Heimbewohner dürfen nicht als Versuchsobjekte missbraucht werden

Stadträtin Erika Pfreundschuh, Vorsitzender der Frankfurter Senioren-Union
Stadträtin Erika Pfreundschuh, Vorsitzender der Frankfurter Senioren-Union
Frankfurt am Main, 5. März 2015. Der Frankfurter Seniorenbeirat hat sich dafür eingesetzt, die Abgabe von Cannabis zu erleichtern. Es gehe dabei um die Entkriminalisierung von Schmerzpatienten. Diese Forderung trifft auf den entschiedenen Widerstand des größten Frankfurter Seniorenverbandes, der Senioren-Union der CDU.

"Nicht nachvollziehbar ist die Motivation dieser Forderung des Seniorenbeirates, voreilig Cannabis THC  für Jedermann/Frau leichter zugänglich zu machen, damit die Droge zu verharmlosen und womöglich die Balkone oder Kleingärten in THC-Plantagen umzuwandeln", sagte die Vorsitzende der Frankfurter Senioren-Union, Stadträtin Erika Pfreundschuh.

 
Ihre Organisation sei sehr wohl der Meinung, dass die Wirksamkeit von Cannabis von anerkannten Fachleuten auf wissenschaftlicher Grundlage überprüft und belegt werden sollte. Bis zum Ergebnis der dazu notwendigen seriösen Studien, die nicht – wie vorgeschlagen – durch ein Pilotprojekt ersetzt werden könnten, müsse es aber bei dem derzeitig geltenden Verfahren bleiben, dass Cannabis in Ausnahmefällen in flüssiger Form als Schmerzmittel bei Tumorpatienten ärztlich verordnet werden kann.

„Niemand kriminalisiert Schmerzpatienten, die unter diesen Voraussetzungen behandelt werden“, erklärte die Vorsitzende der Senioren-Union. Nach Ansicht medizinischer Forscher und Fachleute gebe es bislang keinen Beleg  für eine überlegene Wirksamkeit von Cannabis in der Schmerztherapie. Den Ärzten stehe bereits ein differenziertes Spektrum an bewährten Schmerzmitteln zur Verfügung. Erst wenn Cannabinoide nachweislich gegen Leiden sinnvoll einsetzbar seien und weniger unangenehme Nebenwirkungen hätten als andere Mittel, könne das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte über eine Zulassung zur Schmerztherapie entscheiden. Besonders bedenklich sei ein verfrühter Pilotversuch unter Beteiligung von Altenheimen. „Senioren sind keine billigen Versuchskaninchen!“, sagte Erika Pfreundschuh abschließend.
 

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