Wiesmann: Schulleitung aufnehmender Schule am Übergangsverfahren von Klasse 4 nach Klasse 5 systematisch beteiligen. Für eine begrenzte Zeit 6-Tage-Betrieb an Frankfurter Gymnasien prüfen. - Besondere Herausforderungen erfordern unkonventionelle Lösungen

Wiesbaden/Frankfurt am Main, 7. Mai 2015 - "Ich bin beeindruckt, wie viele Eltern sich gestern Abend beim sog. "Krisengipfel" des Stadtelternbeirats eingefunden haben, um über die entstandene Lage in Frankfurt und evtl. Lösungsansätze zu beraten", kommentierte die Frankfurter Landtagsabgeordnete und stellv. Bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Bettina M. Wiesmann,  das Treffen der Eltern.

"In der Sache wünschen sich viele Eltern zu Recht ein übersichtlicheres und verbindliches Informations- und Entscheidungsverfahren. Gerade jetzt, wo es keine Luft mehr im System gibt, muss zu Beginn des dritten Schuljahrs klar sein, welche weiterführenden Schulen zur Verfügung stehen, und exakt wie der Beratungs- und Entscheidungsprozess abläuft, berichtete Wiesmann, die selbst Mutter einer Drittklässlerin ist, aus dem Workshop zum Übergangsprozess. "Ein spannender Vorschlag lautete, in einer StEB-Arbeitsgruppe die Stadt darin zu unterstützen, in einem IT-gestützten Verfahren schon früh mögliche Szenarien der Elternwahl zu simulieren, um in der Schulentwicklung und bei der Zuweisung  gegensteuern zu können. Dies sollte aufgegriffen werden."

"Persönlich halte ich es für notwendig, die Schulwahlentscheidungen der Eltern auch in der Sache, im Hinblick auf den weiteren Schulerfolg ihrer Kinder besser zu unterstützen. Der Anteil der Kinder, die den zunächst gewählten Bildungsgang nicht fortsetzen können, ist zu hoch. Korrekturen solcher Fehlentscheidungen sind schmerzhaft und belastend für Kinder und Eltern. Sie sind auch unnötig, denn das hessische Schulsystem ist in hohem Maße durchlässig und bietet enorme Chancen auch über andere Wege als das klassische Gymnasium. Darüber muss viel besser aufgeklärt werden. Vor allem aber sollten die  Schulleiter der aufnehmenden Schulen systematisch am Beratungs- und Entscheidungsprozess beteiligt werden. Dies würde nicht nur helfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden, sondern auch Schulleitern helfen, ihre Neuzugänge von Anfang an gut zu begleiten", folgerte die Abgeordnete.

"Das Hauptproblem", so Wiesmann abschließend, "liegt aber in den fehlenden Schulplätzen insgesamt, die allen Anstrengungen zum Trotz schon im kommenden Jahr nicht mehr ausreichen werden. Da neue Schulen nicht einfach so aus dem Boden zu stampfen sind, sollte überlegt werden, die bestehende Infrastruktur besser zu nutzen. Das Schulgesetz lässt auch den Regelbetrieb an sechs Wochentagen zu. Frankfurt sollte seine Gymnasien für eine Übergangszeit auch samstags nutzen, um dem System wieder Luft zum Atmen zu verschaffen. Sobald der Schulbau entsprechend aufgeholt hat, könnte zur 5-Tage-Woche zurückgekehrt werden. Besondere Herausforderungen erfordern unkonventionelle Lösungen. Zur Ideenfindung in diesem Sinne haben die Eltern viel beigetragen.“

Der Stadtelternbeirat tagte gestern von 19h bis 21h45 in der Helmholtzschule. Nach einer allgemeinen Aussprache wurde die Diskussion in drei Workshops vertieft - zu den Regelungen des Übergangs auf die weiterführende Schule, zur Frankfurter Schulentwicklung und zu künftigen Aktionen der Eltern.

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