitzender oder Vizepräsident der Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft waren Ehrenämter, die ihm aber stets eine Verpflichtung waren. Heute ist Rudolf Friedrich Ehrenvorsitzender der Ackermann-Gemeinde Hessen, die er 16 Jahre führte, Ehrenvorsitzender der Union der Vertriebenen in Hessen, der er 27 Jahre vorstand und Ehrenvorsitzender der CDU Nordend, deren Vorsitzender er 25 Jahre war. Dass seine Arbeit für Heimatvertriebene und Spätaussiedler auch außerhalb Hessens Akzeptanz fand, zeigte 2005 seine Berufung durch den Bundesinnenminister in den Spätaussiedlerbeirat beim BMI und 2006 seine Wahl durch den Deutschen Bundestag in den Sudetendeutschen Rat. Trotz Generationsunterschied verband den Jubilar eine lange Freundschaft mit dem früheren Ministerpräsidenten Roland Koch.

Der Ministerpräsident nannte Friedrich auch schon mal „seinen Botschafter“. Heute ist er stolz darauf, dass auch die neue Landesregierung und Ministerpräsident Bouffier die in den Jahren von 1999 bis 2009 neu begonnene Arbeit für Heimatvertriebene und Spätaussiedler uneingeschränkt fortsetzt. Dabei denkt Friedrich an die Vertretung der Heimatvertriebenen im Rundfunkrat, die Verdreifachung der materiellen Förderung der ostdeutschen Kulturarbeit, die tatkräftige Unterstützung der Integrationsarbeit der Deutschen aus Russland.
 
Friedrich: „Dies sind nur einige Beispiele, was Hessen seit 1999 für den Personenkreis der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler oft beispielgebend geleistet hat.“ Friedrich suchte und fand das Gespräch: in Kasachstan mit dem stellv. Ministerpräsidenten, in der Ukraine mit Vertretern der Krimtataren, in Königsberg und Posen mit staatlichen Repräsentanten, in Breslau mit dem stellv. Oberbürgermeister, in Prag mit Abgeordneten und Journalisten. Nicht immer sind die Gespräche für den Moment erfolgreich, doch Friedrich sagt: „mit einander reden ist besser als übereinander reden und oft wurde aus dem Gespräch ein guter Anfang“.

Die Mitgliedschaft im Katholischen Flüchtlingsrat und sein Wirken als Vizekomtur des Deutschen Ordens verweisen auf seine kirchliche Verwurzelung. Dass Friedrich sich bei seinen Auslandsaufenthalten fast immer mit Vertretern der Kirchen traf, belegen seine Begegnungen in Krakau mit dem Kardinal, in Oppeln mit dem Erzbischof und in Prag mit dem Sekretär der tschechischen Bischofskonferenz. Rudolf Friedrich ist seit 1962 mit Frau Erika, eine geborene Pragerin, verheiratet, freut sich über zwei erwachsene Kinder und ist stolz auf seine fünf Enkel, wovon zwei „Franzosen“ in Frankfurts Partnerstadt Lyon leben. Als Hobby nennt der Jubilar, der erst mit 73 Jahren in den Ruhestand trat, Lesen und Wandern, wozu er als aktiver Politiker wenig Zeit hatte.
 
Seine Ehrungen sind zahlreich. Der Bundespräsident verlieh ihm 2002 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse , der Hessische Ministerpräsident ehrte ihn 2008 mit der höchsten hessischen Auszeichnung, der Wilhelm-Leuschner-Medaille und der Papst zeichnete ihn 2007 mit dem päpstlichen Silvester-Orden aus. Der Bund der Vertriebenen, die Landsmannschaften der Sudetendeutschen, Russlanddeutschen und Balten-Deutschen ehrten ihn mit ihren hohen Auszeichnungen. Über die Kuhländler Ehrenmedaille, die vor ihm nur Otto von Habsburg erhalten hatte, freut er sich besonders, weil es  eine Auszeichnung „seiner Heimat“ ist. Besonders geehrt fühlte sich Friedrich, dass er im Schlosspark seines Heimatortes Kunewald (heute Kunin) gemeinsam mit der tschechischen Bürgermeisterin und dem Heimatortsbetreuer Heinz Friedrich einen „Ginkgo“ als Baum der Freundschaft pflanzen konnte.

Als Landesbeauftragter war Friedrich das Verbindungsglied zwischen Landsmannschaften und Landesregierung. Nicht nur das unmittelbare Vorspracherecht beim Ministerpräsidenten verlieh ihm Autorität. Offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Verbandsvertretern und Ministern kennzeichnen die Arbeit des Politikers Friedrich, die schließlich in Hessen eine breite Kulturarbeit für Heimatvertriebene und eine erfolgreiche Integrationsarbeit für Spätaussiedler ermöglichte. Friedrich, der seit 44 Jahren im Frankfurter Westen lebt, im Frankfurter Nordend 29 Jahre der politische Repräsentant der CDU war, seit Jahrzehnten der politische Partner für Heimatvertriebene und Spätaussiedler war, wurde mit zehn Jahren im Viehwaggon aus seiner mährischen Heimat vertrieben. Er arbeitet jetzt an „seinen Erinnerungen“, die ihn noch heute in der Rückerinnerung traumatisieren.
 
Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und Staatsminister Grüttner haben anlässlich des 80. Geburtstages von Friedrich zu einem Empfang in die Hessische Staatskanzlei eingeladen.

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