CDU-Reise in die europäische Zentralregion Sachsen-Anhalt

Frankfurt am Main, 4. Juni 2014 - Das haben die wenigsten der 44 Teilnehmer einer CDU-Reise aus Frankfurt vom 24. bis 31. Mai 2014 nach Sachsen-Anhalt erwartet:
                                                                                                                                            

Es war eine Reise in eine europäische Zentralregion. Dies wurde deutlich in einem Gespräch mit Jürgen Scharf, CDU-Landtagsabgeordneter seit 1990. Scharf wies darauf hin, dass wichtige Verkehrswege, die seit alters die europäischen Regionen in Nord und Süd, Ost und West miteinander verbinden, durch Sachsen Anhalt führen.

Nicht zufällig gelte Kaiser Otto I. als der Begründer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Seine erste Ehe mit Editha, einer Engländerin, und seine zweite Ehe mit Adelheid, eine Italienerin, sowie die Heirat seines Sohnes Otto II. mit Theophanou, einer Nichte des oströmischen Kaisers, zeige die europaweite Beziehungen der in Sachsen-Anhalt beheimateten ottonischen Kaiser. So könne das Bundesland als eines der politischen Zentren des mittelalterlichen Europa gelten. Nicht weniger bedeutend ist Sachsen-Anhalt in kultureller Hinsicht.

Dafür stünden u. a. Namen wie Martin Luther, August Hermann Francke, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Otto v. Gericke. Ausgehend von der Landwirtschaft auf Deutschlands fruchtbarsten Böden in der Magdeburger Börde habe sich in Sachsen-Anhalt eine bedeutende chemische Industrie und der Maschinenbau entwickelt. Schließlich bemerkte MdL Scharf ebenfalls, dass Sachsen-Anhalt auch zu den Regionen zähle mit einer ganzen Reihe von UNESCO-Weltkulturerben. Dazu gehörten Quedlinburg, die Parklandschaft Wörlitz, die Meisterhäuser des Bauhauses in Dessau, die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben.

 
Die CDU-Reisegruppe konnte sich von der Richtigkeit der Ausführungen Scharfs in ihrem umfangreichen Besuchsprogramm überzeugen. In Magdeburg beeindruckten nicht nur der Dom und Die Grüne Zitadelle von Hundertwasser, sondern auch das nahe gelegene Wasserkreuz, wo der Mittellandkanal über die Elbe geführt wird, sowie das weltgrößte Auftriebs-Schiffshebewerk. In Tangermünde, Quedlinburg, Halberstadt, Kloster Memleben, Wittenberg und mit der Franckeschen Stiftung in Halle wurde der Reisegruppe die historische Bedeutung Sachsen-Anhalts anschaulich. MdL Jürgen Scharf berichtete auch über die aktuelle Lage Sachsen-Anhalts.

Diese sei gekennzeichnet durch eine prosperierende Landwirtschaft einerseits und einem starken Bevölkerungsschwund von derzeit 2,5 Millionen Einwohnern auf langfristig 1,9 Millionen andrerseits. In den Hochschulen des Landes und wissenschaftlichen Instituten würden Studenten aus aller Welt hervorragend ausgebildet. Diese blieben aber wegen mangelnder Arbeitsmöglichkeiten nicht im Lande, sondern brächten ihre Fähigkeiten woanders ein. Dies erschwere die Ansiedlung von neuer Industrie, die anstelle der zu Zeiten der DDR ruinierten Industrie treten könne.

Die Landwirtschaft habe sich mit Finanzinvestoren auseinanderzusetzen, die auf kurzfristigen Gewinn aus seien und nicht auf Nachhaltigkeit. Es ginge hier mehr um Energiegewinnung als um Produktion von Lebensmitteln. Dem Bevölkerungsschwund sei, so Scharf, nur durch Einwanderung aus dem Ausland zu begegnen. Stadtrat a. D. Christof Warnke, der die CDU-Gruppe aus Frankfurt begleitete, konnte MdL Jürgen Scharf zu den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt vom 25. Mai gratulieren. Denn der einzige Europaabgeordnete des Landes ist ein CDU-Mann, und bei der gleichzeitig stattgefundenen Kommunalwahl in Sachsen-Anhalt konnte die CDU mit 34,3 und einem Plus von über 2% gegenüber 2009 und Verlusten von Linke und SPD ihre Spitzenposition deutlich ausbauen.

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