Kirchner: Interkulturelle Elternarbeit weiter ausbauen

CDU-Fraktion will Bildungserfolge junger Migrantinnen und Migranten besser fördern

Thomas Kirchner, Stadtverordneter, integrationspolitischer Sprecher der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Thomas Kirchner, Stadtverordneter, integrationspolitischer Sprecher der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Frankfurt am Main, 12. Juni 2012 - Die CDU-Fraktion Frankfurt am Main will die bildungsorientierte interkulturelle Elternarbeit verstärken.

 „Die erfolgreichen Ansätze müssen weiterentwickelt werden“, sagte der integrationspolitische Sprecher Thomas Kirchner zu dem heute vorgelegten Antrag seiner Fraktion. Außerdem soll das Netzwerk der beteiligten Institutionen im Sinne des Frankfurter Integrationskonzeptes ausgebaut werden. „Wir wollen die Multiplikatorenarbeit verbessern und die Anzahl der erreichten Familien aus den bereits definierten Zielgruppen vergrößern“, sagte der Stadtverordnete. Im Rahmen einer sozialräumlichen Orientierung solle zudem geprüft werden, ob einzelne Stadtteile besondere Berücksichtigung finden sollten.


„Bildung ist ein zentraler Schlüssel zur Integration“, so Kirchner weiter. Das beschlossene Integrationskonzept verwende dabei einen umfassenden Bildungsbegriff und stelle mit Recht fest, dass der Erwerb von Bildung von vielen Faktoren abhänge, nicht zuletzt von sozialen Netzwerken im Umfeld, einem Wissen über Rahmenbedingungen und Anforderungen, aber auch von geeigneter Ansprache und der Möglichkeit, sich Erfolg selbst zutrauen zu können. Das beschlossene Integrationskonzept verweise daher nachdrücklich auf den Ausbau von Familienarbeit (Handlungslinie 27). Es formuliere die Notwendigkeit, durch Unterstützung bei der Schul- und Berufswahl „nicht nur eine gut verlaufende Bildungskarriere zu erleichtern, sondern auch eine Stärkung des Selbstwertgefühls und der Identitätsbildung zu unterstützen“ (Handlungslinie 32). Kirchner zufolge seien diese Erkenntnisse auch in einer vor kurzem veröffentlichten Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung über „Muslimische Kinder und Jugendliche in Deutschland“ bestätigt worden.

„Die Studie belegt unter anderem, dass es eine Reihe von Gründen für die durchschnittlich geringeren Lernerfolge von Kindern aus Migrantenfamilien gibt. So spielen neben der sozialen Herkunft der Eltern auch kulturelle und interfamiliäre Ursachen eine nicht unerhebliche Rolle. Wir wollen, dass diese Eltern den sprachlichen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten ihrer Kinder im Vorschul- und Schulalter mehr Aufmerksamkeit schenken, damit die jungen Leute zu selbstbewussten, gebildeten und entscheidungsstarken Persönlichkeiten heranreifen“, so der CDU-Integrationspolitiker.

In Frankfurt am Main habe die Kommunalpolitik die Bedeutung der Elternarbeit frühzeitig erkannt und erfolgreiche Projekte eingeführt: Das Projekt „Ausbildungsorientierte Elternarbeit für Migrantenfamilien“ (AOE), das Lern- und Spielprogramm „HIPPY“, das Projekt „Mama lernt Deutsch“ und das Modellprojekt „mitSprache“. Geeignete Informationsmaterialien, etwa CDs, kämen nach Angaben Kirchners bereits mit gutem Erfolg zum Einsatz und hätten zu einer verstärkten Teilnahme von Eltern mit Migrationsgeschichte an schulischen Veranstaltungen sowie zu einer Erleichterung von Übergängen im Schulsystem beigetragen. „Diese Maßnahmen gilt es weiter zu entwickeln und effizienter zu gestalten, um die Zahl der Familien die damit erreicht werden, zu erhöhen“, so Kirchner abschließend.

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