Caspar: Wissenschaftliche Aufarbeitung von Diktatur und Totalitarismus darf nicht für Geschichtspolitik missbraucht werden

„Erforschung der hessischen Landesgeschichte muss der Fachkompetenz und Unabhängigkeit der Historiker überlassen bleiben“

Ulrich Caspar MdL,  Sprecher der Gruppe Frankfurter CDU-Landespolitiker
Ulrich Caspar MdL, Sprecher der Gruppe Frankfurter CDU-Landespolitiker

Wiesbaden/Frankfurt am Main, 5. Februar 2014 - „Die Geschichte von Diktatur und Totalitarismus im 21. Jahrhundert berührt die Schicksale und Biographien vieler Menschen in unserem Land in einer unmittelbaren und emotional besonders ergreifenden Weise.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Landesgeschichte eignet sich daher nicht für parteipolitische Auseinandersetzungen im Hessischen Landtag, sondern gehört auch künftig in die Zuständigkeit kompetenter und unabhängiger Fachwissenschaftler.

Nur dadurch kann ein entsprechend sensibler und besonnener Umgang mit den damit verbundenen Fragestellungen gewährleistet und eine Instrumentalisierung zum Zwecke der Geschichtspolitik vermieden werden“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ulrich Caspar, in der heutigen Debatte zur Kommission des Hessischen Landtages für das Forschungsvorhaben ‚Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen.

„Um eine parteipolitische Vereinnahmung zu vermeiden, wurde auch die Frage nach der NS-Vergangenheit hessischer Landtagsabgeordneter in der zurückliegenden Legislaturperiode zu Recht dem politischen Tagesgeschäft entzogen und in die Hände des Landtagspräsidenten übertragen. Als Vorsitzender der Kommission des Hessischen Landtages für das Forschungsvorhaben ‚Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen‘ hat er gemeinsam mit den Mitgliedern der Kommission eine sachliche und unabhängige Aufarbeitung der damit verbundenen Fragestellungen vorangetrieben. Die im vergangenen Jahr erschienene Studie und die anschließende wissenschaftliche Tagung im Hessischen Landtag nebst Veröffentlichung eines entsprechenden Tagungsbandes haben folglich einen viel beachteten Widerhall gefunden.

Der Beitrag der demokratischen Parteien zu Transparenz und Objektivität im Umgang mit der jüngeren Geschichte des hessischen Landesparlamentes hat bundesweiten Vorbildchar akter erlangt. Die Erforschung der hessischen Landesgeschichte und die Definition der konkreten Untersuchungsgegenstände und Forschungsdesiderate sollte daher auch künftig im Sinne der Forschungsfreiheit den Fachhistorikern überlassen bleiben“, so Caspar.

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