Steinbach: Warum ich für eine begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) bin

Erika Steinbach MdB
Erika Steinbach MdB
Berlin/Frankfurt am Main, 6. Juli 2011. „Mein Votum zu Gunsten einer PID, bei der medizinische, rechtliche und ethische Fragen umfassend gewürdigt werden, ist auf die besondere Beachtung der konkreten Lebenssituation der betroffenen Eltern abgestellt, die sich in einer existentiellen Notlage befinden.

Einige von ihnen haben bereits die Situation von Tot- oder Fehlgeburten durchlebt und durchgestanden.

 
PID sollte in zwei Fällen nach einer umfassenden Beratung und einem positiven Votum einer Ethikkommission möglich sein:
 
- wenn das hohe Risiko besteht, dass die Eltern bzw. ein Elternteil eine erbliche Vorbelastung weitergeben.
- wenn aufgrund einer schwerwiegenden genetischen Schädigung des Embryos mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Tot- oder Fehlgeburt droht.
 
Nachdem der Bundesgerichtshof im vergangenen Jahr die Zulässigkeit der PID unter klaren Voraussetzungen bejaht hat, haben sich der Deutsche Ethikrat, der Deutsche Ärztetag und die Nationale Akademie der Wissenschaften für die PID ausgesprochen. Vorherrschende Auffassung war dabei auch, dass ein Totalverbot der PID zu gravierenden Wertungswidersprüchen in unserer Rechtsordnung führen würde.
 
Hierbei sollten meines Erachtens auch ein schwerwiegender Schwangerschaftskonflikt bzw. eine Fehl- oder Totgeburt und die damit verbundenen Gefahren für die seelische und körperliche Gesundheit der Frau im Vorfeld vermieden werden. Die Rechte der Frau zu schützen und doch so behutsam wie möglich mit dem werdenden Leben umzugehen - indem spätere Abtreibungen verhindert werden - sollte nach meiner Auffassung Bemühen des Gesetzgebers sein.
 
In der Anhörung des Deutschen Bundestages zur PID wurde zudem deutlich, dass eine Zulassung der PID in engen Grenzen am besten geeignet ist, damit die verfassungsrechtlichen Prinzipien wie Würdeschutz, Gesundheitsschutz und das Verhältnismäßigkeitsgebot angemessen berücksichtigt werden können.“
 

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