Frankfurter CDU verurteilt Antisemitismus scharf - Solidarität mit der Frankfurter Jüdischen Gemeinde

Stadtrat Uwe Becker, CDU-Kreisvorsitzender, Stadtkämmerer
Stadtrat Uwe Becker, CDU-Kreisvorsitzender, Stadtkämmerer

Frankfurt am Main, 24. Juli 2014. Auf seiner gestrigen Sitzung hat der Kreisvorstand der Frankfurter CDU die antisemitischen Auswüchse, die es in den zurückliegenden Tagen bei Demonstrationen auch auf Frankfurts Straßen gegeben hat, scharf verurteilt und eine "Frankfurter Erklärung" (angefügt) beschlossen.


"Wir können und werden keinen Antisemitismus auf Frankfurts Straßen und Plätzen zulassen, gleich ob dieser rechtsradikal, linksradikal oder radikal-islamistisch motiviert ist", betonte der Kreisvorsitzende Uwe Becker.

Aus diesem Grund habe die Frankfurter CDU bereits am vergangenen Freitag auch Anzeige gegen Unbekannt gestellt. "Unsere gesamte demokratische Stadtgesellschaft muss aufstehen, wenn Frankfurterinnen und Frankfurter jüdischen Glaubens mit Hass und Hetze angegriffen werden", so Becker. Als besonderes Zeichen seiner Solidarität mit den in Frankfurt lebenden Menschen jüdischen Glaubens hatte der CDU-Kreisvorstand seine Sitzung in den Räumlichkeiten der Jüdischen Gemeinde abgehalten. Dort drückte der Kreisvorsitzende Uwe Becker dem Vertreter des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde, Prof. Dr. Latasch, die Solidarität der gesamten Frankfurter CDU aus.

Frankfurter Erklärung

Frankfurt am Main ist eine der internationalsten Städte in Europa. Hier leben Menschen aus rund 180 Nationen friedlich zusammen. Diese Vielfalt, die in der langen Tradition unserer Stadt als Wirtschafts- und Handelszentrum verankert ist, gehört zu den Reichtümern Frankfurts. 160 Kirchengemeinden und Gemeinschaften aller Weltreligionen können hier ihren Glauben frei praktizieren.

Christen, Juden, Muslime sowie Angehörige anderer Religionen, aber auch Atheisten haben das unverbrüchliche Recht, ihren Glauben und ihre Weltanschauung im Rahmen der Gesetze unseres Landes frei leben zu können. Ihnen gebührt in der Ausübung religiöser oder weltanschaulicher Traditionen und Gebräuche auch der Respekt, den die Gesellschaft jedem einzelnen entgegen zu bringen hat.

Für das dauerhafte Funktionieren unseres Gemeinwesens, für die Wahrung einer freien, offenen und toleranten Gesellschaft, ist jedoch auch das Engagement jedes einzelnen zur Förderung eines gedeihlichen Miteinanders unabdingbar. Nur wenn alle auch im Praktizieren von Religion, von Traditionen und Gebräuchen auf ein Miteinander im gesellschaftlichen Leben hinwirken, hat unsere offene Gesellschaft eine ebenso freie wie friedliche Zukunft.

Jeder Abgrenzung gegenüber einem freien und friedlichen Miteinander, jede Ausgrenzung von Teilen unserer offenen Stadtgesellschaft und jeder Diskriminierung ist von Seiten der Gesellschaft, von Seiten der Politik, von Gewerkschaften, Verbänden, Vereinen, Institutionen und Glaubensgemeinschaften entschlossen entgegen zu treten.

Wir wollen, dass unser Frankfurt auf Dauer eine offene, tolerante und bunte Stadt bleibt. Antisemitismus, politischer Extremismus und religiöser Fanatismus haben in unserer Stadt keinen Platz! Die Frankfurter CDU verurteilt daher ganz besonders auch den in den letzten Tagen im Rahmen von Demonstrationen offen gezeigten Antisemitismus auf unseren Straßen und auch die Beschmierung von Gebäuden mit judenfeindlichen Parolen.

Die offen zur Schau gestellte Hetze, das Zeigen von Fahnen terroristischer oder terrornaher Organisationen - wie der der Hisbollah - und anderer Gruppen sowie verdeckte und offene Angriffe gegen Jüdinnen und Juden darf es in Frankfurt nicht geben. Hierauf ist auch mit aller Härte der Gesetze unseres Landes zu antworten. Die Frankfurter CDU drückt ihre Solidarität mit den in unserer Stadt lebenden Frankfurterinnen und Frankfurtern jüdischen Glaubens aus. Gerade für Frankfurt, mit seiner auch großen jüdischen Tradition, gehört deren Wohl und Sicherheit zu unserem gesellschaftlichen Selbstverständnis.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben