Heuser/Cunitz: Europaviertel erhält hoch attraktiven Stadtbahnanschluss

Koalitionsfraktionen machen Vorgaben für eine teilweise oberirdische Streckenführung

Helmut Heuser, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Helmut Heuser, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Frankfurt am Main, 20. Januar 2012 - Die Fraktionen von CDU und Grünen im Römer stellen einen gemeinsamen Antrag für eine teilweise oberirdische Führung der geplanten Stadtbahn zur öffentlichen verkehrlichen Erschließung des Europaviertels.

Wie die Vorsitzenden der beiden Fraktionen, Helmut Heuser und Olaf Cunitz, mit Blick auf die Mitteilung von Verkehrsdezernent Stadtrat Stefan Majer und die Medienberichte in den vergangenen Tagen noch einmal betonten, werde die neue Stadtbahn aus Kostengründen nicht wie ursprünglich geplant unterirdisch verlaufen können. „Wir wissen, dass dies nur die zweitbeste Variante ist. Aber nichtsdestotrotz wird die Stadtbahn Europaviertel eine hoch attraktive Nahverkehrsverbindung sein. Sie bringt für die zukünftigen Bewohner auch mit einer teilweisen oberirdischen Trassenführung schnelle Mobilität“, sagten Heuser und Cunitz.

 
Die 2011 durch den Magistrat auf Basis des Vorplanungsbeschlusses weiter vertieften Planungen hätten nach den Worten der Fraktionsvorsitzenden ergeben, dass für den Bau einer durchgängig unterirdisch geführten Stadtbahn im Europaviertel mit Gesamtkosten in Höhe von über 260 Mio. Euro zu rechnen wäre. Auch hätten die Zuschussgeber – Bund und Land – zu verstehen gegeben, dass sie die komplett unterirdische Stadtbahnführung für verkehrlich nicht notwendig erachten und eine vollumfängliche Förderung hierfür nicht zu gewähren bereit sind. „Angesichts der angespannten städtischen Haushaltslage macht dies eine deutliche Kostenreduzierung notwendig“, so Heuser und Cunitz.
 
Eine Lösung zur Senkung der Kosten bei einer weiterhin hohen Erschließungsqualität des Europaviertels durch den ÖPNV bestehe nach Auffassung der beiden Fraktionen in einer teilweisen oberirdischen Führung der Stadtbahn im Anschluss an die Station Güterplatz. „Dabei werden von den vier im Europaviertel vorgesehenen Stadtbahnstationen ausschließlich die Station ‚Güterplatz‘ unterirdisch hergestellt. Die sich in Richtung Westen anschließenden Stationen ‚Emser Brücke‘, ‚Europagarten‘ sowie ‚Wohnpark‘ werden in Mittellage des Europaboulevards oberirdisch gebaut“, kündigten Heuser und Cunitz an. Die oberirdischen Stationen seien deutlich kostengünstiger und schneller herstellbar und böten im Hinblick auf Erreichbarkeit und soziale Kontrolle Vorteile. „Im Bereich des Europagartens bleibt es aber bei einer unterirdischen Trassenführung der Stadtbahn, gemeinsam mit dem Autoverkehr in einem Tunnel. Die Planung des Europagartens, einschließlich der Spielplätze und des Cafés bleibt unverändert“, bekräftigten die Fraktionsvorsitzenden.
 
Damit der städtebauliche Reiz des Europaviertels uneingeschränkt erhalten bleibt, sollen nach dem Willen der Koalitionsfraktionen bei der Erstellung des Antrags nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, des Planfeststellungsantrags und der Bau- und Finanzierungsvorlage weitere flankierende Maßnahmen berücksichtigt werden. So gebe der Antrag dem Magistrat auf, eine direkte Öffnung der oberirdischen Haltestellen hin zu den begleitenden Gehwegen zu planen. Außerdem soll die Stadtbahn auf einem echten Rasengleis fahren verbunden mit einem Verzicht auf straßenbegleitende Zäune. „Die bestehenden Gleise in der Friedrich-Ebert-Anlage und auf dem Riedberg sind überzeugende Beispiele für diese Lösung. Dazu muss die maximale Geschwindigkeit der Stadtbahn allerdings von 70 auf 50 km/h begrenzt werden. Dieser kleine Zeitverlust wird aufgewogen durch einen für Stadtteil-Passanten sicheren Gleisbetrieb und durch die stadtgestalterischen Vorteile“, verdeutlichten Heuser und Cunitz.
 
Das Einsparpotential dieser Variante liege gegenüber einer durchgängig unterirdisch geführten Stadtbahn bei rund 80 Mio. Euro. „Für eine durchgehend unterirdische Trassenführung müsste die Stadt Frankfurt diesen Betrag zusätzlich zu den bei der Stadt verbleibenden Finanzierungsanteilen komplett aus eigenen Haushaltsmitteln finanzieren. Das ist ohne gravierende Einschnitte bei anderen Verkehrsprojekten derzeit nicht möglich. Das Europaviertel braucht aber nicht erst in ferner Zukunft eine leistungsfähige Schienenerschließung. Diese soll der nun auf den Weg geschickte Antrag sicherstellen, der am 1. März 2012 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden soll. Indem der Magistrat dann bereits im Mai diesen Jahres den GVFG-Antrag einreichen und im Sommer die Planfeststellung einleiten kann, stellt die Koalition auch in Zeiten knapperer Kassen erneut ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis. Wir sind zuversichtlich, dass dann der Baubeginn schon im Herbst 2013 erfolgt“, so Heuser und Cunitz abschließend.

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