Boddenberg: Bilanz der Fluglärmpausen ist eindeutig positiv und weist in die richtige Richtung

„Weitere Entlastungen sind und bleiben unser Ziel“

Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 11. Februar 2016 - Die Bilanz des Probebetriebes für ein Lärmpausenmodell am Flughafen Frankfurt ist eindeutig positiv und weist in die richtige Richtung.

Die Lärmbelastung konnte spürbar verringert werden, die Lärmpausen sind fester Bestandteil im operativen Geschäft des Flughafens und eine Mehrheit wünscht ihre Fortsetzung. Allen Beteiligten, einschließlich der Landesregierung, ist es weiterhin ernst damit, alles technisch Mögliche und ökonomisch Vertretbare zu tun, um für eine weitere Fluglärmreduzierung zu sorgen“, erklärte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessische Landtag, Michael Boddenberg, anlässlich der durch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir vorgestellten Bilanz des Probebetriebes für ein Lärmpausenmodell für die vergangenen zehn Monate. „Wenn die Fluglärmkommission nun den Weg eröffnet, könnten die Lärmpausen in den Regelbetrieb überführt werden“, ergänzte Boddenberg.

Durch abwechselnde Nicht-Nutzung einzelner Bahnen in den Randstunden werde das bereits geltende sechsstündige Nachtflugverbot in den entsprechenden Anflugbereichen um eine Stunde verlängert. „Dieses Modell hat sich bereits nach kurzer Zeit als praktikabel erwiesen und konnte im betreffenden Zeitraum am Abend zu 89 Prozent und am Morgen zu 96 Prozent verwirklicht werden. Sie wurden nur in wenigen Ausnahmefällen ausgesetzt, wesentlich aufgrund von Wettereinflussen“, erläuterte Boddenberg und schloss sich dabei auch dem Dank an den Flughafenbetreiber Fraport AG, die Deutschen Flugsicherung und die Fluglinien an. „In der gesamten Diskussion um die Verringerung der Fluglärmbelastung in der Region ist deren konstruktive Gesprächsbereitschaft einer der wirkmächtigsten Faktoren für alle Fortschritte, die wir erzielen können.“

Das im Probebetrieb befindliche Modell regelt, in der am Flughafen weit überwiegenden Westrichtung (BR 25) in der Nachtrandstunde von 22 bis 23 Uhr lediglich die Südbahn für die Landeanflüge aus Richtung Osten zu nutzen. „Dies entlastet insbesondere viele Menschen in Offenbach und im Frankfurter Süden. Im Ergebnis können vor allem im Nahbereich über 40.000 Anwohner von einer zusätzlichen Stunde Nachtruhe profitieren.“ In Neu-Isenburg seien die Entlastungen am Morgen deutlich höher als die zusätzlichen Belastungen am Abend. „In jedem Fall wird klar: Die Lärmpausen sind kein ‚Nullsummenspiel‘ oder ein ‚Placebo‘, wie Kritiker behaupten, sondern entlasten die Menschen in der Region insgesamt“, machte Boddenberg deutlich. Für den Ostbetrieb arbeite man weiterhin an einer Lösung.

„Wir werden begleitend auch bei unseren Anstrengungen zur konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung des Maßnahmenpaketes der ‚Allianz für mehr Lärmschutz 2012‘ nicht nachlassen. Zuletzt konnte die Ausrüstung der Airbus A 320-Flotte der Lufthansa mit Wirbelgeneratoren abgeschlossen werden. Auf diese Weise sind rund die Hälfte der Landungen der Lufthansa AG am Flughafen Frankfurt leiser als zuvor“, sagte Boddenberg. Zuletzt habe Hessen gemeinsam mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Luftverkehrsgesetzes und zur stärkeren Einbeziehung der Bevölkerung bei der Planung von Flugverfahren vorgestellt, um dem Lärmschutz bei der Erarbeitung und Festlegung von Flugverfahren ein stärkeres Gewicht als bisher einzuräumen.

„Der Flughafen Frankfurt ist die größte Arbeitsstätte in Deutschland und ein Jobmotor, der berufliche Perspektiven für Menschen mit unterschiedlichsten Qualifikationen eröffnet. Er bietet bei allen Herausforderungen große Chancen für ein exportorientiertes Land wie Hessen und das Rhein-Main-Gebiet. Auf den klaren Erfolgen bei der Fluglärmverringerung werden wir uns jedoch nicht ausruhen: Weitere Entlastungen sind und bleiben unser Ziel“, erklärte Boddenberg.

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