Bettina M. Wiesmann MdL diskutiert Anforderungen an die Grundschulkinderbetreuung

„Pakt für den Nachmittag“ soll endlich Betreuungslücke schließen und Kindern vielfältiges, flexibles Nachmittagsangebot sichern. Grundschulen besonders gefordert, Zusammenwirken vor Ort zu koordinieren.

Bettina M. Wiesmann MdL
Bettina M. Wiesmann MdL
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 11. April 2014 - Unter der Überschrift „Pakt für den Nachmittag – Anforderungen an Kinderbetreuung zwischen Schule, Freizeit und Familie“ fand gestern im Haus der Volksarbeit das von Bettina M. Wiesmann MdL initiierte Werkstattgespräch mit Eltern, Grundschul- und Vereins- und Gemeindevertretern statt.

Die Hessische Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag eine verlässliche Nachmittagsbetreuung für Grundschulkinder in Form eines „Pakts für den Nachmittag“ festgeschrieben. Im Rahmen des Pakts, den das Land mit den Kommunen schließen will, soll das Ganztagsprogramm des Landes auf alle hessischen Grundschulen, die das wollen, ausgedehnt werden und den Zeitraum bis 14h30 abdecken, während die Kommunen den Rest des Nachmittags bis 17h gemeinsam mit den Schulen, freien Trägern, Vereinen, Kirchengemeinden und Elterninitiativen organisieren. In den kommenden fünf Jahren soll so ein Betreuungsangebot entstehen, das flexibel und verlässlich dem Bedarf der Familien entspricht. Noch in diesem Jahr soll das Vorhaben auf den Weg gebracht werden.

Im Werkstattgespräch wurden nun die Anforderungen beleuchtet, die die verschiedenen Beteiligten an die Nachmittagsbetreuung von Kindern stellen. Von Elternseite hervorgehoben wurde der Wunsch, Kinder an Wochentagen bis 17h verlässlich betreut zu wissen, ohne dass deswegen außerschulische oder familiäre Aktivitäten auf der Strecke bleiben. „Wir wollen, dass endlich Schluss ist mit der Betreuungslücke, die sich immer noch zu oft beim Übergang vom ganztägig arbeitenden Kindergarten auf die Grundschule auftut. Allerdings ist die gebundene Ganztagsschule bei den Eltern nicht erwünscht“, unterstrich Alix Puhl, Vorsitzende des Stadtelternbeirates. Bewährte Nachmittagsaktivitäten sollten beibehalten werden und in das neue Gesamtkonzept einfließen, das für die Eltern möglichst einfach handhabbar sein müsse. So wollten Eltern möglichst nur mit einem Ansprechpartner zu tun haben und bevorzugten deshalb Betreuungsangebote an oder nahe der Schule, die im übrigen für den Ganztag nur in Frage kämen, wenn sie räumlich entsprechend ausgestattet seien - mit Mensa, Rückzugsräumen und Schließfächern.

Für die Grundschulen sprach Sabine Fischer, Schulleiterin der Walter-Kolb-Schule, einer Grund-, Haupt- und Realschule mit Ganztagsangeboten. Sie plädierte dafür, die Koordination an Schulen anzusiedeln. Dies solle vom Land finanziell unterstützt werden. „Ein Anknüpfungspunkt könnte die bereits gut entwickelte Zusammenarbeit der Grundschulen mit den umliegenden Kindergärten zur Erleichterung des Schuleintritts sein.“ so die Schulleitern, die auch bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Römer ist. Sie wies zudem auf die erheblichen Anstrengungen der Stadt Frankfurt hin, jedes Jahr 600 neue Betreuungsplätze an Schulen zu schaffen.

Die anwesenden Vereins- und Gemeindevertreter zeigten sich an einer übergreifenden Initiative interessiert. Sie sehen darin die Chance, ihre Angebote trotz gestiegener Betreuungsbedürfnisse der Eltern aufrechterhalten und zum Beispiel Sportanlagen weiterhin auslasten zu können. Allerdings müsste bei der Organisation geholfen werden, und es müssten einige wichtige technische Fragen – z.B. wie die Kinder sicher von der Schule zum Verein oder zur Gemeinde kommen, und wie der Versicherungsschutz geregelt ist – geklärt sein.

Die Landtagsabgeordnete, Sprecherin für Familienpolitik und frühkindliche Bildung, unterstrich den Willen der CDU-Landtagsfraktion, zu einer Rahmenvereinbarung zu kommen, die örtliche Lösungen mit vielfältigen und flexiblen Angeboten ermögliche. Dafür seien auch finanzielle Mittel eingeplant. Der Ansatz, die Grundschulen mit der Federführung für die Koordination vor Ort zu betrauen, sei vielversprechend. Ihr Auftrag sei es dann, die anderen Akteure im Stadtteil zur Mitwirkung zu gewinnen und mit ihnen ein Konzept zu erarbeiten. „Ich kann mir vorstellen, dass dies in Form einer Art Stadtteilkonferenz geschieht, die Nachfrage und Angebote zusammenführt und aufeinander abstimmt“, führte Wiesmann aus. Dies müsse rasch und unbürokratisch geschehen. Bis es soweit sei, sorge der kontinuierliche Ausbau des Ganztagsschulprogramms durch das Land mit weiterhin 115 Lehrerstellen pro Jahr schrittweise für Entlastung.

„Unser Ziel ist es, dass Kinder nach Schulschluss eine gute Mittagsverpflegung haben und in Ruhe ihren Pflichten und Neigungen nachgehen können“, fasste die Familienpolitikerin, selbst Mutter von vier Schulkindern, zusammen. „Dazu gehören Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten ebenso wie Spiel- und Ruhezeiten mit Freunden oder in der Familie. Der „Pakt für den Nachmittag“ soll dafür sorgen, dass sie dies so ungehindert wie möglich können – im Zusammenwirken von Schule, Horten, Vereinen, Gemeinden und Eltern.“

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