Bartelt: Klinikum Kassel kann Vorbild bei Versorgung schwerkranker Kinder sein

„Konzept für ambulante Palliativversorgung vorgestellt“

Dr. Ralf-Norbert Bartelt MdL
Dr. Ralf-Norbert Bartelt MdL
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 5. Juli 2012 - Der Arbeitskreis Sozialpolitik der CDU-Landtagsfraktion hat im Rahmen der Sommerbereisung das Klinikum in Kassel besichtigt. Im Fokus stand hierbei das Zentrum für Frauen- und Kindermedizin, das Ende letzten Jahres in Betrieb gegangen ist.

Das Land hatte sich mit 74 Millionen Euro an den Baukosten beteiligt. In dem modernen Zentrum arbeiten Kinderärzte verschiedener Fachgebiete eng zusammen und können so auch Kinder mit komplizierten, lebensbedrohenden Erkrankungen optimal versorgen. Doch auch die hochentwickelte Medizin kann nicht jede Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen heilen. Mehrere hundert Kinder in Nordhessen leiden an einer lebensbegrenzenden Erkrankung. Von ihnen versterben etwa 60 im Jahr. Viele verbringen ihre letzten Tage im Krankenhaus, da bisher keine ambulanten palliativmedizinischen Versorgungsstrukturen zur Verfügung stehen. Die dafür nötigen Strukturen wollen Kinderärzte des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikum Kassel nun aufbauen. Der sozial- und gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Dr. Ralf-Norbert Bartelt erklärte hierzu: „Wir können gut verstehen, dass die betroffenen schwerstkranken Kinder möglichst viel Zeit zu Hause und im Umfeld ihrer Familie verbringen wollen. Uns wurde hier ein gutes Konzept für eine ambulante Versorgung und damit einer umfassenden Familienbegleitung vorgestellt“.

Die Initiatoren der „Palliativversorgungfür schwerkranke und krebskranke Kinder in Nordhessen“, die Chefärztin der Kinderonkologie am Klinikum Kassel Privatdozentin Dr. Michaela Nathrath und der Kinderarzt Dr. Thomas Voelker informierten die Besucherinnen und Besucher über die Hintergründe und den aktuellen Stand des Vorhabens sowie über Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen. „Wir erleben eine große Spendenbereitschaft bei Privatpersonen und Unternehmen, für die wir sehr dankbar sind“, erklärte Dr. Nathrath ihren Gästen.

Seit dem Jahr 2007 haben Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankungen ein Recht auf eine ambulante Palliativversorgung. Dabei solle auch den besonderen Belangen von Kindern Rechnung getragen werden. Für die spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung (SAPPV) sind besonders ausgebildete Versorgungsteams nötig, die in Nordhessen so noch nicht bestehen. Zu ihnen gehören qualifizierte Kinderärztinnen – und -ärzte, Pflegefachkräfte sowie Fachkräfte für die Koordination der häuslichen Versorgung. Die Kinderärztinnen und -ärzte des Klinikums Kassel suchen nach Unterstützung für das Projekt. Sobald das ambulante Netz steht, werden die schwerkranken Kinder zu Hause versorgt. Ihre Eltern erreichen im Notfall rund um die Uhr einen Arzt oder eine Ärztin. Ein Pilotteam hat bereits einzelne Familien, zum Teil auf ehrenamtlicher Basis, betreut. Die Kinderärztinnen und -ärzte berichteten den Besuchern von sehr guten Erfahrungen. Bis dieses Angebot jedoch allen betroffenen Kindern in Nordhessen zur Verfügung steht, ist noch viel Arbeit nötig. „Im Kasseler Zentrum für Kinder- und Frauenmedizin engagiert man sich für die Entwicklung einer ambulanten Versorgungsstruktur. Wir haben großen Respekt vor der Leistung, die hier erbracht wird“, lobte Bartelt abschließend.

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