Hornung: Erziehungszeiten besser anerkennen - Altersarmut vorbeugen

Frauen-Union fordert Rentengerechtigkeit für ältere Mütter - Mütterrente noch vor der Bundestagswahl!

Sylvia Hornung, Kreisvorsitzende der Frankfurter Frauen-Union
Sylvia Hornung, Kreisvorsitzende der Frankfurter Frauen-Union
Frankfurt am Main, 11. März 2013. Eine bessere Anerkennung der Kindererziehungszeiten in der Rente für ältere Mütter soll noch vor der Bundestagswahl auf den Weg gebracht werden. Dies fordert die Frauen-Union Frankfurt a.M..

„Wir wollen Rentengerechtigkeit. Auch die Lebensleistung der Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, muss angemessen honoriert werden“, erklärte Kreisvorsitzende Sylvia Hornung anlässlich des Internationalen Frauentags, der weltweit am 8. März 2013 begangen wurde. Die Weichenstellung hierfür dürfe nicht wieder vertagt werden, sondern müsse noch in diesem Jahr erfolgen. Der auf Drängen der Frauen-Union im Dezember 2012 herbeigeführte Beschluss des CDU-Bundesparteitages für eine schrittweise Verbesserung der Anerkennung der Kindererziehungszeiten in der Rente für Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, sei ein wichtiger Etappensieg gewesen. „Jetzt geht es darum, diesen Beschluss zügig umzusetzen.“

 

Derzeit werden jungen Müttern drei Entgeltpunkte pro Kind in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet. Ältere Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern bekommen nur einen Entgeltpunkt. Die Frauen-Union fordert, dass sie zwei weitere Entgeltpunkte erhalten und gleichgestellt werden. Hornung skizzierte die finanziellen Auswirkungen: „Mütter, deren Kinder ab 1992 geboren wurden, bekommen ein Rentenplus von 84 Euro in den westdeutschen und 75 Euro in den ostdeutschen Bundesländern, ältere Mütter dagegen nur 28 bzw. 25 Euro.“ Für diese unterschiedliche Behandlung gebe es keine stichhaltige Begründung. Die erbrachte Leistung sei in beiden Fällen gleich.
 

Die Kreisvorsitzende gab weiterhin zu bedenken, dass älteren Müttern die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefehlt hätten. „Als ihre Kinder klein waren, gab es keinen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, kein Elterngeld, keine dreijährige Erziehungszeit mit Rückkehrgarantie, keine Hortbetreuung und keine Ganztagsschulen.“ In dieser Situation hätten sich viele Mütter für eine längere berufliche Unterbrechungszeit zur Erziehung ihrer Kinder entschieden. Mit der Entscheidung für Kinder hätten diese älteren Mütter einen wesentlichen Beitrag für die umlagefinanzierte Rentenversicherung geleistet. „Lebensleistung bedeutet nicht nur Erwerbsarbeit, sondern auch Erziehung der Kinder. Diese Leistung muss endlich stärker anerkannt werden, auch damit Altersarmut verhindert wird“, forderte Hornung.
 

„Derzeit beziehen Frauen im Durchschnitt um 60 Prozent geringere Renten als Männer.“ Die Entgeltlücke von rund 22 Prozent zwischen den Erwerbseinkommen von Frauen und Männern finde ihre Fortsetzung im Alter durch die Rentenlücke. Heutige Rentnerinnen bekommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen und privaten Altersversicherung durchschnittlich eine eigene monatliche Rente von 645 Euro. Rentner kommen demgegenüber auf ein eigenes Alterssicherungseinkommen von durchschnittlich 1595 Euro. Die Ursachen für die Rentenlücke seien in den unterschiedlichen Lebensverläufen von Frauen und Männern zu suchen.

Gerade ältere Frauen hätten lange familienbedingte Lücken im Erwerbsverlauf. Kindererziehung bedeutet für Frauen nicht nur Unterbrechung der Erwerbstätigkeit, sondern häufig auch langjährige Teilzeitarbeit und geringere Aufstiegschancen im Beruf. Dies habe geringere Erwerbseinkommen und geringere Rentenanwartschaften zur Folge. Die CDU-Politikerin verweist auf eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, nach der sich 69 Prozent der Bürgerinnen und Bürger dafür aussprechen, Erziehungsleistung in der Rente besser zu berücksichtigen, um zu mehr Familiengerechtigkeit zu kommen.

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