Becker/zu Löwenstein: Eine energische Streiterin für die soziale Stadt

Zum Tode von Sieglinde Fedel

Frankfurt am Main, 28. April 2014. Die frühere CDU-Stadtverordnete Sieglinde Fedel ist am 24. April im Alter von 89 Jahren gestorben.

Frau Fedel, geboren 1924 im damaligen Königsberg / Ostpreußen und nach Flucht und Vertreibung 1948 in Frankfurt am Main heimisch geworden, gehörte der Stadtverordnetenversammlung von 1993 bis 2001 an. Im Römer widmete sie sich mit großem Einsatz der Jugend-, Senioren- und Sozialpolitik. Sie war zudem gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion und Mitglied der Betriebskommission der Städtischen Kliniken Frankfurt am Main-Höchst sowie in Vorständen und Aufsichtsräten zahlreicher mildtätiger Vereine und Stiftungen.

Ihr besonderes Augenmerk galt aber der 1986 gegründeten Frankfurter Senioren-Union, deren Aufbau und Erfolg als aktive Interessenvertretung älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger eng mit ihrem Namen und dem ihres bereits 1992 gestorbenen Ehemannes Valentin verbunden ist. Bundespräsident Johannes Rau hat Sieglinde Fedel aufgrund ihres vielfältigen ehrenamtlichen Wirkens 2002 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Sie war Inhaberin der Römerplaketten in Bronze, Silber und Gold.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein würdigte die Verstorbene als „eine energische Streiterin für die soziale Stadt. Sie hat nicht nur resolut jeder Form von Altersdiskriminierung widersprochen, sondern vor allem Maßstäbe in der Seniorenpolitik der neunziger Jahre gesetzt, etwa durch ihre Anträge zur Einführung geriatrischer Abteilungen in den Frankfurter Krankenhäusern. Sieglinde Fedel war mit monatlichen Sprechstunden nicht nur für die Sorgen und Nöte ‚ganz normaler‘  Bürger da, die etwa vor einem Umzug in ein Altersheim standen oder als alleinerziehende eine Wohnung suchten, sondern sie hat sich mit einem großen Herz und viel Zeit auch um die Belange von Obdachlosen, Prostituierten und Schwerstabhängigen gekümmert. Den konkreten Menschen zunächst zu sehen, das war ihr aus christlicher Überzeugung wichtig und Grundlage für ihr soziales und politisches Handeln, an das wir heute mit hoher Anerkennung und in Trauer um eine großartige ehemalige Fraktionskollegin erinnern.“

Der Vorsitzende der Frankfurter CDU, Stadtrat Uwe Becker, brachte ebenso die Anteilnahme des Kreisverbands zum Ausdruck und hob in gleicher Weise die besondere Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft von Sieglinde Fedel hervor: „Sieglinde Fedel hatte immer ein großes Herz für Menschen, die Hilfe nötig hatten, und setzte sich für ein Älterwerden in Würde ein.“ Überdies sei ihr der Kreisverband, dessen Senioren-Union Sieglinde Fedel über viele Jahre hinweg leitete, für das unermüdliche Engagement sehr dankbar.          

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