Boddenberg: Handwerk ist ein zentraler Antriebsmotor der hessischen Wirtschaft

Meisterbrief ist Garant für Qualität und Ausbildung

Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 23. April 2016 - Die Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage der Regierungsfraktionen „Situation des Handwerks in Hessen – Bedeutung des Meisterbriefes für die Qualität und die Ausbildungsleistung“ (Drs. 19/3267) war auf Antrag der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag Gegenstand der heutigen Plenardebatte. Ihr Vorsitzender Michael Boddenberg machte deutlich:

„Das Handwerk ist mit seinen 74.500 Betrieben sowie den rund 340.000 Beschäftigten die Wirtschaftsmacht von nebenan. Mit seiner Innovationsfähigkeit, seiner Ortsnähe und einem breiten und vielgestaltigen Angebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen sowie seinem gesellschaftlichen Engagement schafft es Arbeitsplätze, wirtschaftliche Entwicklung und Zukunftsperspektiven vor Ort. In ihm verbinden sich Traditionen und technischer Fortschritt. Die Antwort der Landesregierung auf unsere Große Anfrage zur Situation des Handwerks in Hessen hat wichtige Erkenntnisse über die Leistungen des Landes für das Handwerk erbracht. Sie ist zugleich eine wichtige Standortbestimmung zu den bevorstehenden Herausforderungen und zu den Strategien zu ihrer Bewältigung, die wir in unsere weitere politische Arbeit einfließen lassen werden. Für uns als CDU steht auf dieser Grundlage auch fest: Wir sagen weiterhin JA zum Meister.“

Hinsichtlich der beruflichen Ausbildung hob Boddenberg, selbst Meister im Fleischerhandwerk, hervor: „Regulär besteht bereits seit 2005 in Hessen die Möglichkeit, mit einem Meisterbrief auch zu studieren. Mit dem neuen Hessischen Hochschulgesetz haben wir es den Hochschulen nun ermöglicht, über Modellversuche den Hochschulzugang auf Gesellen auszuweiten, die einen guten Abschluss gemacht haben. Damit leisten wir nicht nur einen Beitrag dazu, Hürden zwischen den einzelnen Bildungswegen abzubauen. Wir senden auch das klare Signal, dass für uns akademische und berufliche Bildung gleichwertig sind.“

Zum Meisterbrief als Berufszugangsvoraussetzung unterstrich der CDU-Politiker: „Der Meisterbrief ist ein Gütesiegel für den Verbraucher und eine Qualitätsmarke für die berufliche Bildung in unserem Land. Diese Qualifikation erstreckt sich gleichermaßen auf die Führung eines Betriebes wie auf die Ausbildereignung. Die Auswirkungen der Handwerksnovelle 2004 belegen dies auf erschreckende Weise: Nachdem in 53 Gewerken der verpflichtende Meisterbrief abgeschafft wurde, ist dort die Ausbildungsleistung um über 70 Prozent zurückgegangen, während sie in weiterhin von Meistern geführten Betrieben weitgehend konstant geblieben ist. Auch die die Überlebensrate der betroffenen Handwerke ist von rund 70 auf 46 Prozent gesunken, das heißt nach fünf Jahren waren weniger als die Hälfte der gegründeten Betriebe noch am Markt aktiv“, so Boddenberg.

„Wir freuen uns daher besonders darüber, dass die Landesregierung in ihrer Antwort nochmals unterstrichen hat, dass die bestehenden Zulassungspflichten entgegen der Einschätzung der EU-Kommission vor dem Hintergrund der sogenannten Transparenzinitiative kein unangemessenes Hindernis für die Mobilität von Selbständigen und abhängig Beschäftigten im Binnenmarkt darstellen, da durch die modernisierte Richtlinie über die Anerkennung von Berufsqualifikationen bereits ein entsprechender Zugang zum Arbeitsmarkt gewährt wird. Wir tun dennoch gut daran, uns auf europäischer Ebene weiterhin mit aller Kraft für die uneingeschränkte Beibehaltung der Meisterstrukturen im Handwerk einzusetzen“, erklärte Boddenberg.

„Wenn man gute, qualitativ hochwertige Dienstleistungen und Produkte benötigt, kann man sich auf das hessische Handwerk immer verlassen. Gerade in der heutigen Zeit ist dabei die hier oft anzutreffende Einheit von unternehmerischer Entscheidungsbefugnis und der persönlichen Haftung von großer Bedeutung. Dies bürgt sowohl für eine hohe Innovations- und Leistungsdynamik als auch für ein hohes Maß an unternehmerischer Verantwortung“, so Boddenberg.

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