Becker: Weg mit dem Stempel Migrationshintergrund

Integration braucht Leitplanken

Stadtrat Uwe Becker, Kreisvorsitzender der Frankfurter CDU, Stadtkämmerer
Stadtrat Uwe Becker, Kreisvorsitzender der Frankfurter CDU, Stadtkämmerer
Frankfurt am Main, 20. September 2012. „Unsere Stadt wächst und damit wachsen auch die Anforderungen an unsere Integrationspolitik. Wir sollten erreichen, dass möglichst viele Frankfurterinnen und Frankfurter, die noch keinen deutschen Pass haben, sich zu unserem Land bekennen und sich mit Überzeugung einbürgern lassen.

Dazu gehört, dass wir klare Erwartungen an das Zusammenleben formulieren, Integration auch einfordern, Hilfestellungen anbieten und manch veralteten Integrationszopf abschneiden. Wer sich mit Freude einbürgern lässt und sich zu Deutschland bekennt, dem sollten wir nicht fortdauernd den Stempel ´Migrationshintergrund´ aufdrücken. Wie soll sich jemand als wirklich angekommen und aufgenommen fühlen, wenn noch dessen Kinder und Enkelkinder als ´Deutsche mit Migrationshintergrund´ tituliert werden. Hier müssen wir konsequent sein und den Stempel ´Migrationshintergrund´ endlich abschaffen“, so äußerte sich der Kreisvorsitzende der Frankfurter CDU, Uwe Becker, heute zur Integrationspolitik in der Stadt Frankfurt.

 

Becker nahm die aktuelle Beratung des Frankfurter Integrationsmonitorings und den Ausblick auf die im Oktober anstehenden interkulturellen Wochen in Frankfurt zum Anlass, klare Erwartungen zur weiteren Ausgestaltung der Frankfurter Integrationspolitik zu formulieren. „Frankfurt ist nicht nur finanziell, sondern auch deshalb eine reiche Stadt, weil hier über 170 Nationen friedlich zusammenleben. Frankfurt ist die internationalste Stadt in Deutschland und schon aus seiner Geschichte heraus sind Wirtschaft und Handel unserer Metropole eng mit einer bunten Stadtgesellschaft verbunden und dies ist gut so. Die kulturelle Vielfalt stellt auch den kulturellen Reichtum unserer Stadt dar“, erklärte Becker.
 

„Zu einem gedeihlichen Miteinander gehören aber auch klare Vorstellungen über das gesellschaftliche Zusammenleben, die für unsere Integrationspolitik der nächsten Jahre gerade mit Blick auf die weitere demografische Entwicklung von enormer Bedeutung sein werden. Hierzu gehört nicht nur die Einhaltung der geltenden Gesetze oder des Grundgesetzes, sondern auch die Betonung gesellschaftlicher Normen und Prinzipien wie Eigenverantwortung, Solidarität, Rücksichtnahme, Respekt und auch die Pflicht zur Integration. Unsere Gesellschaft fußt auf abendländischen Wertevorstellungen und den daraus abgeleiteten Prinzipien wie Freiheit, Verantwortung, Demokratie und Gleichberechtigung. Daraus leiten sich Rechte wie Pflichten ab. Wer sich für ein dauerhaftes Leben in Frankfurt entscheidet, muss sich danach ausrichten. Wer sich für ein dauerhaftes Leben in unserer Stadt entscheidet, muss als Elternteil dafür sorgen, dass die eigenen Kinder die deutsche Sprache lernen, muss sie auf ihrem Bildungsweg unterstützen und sie für einen offenen Zugang auf ihr nachbarschaftliches bzw. städtisches Umfeld motivieren.

Gleiches gelte auch für Einzelpersonen im eigenen Umgang mit unserer Stadtgesellschaft. Auch die aufnehmende Gesellschaft kann zu Recht Integrationswillen verlangen. Unser Land bietet wie kaum ein anderes Land der Welt hervorragende Chancen der persönlichen und beruflichen Entwicklung von jungen Menschen und fördert diese mit einem umfangreichen Angebot an Sozial- und Bildungsprogrammen. Man muss diese Chancen nur aktiv ergreifen und sich engagieren. Viele Zuwanderer engagieren sich genau in diesem Verständnis, andere müssen wir noch deutlicher dazu motivieren, wir müssen sie noch stärker in die Pflicht nehmen“, so Becker. Integration bedeute auch, sich einzubringen und nicht abzukapseln. Unsere Integrationspolitik müsse dies in den nächsten Jahren noch stärker als bisher auch einfordern und natürlich dafür auch dort, wo geboten, die notwendigen Hilfestellungen bieten. Hier seien gerade berufsfördernde Programme wie z.B. das jüngst von Sozialdezernentin Dr. Daniela Birkenfeld vorgestellte 5-Mio.-Programm zur Förderung von Langzeitarbeitslosen oder auch Programme, die gezielt auf einen erfolgreichen Schulabschluss hinarbeiteten, wichtige Elemente.
 

„Programme wie „Mama lernt Deutsch“ zielten zwar schon in der Vergangenheit darauf ab, das elterliche Umfeld in die Pflicht zur Integration auch jüngerer Generationen zu nehmen. Doch wenn wir feststellen, dass junge Frankfurter, die hier aufgewachsen sind, die eine offene Stadt erfahren haben, als Salafisten auf der Zeil den Koran verteilen, müssen wir uns fragen, was hier schiefgelaufen ist. Und wir müssen noch konsequenter handeln und unsere bisherigen Angebote von den Kindergärten über die Schulen bis in die Stadtteilarbeit hinein weiter entwickeln. Integration braucht Leitplanken. Vielfalt muss als Vielfalt in Gemeinschaft verstanden werden, in der es ein Miteinander der unterschiedlichen Kulturen und kein Neben- oder Gegeneinander geben darf. Die eigenen kulturellen Wurzeln pflegen zu können und sich gleichzeitig aber den kulturellen Gegebenheiten unserer aufnehmenden Gesellschaft anzupassen, ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration“, so Becker weiter.
 

„Als Frankfurter CDU wollen wir jenen noch klarer die Hand reichen, die sich erfolgreich integriert haben, wir wollen jene auf ihrem Weg unterstützen, die sich integrieren wollen, jene auffordern, ihren eigenen Beitrag zur Integration noch stärker zu leisten, die sich noch zurückhalten und jenen noch konsequenter begegnen und entgegentreten, die gegen ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen in unserer Stadt arbeiten. Dort wo sich gesellschaftliche Strukturen nebeneinander entwickeln, müssen wir auf ein stärkeres Aufeinanderzugehen hinwirken. Dies bezieht die Kooperation von Vereinen und damit die Schaffung von ´Orten der Begegnung, des Austauschs und des Kennenlernens´ ein. Dies werden wir auch in die Fortentwicklung der Integrationspolitik unserer Stadt einbringen“, so Becker abschließend.
 

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