Heuser: Lufthansa handelt mit Klageverzicht klug

CDU-Fraktion informierte sich am Flughafen über Verbesserungen beim Lärmschutz

Helmut Heuser, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Helmut Heuser, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Frankfurt am Main, 23. August 2012 - Der Vorsitzende der CDU-Fraktion Frankfurt am Main, Helmut Heuser, hat den erklärten Verzicht der Lufthansa, auf dem Klageweg Ausnahmen vom Nachflugverbot zu erreichen, sowie die zum kommenden Winterfahrplan angekündigte Verlegung der letzten Startzeit von 22.30 Uhr auf 22.15 Uhr ausdrücklich begrüßt.

„Es ist für das öffentliche Ansehen und die betriebliche Planungssicherheit der Lufthansa klug, die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts nicht anzufechten und die Planklarstellung der Landesregierung zu akzeptieren. Das jetzt dokumentierte Vorgehen der Fluglinie trägt nicht nur zur Rechtssicherheit bei, es zeugt auch von einem hohen Maß an Verantwortungsbewusstsein des Konzerns gegenüber den von Fluglärm stark betroffenen Bevölkerungsteilen in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet. Die Verlegung der letzten Starts hilft nicht nur, das Nachtflugverbot einzuhalten, sondern bedeutet für die Lufthansa-Flüge sogar ein Vorziehen der Nachtruhe auf 22.30 Uhr“, sagte Heuser.


Um sich über den aktuellen Stand der Verbesserungen beim Lärmschutz zu informieren, traf sich die CDU-Fraktion gestern am Flughafen zu Gesprächen mit Fraport und Lufthansa. Dabei zeigte sich Heuser nach der Diskussion mit dem Vorstandsvorsitzenden der Fraport AG, Dr. Stefan Schulte, zunächst erfreut über die 2012 deutlich steigenden Passagierzahlen. So sei die Zahl der Fluggäste bis zum Juni gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent, im Juni selbst sogar um 5,4 Prozent gestiegen. „Weit über 27 Millionen Passagiere haben in diesem Jahr schon den Flughafen genutzt und belegen die ungebrochene Drehkreuzfunktion von Frankfurt am Main im Luftverkehr“, so Heuser.

Die gegenüber anderen Weltflughäfen in Europa wie Paris-Charles de Gaulles und London-Heathrow oder gegenüber nachziehenden Konkurrenten wie Istanbul-Atatürk ungebrochen starke Auslastung des Rhein-Main-Flughafens sichere Arbeitsplätze in der Region in fünfstelliger Höhe. So dokumentiere zum Beispiel die aktuelle Zahl von 84.000 Flughafenausweisen, wie viele Beschäftigte tatsächlich am Airport arbeiten. „Wer am Flughafen dauerhaft oder projektbezogen tätig ist, muss einen solchen Ausweis tragen. Allein 55.000 Ausweise sind dabei für Beschäftigte aus dem Regierungsbezirk Darmstadt und 13.600 für Mitarbeiter aus Frankfurt am Main selbst ausgestellt. Das allein belegt die für den Wohlstand dieser Region wichtige Funktion des Flughafens als Jobmotor“, so der Fraktionsvorsitzende.

Heuser erinnerte daran, dass die CDU die Pläne zum Ausbau des Flughafens von Anfang an befürwortet habe. „Wir stehen zum Ausbau, denn mehr Kapazität bringt mehr Beschäftigung, Einkommen und Wirtschaftskraft“, unterstrich Heuser. „Wir stehen aber auch zum Mediationsergebnis und zum Nachtflugverbot, weil wir nicht wegdiskutieren können, dass circa 30.000 Einwohner im Frankfurter Süden seit Inbetriebnahme der neuen Landebahn stark von Fluglärm betroffen sind“, sagte der CDU-Politiker. Heuser erinnerte in diesem Zusammenhang an eine Kernforderung aus dem Aktionsprogramm der Frankfurter CDU „Frankfurter Süden schnell vom Fluglärm entlasten“ und gab seiner Erwartung Ausdruck, dass die Nutzung der Nordwestbahn nur bei vollständiger Auslastung des sonstigen Bahnensystems von Fraport weiter ernsthaft geprüft wird. „Wir halten Einschränkungen nach 22 und vor 6 Uhr für wichtig, damit der Frankfurter Süden Lärmpausen erhält. Das Leipziger Urteil hat nur 133 Flüge in den sogenannten Nachtrandstunden zugelassen. Diese könnten auch auf dem 3-Bahnen-System abgewickelt werden“, so Heuser.

Keinen Spielraum sieht der Fraktionsvorsitzende dagegen für eine Ausdehnung des generellen Nachtflugverbotes auf 22 bis 6 Uhr. „Jeder, der vorgibt, dies umsetzen zu wollen, wird an seinen Ankündigungen zu messen sein“, sagte Heuser. Die Nachtrandstunden seien essenziell, um die Verkehrsnachfrage gerade im Interkontinentalverkehr bedienen zu können. „Die Nachtrandstunden sichern und stärken die Drehkreuzfunktion des Flughafens. Frankfurt würde seine Stellung als führender Hub in Europa einbüßen, was einen massiven Arbeitsplatzabbau bei den Zulieferern und beim Flughafen selbst zur Folge hätte. Das wollen wir nicht“, betonte Heuser ausdrücklich noch einmal nach dem Gespräch der Fraktion mit dem Kaufmännischen Leiter Hub Frankfurt der Lufthansa, Markus Pauly.

Bei dem Informationsgespräch in der Lufthansa-Wartungshalle des Airbus A 380 legte die Fraktion ihr besonderes Augenmerk auf die Flottenmodernisierung, die der Luftfahrtkonzern weiter verstärkt, um Lärmemissionen zu mindern, eine weitere wesentliche Forderung aus dem Lärmschutz-Programm der Frankfurter CDU. So unterschritten bereits heute fast alle Flugzeuge der Kranichlinie die strengen Lärmgrenzwerte der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO, die seit 2006 für alle neuen Flugzeuge gelten. „Der A 380 und auch die neue Boeing 747-8 laufen um circa 30 Prozent leiser als vergleichbare Vorgängermodelle“, so Heuser.

Der Fraktionschef zeigte sich überzeugt, dass das von der Lufthansa bis 2018 angelegte Flottenmodernisierungsprogramm, mit dem 168 neue Flugzeuge mit effizienten und geräuscharmen Triebwerken in Dienst gestellt werden sollen, eine wesentliche Grundlage ist für einen leiseren Flugverkehr. Auch der lärmarme kontinuierliche Sinkflug, den der Luftfahrtkonzern am Frankfurter Flughafen praktiziere und dessen Ablauf der Chef-Pilot der Lufthansa, Kapitän Werner Knorr, der Fraktion anschaulich erläuterte, führe zu weniger Lärm, indem die Triebwerksleistung verringert werde.

Heuser gab sich abschließend zuversichtlich, dass sich die Kapazitätserweiterung des Frankfurter Flughafens für die Luftfahrtbranche günstig auswirken wird, bei diesem Wachstum aber auch die Interessen der Wohnbevölkerung in den von Fluglärm betroffenen Gebieten verantwortlich und ergebnisorientiert einbezogen werden. „Die Sicherung von Arbeit und Wohnqualität ist auch unser erklärtes Ziel“, so Heuser.

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