Rhein: Wissenschaftsrat empfiehlt Bundesförderung für vier hessische Forschungsbauten

Das förderfähige Investitionsvolumen beträgt insgesamt rund 107 Millionen Euro

Staatsminister Boris Rhein MdL
Staatsminister Boris Rhein MdL
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 11. April 2014 - Wissenschaftsminister Boris Rhein begrüßt die heutige Entscheidung des Wissenschaftsrats insgesamt, vier geplante Forschungsbauten in Hessen für die Bundesförderung zu empfehlen.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Der Wissenschaftsrat spricht eine solche Empfehlung nur bei Forschungsprogrammen von überregionaler Bedeutung aus. Das zeigt einmal mehr, dass wir im Wissenschaftsland Hessen verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, die Spitzenleistungen in der Forschung ermöglichen. Die Empfehlung durch den Wissenschaftsrat ist ein großes Lob für die Arbeit der Forscherinnen und Forscher. Sie bestätigt die Politik der Landesregierung eindrucksvoll insbesondere deshalb, weil drei der vier Forschungsbauten von der Landesregierung geförderten LOEWE-Vorhaben zugute kommen.“

Der Wissenschaftsrat hat seine Empfehlung für jeweils ein Forschungsbauprojekt der Technischen Universität Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Philipps-Universität Marburg sowie der Justus-Liebig-Universität Gießen ausgesprochen. Das förderfähige Investitionsvolumen beträgt insgesamt rund 107 Millionen Euro.  Nach Billigung durch die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz, teilen sich Bund und Land die Kosten.

„Die hessischen Forschungseinrichtungen sind zentrales Fundament der wirtschaftlichen und sozialen Stärke sowie der Innovationskraft Hessens. Solche Investitionen in die Forschung, wie sie der Wissenschaftsrat jetzt empfohlen hat, sichern die Zukunftsfähigkeit unseres Landes“, erklärte Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Der Wissenschaftsrat sprach folgenden hessischen Forschungsbauten eine Empfehlung für die Bundesförderung aus:

Center for IT-Security (CIT) - Technische Universität (TU) Darmstadt

Für den Neubau mit rund 1.800 Quadratmetern Nutzfläche und die Erstausstattung sind 10,5 Millionen Euro veranschlagt. Ziel ist es, die an der TU Darmstadt vorhandene Kompetenz auf dem Gebiet der IT-Sicherheit stärker zu vernetzen und räumlich zu bündeln, um möglichst viele Synergien nutzen zu können. Beispielsweise findet das von der Landesregierung finanzierte LOEWE-Zentrum „CASED“ (Center for Advanced Security Research Darmstadt) im CIT eine neue Heimat.

Höchstfeld-NMR-Spektroskopie zur Untersuchung makromolekularer Komplexe - Goethe-Universität Frankfurt

Von den Gesamtkosten für den Forschungsbau in Höhe von rund 24 Millionen Euro entfallen rund 15 Millionen Euro auf die Beschaffung eines Kernspinresonanz-Spektrometers der höchsten Leistungsklasse. Die dort in Zukunft stattfindende molekulare Forschung soll weitere Grundlagen legen für die Bekämpfung von verschiedenen Erbkrankheiten, Diabetes und Krebs.

Zentrum für Synthetische Mikrobiologie (SYNMIKRO) - Philipps-Universität Marburg

Die Kosten des Forschungsbaus SYNMIKRO betragen rund 50 Millionen Euro. Das von der Landesregierung finanzierte LOEWE-Zentrum Synthetische Mikrobiologie leistet wichtige Forschungsarbeit. SYNMIKRO verfolgt zwei übergeordnete Ziele: Zum einen sollen die Wissenschaftler, die bisher eher statischen Komponenten von mikrobiellen Zellen hin zu einem quantitativen, dynamischen, theoretisch modellierbaren Funktionsverständnis weiterentwickeln. Zum anderen sollen die Forscherinnen und Forscher über rationales Design neue Funktionseinheiten synthetisieren, kombinieren und in den Funktionsapparat der Zelle integrieren, um so Mikroorganismen mit neuen Eigenschaften und Anwendungspotenzialen herzustellen. Dies können z. B. neue Antibiotika oder biologisch abbaubarer Kunststoff sein.

Center for Infections and Genomics of the Lung (CIGL) - Justus-Liebig-Universität Gießen

Der geplante Neubau soll einschließlich Großgeräten und Erstausstattung rund 23 Millionen Euro kosten. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des CIGL beschäftigen sich mit der Erforschung von Erkrankungen der Lunge und der Atemwege. Zu diesem Zweck soll das Forschungsgebäude auch eine nationale Lungen-Biobank enthalten, darüber hinaus entsteht ein Zentrallabor für molekulare Bildgebung sowie für integrierte genomische Analytik. Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat eine bundesweit hervorgehobene Stellung in der Lungenforschung, dies wird auch durch den Vorsitz des deutschen Zentrums für Lungenforschung unterstrichen. Wichtige Grundlagen für die erfolgreiche Forschungsarbeit auf diesem Gebiet legt das von der Landesregierung finanzierte LOEWE- Zentrum „UGMLC – Universities of Giessen and Marburg Lung Center“.

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