Wiesmann: SPD-Gesetzentwurf zu eigenständigen gymnasialen Oberstufen ist übereilt und nicht ausgereift. Schulgesetzänderung muss ganz Hessen gerecht werden und bedarf daher gewissenhafter Erarbeitung

SPD-Gesetzentwurf für eigenständige gymnasiale Oberstufen

Bettina M. Wiesmann MdL
Bettina M. Wiesmann MdL
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 2. Dezember 2015 - „Der insbesondere in Frankfurt vorgetragenen Forderung, durch Änderung des Hessischen Schulgesetzes wieder zu ermöglichen, dass eigenständige gymnasiale Oberstufen gegründet werden, stehen meine Kollegen von der CDU-Landtagsfraktion und ich in der Zielsetzung aufgeschlossen gegenüber.

Insbesondere in Schulträgerbezirken mit stark wachsenden Schülerzahlen können gymnasiale Oberstufen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass erfolgreiche Absolventen des qualifizierenden Realschulabschlusses an Realschulen, Haupt- und Realschulen oder Gesamtschulen eine gute Chance erhalten, ihren Weg in Richtung Abitur fortzusetzen. Dies ist uns ein wichtiges Anliegen, denn die Durchlässigkeit unseres Schulsystems liegt uns am Herzen“, stellte die Frankfurter Abgeordnete und Obfrau der CDU-Landtagsfraktion in der Enquête-Kommission „Kein Kind zurücklassen“, Bettina M. Wiesmann, heute im Landtag fest. Anlass war die Auswertung der Landtagsanhörung zu einem entsprechenden Gesetzentwurf der SPD.

 
„Die Anhörung hat gezeigt, dass ein solches Gesetz in Frankfurt zwar benötigt wird, in anderen Schulträgerbezirken aber ernstzunehmende Fragen aufwirft. Insbesondere muss dafür gesorgt werden, dass eigenständige gymnasiale Oberstufen nicht in ungute Konkurrenz zu Oberstufen an bestehenden Gymnasien treten. Auch grundständige Gymnasien bieten gute Übertrittsmöglichkeiten für angehende Abiturienten aus anderen Schulformen. Wir wollen keinesfalls dazu beitragen, dass diese Oberstufen in ihren Gestaltungsmöglichkeiten eingeschränkt werden, denn ein breites und vielfältiges Kursangebot an grundständigen Gymnasien ist uns wichtig“, führte Wiesmann aus.
 
„Im Zuge der ohnehin für 2016 geplanten umfassenden Schulgesetznovelle werde ich mich für eine Berücksichtigung des Frankfurter Anliegens einsetzen – in einer Form, die nicht andernorts neue Probleme aufwirft, sondern ganz Hessen gerecht wird. Auch die Frankfurter Schuldezernentin Sarah Sorge hat in der Anhörung darauf hingewiesen, dass kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht. Daher haben wir durchaus die Zeit, die Thematik in der gebotenen Sorgfalt zu lösen; hierfür hat die Anhörung wichtige Anhaltspunkte gegeben. Am Ende wird Frankfurt gedient sein, ohne anderen Regionen zu schaden; damit sollte auch die Opposition einverstanden sein können“, schloss die Schulpolitikerin.
 

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