Erst die Bürger, dann die Partei

Ehemaliger Planungsdezernent Edwin Schwarz zum Stadtältesten ernannt

Edwin Schwarz
Edwin Schwarz
Frankfurter Neue Presse, 11. Oktober 2013 - Es gibt kaum einen Kommunalpolitiker, der länger im Amt war als er: Insgesamt 40 Jahre lang, von 1972 bis 2012, war der CDU-Politiker Edwin Schwarz (65) als Stadtverordneter und Magistratsmitglied tätig.

„Das Mandat wurde ihm mit der Zeit zur Lebensaufgabe“, würdigte ihn gestern Stadtverordnetenvorsteherin Bernadette Weyland (CDU). Zusammen mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ernannte sie Schwarz gestern zum Stadtältesten. Eine solche Ehrung, die unter anderem mit einem Ehrensold von 200 Euro monatlich verbunden ist, wird nur Politikern zuteil, die mindestens 20 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv waren. Schwarz hat diese Voraussetzung mehr als erfüllt. Von 1972 bis 1999 war er Stadtverordneter, danach bis März 2012 hauptamtliches Magistratsmitglied. Die meiste Zeit davon war er für die Planungspolitik zuständig.

Diese sei auch seine große Leidenschaft gewesen, sagte Weyland. Er habe eine „an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtete Planungspolitik“ betrieben. Schwarz habe Angriffe gegen ihn, die oft auch persönlicher Natur gewesen seien, mit großer Ruhe ertragen. Das wichtigste Ergebnis seiner Amtszeit seien die Pläne für das Dom-Römer-Areal gewesen. Kurz vor seinem Ruhestand durfte Schwarz im Silogebiet noch den Bagger anlassen.

Schwarz räumte ein, dass ihm der Übergang von der aktiven Politik ins Pensionärsdasein nicht leicht gefallen sei. Wohl deshalb hat er die Gelegenheit, noch einmal im Plenarsaal das Wort zu ergreifen, gerne wahrgenommen. Er gab den Stadtverordneten zwei Ratschläge mit auf den Weg: „Dienen Sie den Bürgern unserer Stadt und dann erst Ihrer Partei.“ Er habe den Eindruck, dass es manchmal umgekehrt sei. Zweitens empfehle er, nach der Sachlage zu entscheiden und nicht danach, wer einen Vorschlag gemacht hat. Weyland hatte zuvor betont, dass Schwarz’ Rat weiterhin willkommen sei. Mal sehen, ob er auch beherzigt wird.

Von Günter Murr

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