Senioren-Union: Unterstützung und Teilhabe für Ältere - In Frankfurt hat das Bürgerengagement für Seniorinnen und Senioren eine lange und gute Tradition

Stadträtin Erika Pfreundschuh, Vorsitzende der Frankfurter Senioren-Union
Stadträtin Erika Pfreundschuh, Vorsitzende der Frankfurter Senioren-Union
Frankfurt am Main, 18. Mai 2015. Frankfurter Bürger hatten bereits im ausgehenden Mittelalter große Stiftungen zum Wohl von alten, kranken und armen Menschen gegründet.

Geschichtlich ist die besondere Stärke des Frankfurter Stiftungswesens darauf zurückzuführen, dass die Stadt nicht von Fürsten, sondern von Bürgern regiert wurde. Diese engagierten sich für das Wohl ihrer Stadt und zeigten ihren Wohlstand nicht durch prachtvolle, öffentliche Bauten, sondern in großen Stiftungen, so das Hospital zum heiligen Geist zu Beginn des 13. Jahrhunderts für Kranke und Sieche, seit 1228 das St. Katharinen- und Weißfrauenstift für arme, alleinstehende Frauen, seit 1531 der Allgemeine Almosenkasten für die Armenfürsorge und seit 1814 das Versorgungshaus Wiesenhüttenstift für alte, kranke Menschen.

Auf den großen jüdischen Mäzen Wilhelm Merton geht das heutige Bürgerinstitut zurück, das Seniorinnen und Senioren vielfältig hilft. Sie regelten die öffentliche Sozialfürsorge für alte, bedürftige Menschen über 800 Jahre lang bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Staat Teile dieser Aufgabe übernahm.

 
„In Frankfurt wird heute speziell in der Altenhilfe von staatlichen, städtischen, stadtnahen, privaten Trägern sowie von Stiftungen ein breites, vernetztes Spektrum an Hilfsangeboten vorgehalten. Die Palette reicht von Hilfen in Hospizen bis hin zum Computerkurs, selbstverständlich auch für Menschen mit kleinem Geldbeutel. In neuerer Zeit haben starke Sozialdezernenten wie Ernst Gerhardt, Karl-Heinz Trageser, bis zur amtierenden Dezernentin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld, für neue Nöte auch neue Wege zur Hilfe gefunden, wobei auch andere Dezernate wie Gesundheit, Sport und Kultur Angebote für Seniorinnen und Senioren schaffen und vorhalten.

Fazit: die Senioren sind in Frankfurt keineswegs ein bisher vernachlässigter Teil der Bürgerschaft“, so Stadträtin Erika Pfreundschuh, Vorsitzende der Frankfurter Senioren-Union.  
 
Nun rufe der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann das Jahr 2015 als Jahr der Senioren aus. „Will er eine in seinen Augen bisher vernachlässigte Zielgruppe in das Licht der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit rücken? Kennt der Oberbürgermeister die über 800 Jahre währende Vielfalt der Altenhilfe trotz seiner langjährigen Verantwortung als Stadtverordneter im Gesundheits-und Sozialausschuss nicht? Was hat er selbst in dieser Zeit auf den Weg gebracht?“, so fragte Pfreundschuh heute nach.

„Herr Oberbürgermeister Feldmann erweckt den Verdacht, die Seniorenpolitik in Frankfurt aus der Verantwortung der Stadtverordnetenversammlung in ein Beratungsgremium des Magistrats, den Senioren-Beirat, abzuschieben. Seniorenpolitik muss aber eine zentrale Aufgabe der Stadtverordnetenversammlung bleiben. Sicher ist die Aufgabe, für Seniorinnen und Senioren zu arbeiten, eine immer wieder neue Herausforderung. Aber gerade deshalb gibt es für mich nicht ein Jahr der Senioren, sondern jedes Jahr ist ein „Jahr der Senioren“, aber auch das Jahr aller Frankfurter Bürgerinnen und Bürger.“

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