Gunter Matthei war ein überzeugter Demokrat und leidenschaftlicher Sozialpolitiker

CDU-Fraktionsvorsitzender würdigt den verstorbenen Stadtältesten

Frankfurt am Main, 14. Juni 2011 - Der langjährige CDU-Stadtverordnete und Stadtälteste Gunter Matthei ist am Pfingstmontag nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren gestorben. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Heuser würdigte seinen ehemaligen Fraktionskollegen als überzeugten Demokraten und leidenschaftlichen Sozialpolitiker.

Gunter Matthei ist 1968 in die CDU eingetreten und war über 20 Jahre, von 1972 bis 1993, Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Er gehörte dem Ausschuss für Jugend und Soziales sowie dem Gesundheitsausschuss an. „Sein besonderes Interesse galt stets der Lösung sozialer Fragen. Die Zukunft der Jugendlichen lag ihm dabei besonders am Herzen“, sagte Heuser. Für die jungen Leute habe er sich als Vorstandsmitglied, Mitglied und Pfleger zahlreicher sozialer Vereine, Verbände und Stiftungen engagiert. Besonders wichtig sei ihm dabei seine Tätigkeit für die Interessengemeinschaft zur Förderung der Jugendarbeit in der Nordweststadt e.V. gewesen, so Heuser.
 
Der gebürtige Berliner Gunter Matthei kam 1965 nicht nur aus beruflichen Gründen von der Spree an den Main. Zuvor hatte er bewegende Jahre im geteilten Berlin erlebt. Das SED-Regime war ihm und seiner Familie nicht freundlich gesonnen. Zwischenzeitlich nach West-Berlin gekommen, konstruierte der gelernte Uhrmachermeister nach dem Mauerbau in einjähriger Nachtarbeit mit Hilfe eines Freundes ein Mini-U-Boot, fuhr nachts durch den Wannsee ans Ostufer und verhalf damit 1963 vier DDR-Bürgern zur Flucht in den Westen. „Diese Episode zeigt: Freiheit und Demokratie waren dem Verstorbenen ein sehr hohes Gut“, so Heuser. Im Westen angekommen habe sich Matthei deshalb bald parteipolitisch engagiert, als Stadtverordneter und als Vorsitzender der CDU-Bezirksgruppe im Frankfurter Stadtteil Rödelheim/Hausen, der ihm zunächst zur zweiten Heimat wurde.
Der Stadtälteste war Träger der Römerplakette in Bronze, Silber und Gold sowie Inhaber des Bundesverdienstkreuzes am Bande. „Gunter Matthei hat sich mit großem Nachdruck für unseren demokratischen Rechtsstaat und das Gemeinwohl engagiert.

Das war für ihn persönlich nicht immer leicht und mit einigen beruflichen Nachteilen verbunden. Viele kannten ihn als verlässlichen und über Parteigrenzen hinweg geschätzten Kommunalpolitiker. In der Frankfurter Sozialpolitik hat er Spuren hinterlassen. Politisch tätig zu sein, betrachtete er so lapidar wie überzeugend als Bürgerpflicht. An ein Vorbild wie ihn wird sich die Frankfurter CDU stets mit besonderer Anerkennung erinnern. Wir trauern um einen guten Freund und Weggefährten“, so Heuser abschließend.  

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