Prof. Manfred Güllner bei der MIT Frankfurt: "Die CDU sollte auf Nichtwähler setzen."

(v.l.:) Joachim Gres, MIT-Vorsitzender, und Prof. Manfred Güllner, Geschäftsführer forsa
(v.l.:) Joachim Gres, MIT-Vorsitzender, und Prof. Manfred Güllner, Geschäftsführer forsa
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. April 2013 - Diskussion der Mittelstandsvereinigung im Literaturhaus

Die CDU müsse sich auf ihre Kernthemen konzentrieren, um bessere Wahlergebnisse zu erzielen. Das ist das Fazit einer Diskussion der Mittelstandsvereinigung am Montagabend im Neuen Literaturhaus. Eingeladen hatte der Arbeitgeberflügel der Partei den Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitut Forsa, Manfred Güllner. Er sprach zum Thema „Die CDU in Stadt und Land im Urteil der Wähler“. Gekommen waren etwa 50 Gäste, viele von ihnen Kommunalpolitiker.

Güllner machte den Zuhörern Mut. Unter den Nichtwählern gebe es ein Reservoir ehemaliger CDU-Wähler, außerdem weitere Bürger, die das Vertrauen in die Politik verloren hätten. Beide gelte es zu gewinnen. Um das zu schaffen, dürfe die Partei nicht auf „Zeitgeist- und Modethemen“ wie die Energiewende setzen. Stattdessen solle sich die Partei zum Beispiel auf das Thema Sicherheit konzentrieren. Die Menschen beschäftige es stark, einen sicheren Arbeitsplatz und Sicherheit im Lebensumfeld zu haben. Statt den Kontakt zu den Wählern zu suchen und deren Wünsche zu erfragen, habe sich die CDU auf „populistische Ziele“ wie den Ausstieg aus der Atomenergie eingelassen. Mit dem Kurswechsel nach dem Reaktorunfall in Fukushima Mitte März 2011 habe man Wähler enttäuscht, sagte Güllner. Während Anfang März 28 Prozent angegeben hätten, unzufrieden mit der Arbeit der existierenden Parteien zu sein, seien es nach Fukushima 35 Prozent gewesen.

In einer weiteren Studie habe die mit 73 Prozent größte Gruppe als Grund für das Nichtwählen angegeben, die Abgeordneten hätten kein Ohr für ihre Schwierigkeiten, sagte Güllner weiter. Bei der vergangenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen seien 30 Prozent der vormaligen CDU-Wähler zu Hause geblieben, weil sie nicht mit dem eigenen Kandidaten Norbert Röttgen einverstanden gewesen seien. CDU-Anhänger seien eher „leise“ und würden in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen. Während 40 Prozent der Grünen-Wähler schon an Protesten teilgenommen hätten, seien es nur sechs Prozent der CDU-Wähler. sast.

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