Steinbach: Nationaler Gedenktag für Vertreibung Deutscher aus Ungarn ist mehr als eine große Geste

Erika Steinbach MdB
Erika Steinbach MdB
Berlin/Frankfurt am Main, 11. März 2013 - Am kommenden Montag findet die Gedenkstunde zu Ehren der aus Ungarn vertriebenen Deutschen im ungarischen Parlament statt. Dazu erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Erika Steinbach:
 

"Der 19. Januar erinnert nun jährlich als nationaler Gedenktag der Vertreibung der Deutschen aus Ungarn. Durch den einstimmigen Beschluss der im ungarischen Parlament vertretenen Parteien geht Ungarn wiederholt unter den Ländern, aus denen Deutsche nach 1944 vertrieben wurden, mit der Aufarbeitung dieser Menschenrechtsverletzung voran. Das ist mehr als eine großartige menschenrechtliche Geste.

Auch die ungarische Bevölkerung wertet die Vertreibung der Deutschen, die mit dem Datum ihres Beginns, dem 19. Januar 1946, für Ungarn verbunden ist, als ein Verbrechen. Bis zu 15 Millionen Deutsche wurden am Ende des Zweiten Weltkrieges aus Mittel- und Osteuropa zwangsausgesiedelt. Viele von ihnen kamen dabei ums Leben.

Die Aufarbeitung des Verbrechens der Vertreibung an ca. 250.000 Ungarndeutschen begann von ungarische Seite sofort nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1990 und setzte sich mit der Entschuldigung für die Vertreibung 1995, der Einrichtung einer Landesgedenkstätte im Jahr 2006 und der Errichtung eines Denkmals in Budapest fort. An einer Gedenkkonferenz, die im Jahr 2007 im ungarischen Parlament durchgeführt wurde, nahmen auch der Bundestagspräsident Nobert Lammert und unsere menschenrechtspolitische Sprecherin, Erika Steinbach teil.

Die am kommenden Montag stattfindende Gedenkstunde und feierliche Übergabe des Parlamentsbeschlusses durch den Präsidenten des Ungarischen Parlaments, Laszlo Köver an Bundestagspräsident Norbert Lammert sind Ausdruck der seit langem bestehenden engen Zusammenarbeit mit den deutschen Vertriebenen und ein in die Zukunft weisendes Signal."

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