Heuser: Wir erwarten weitere Zusagen der Deutschen Annington

CDU-Fraktion begrüßt angekündigtes Hausmeister-Pilotprojekt

Helmut Heuser, Spitzenkandidat der Frankfurter CDU
Helmut Heuser, Spitzenkandidat der Frankfurter CDU
Frankfurt am Main, 18. März 2011 - Der Vorsitzende der CDU-Fraktion Frankfurt am Main, Helmut Heuser, hat ein erstes Zwischenergebnis aus den Gesprächen mit der Geschäftsbereichsleitung Süd-Südwest der Deutschen Annington GmbH hinsichtlich der Wohnraumbewirtschaftung
in den Frankfurter Siedlungen des Unternehmens mitgeteilt.

Anlass für die Unterredung mit Geschäftsführer Gerhard Faltermeier hatte vor zwei Wochen ein Ortstermin der CDU-Fraktion im Stadtteil Nordweststadt gegeben, bei dem zahlreiche Mieterinnen und Mieter Beschwerde über die private Wohnungsgesellschaft führten, sie sei für Mieterbelange schlecht erreichbar, lasse die Immobilien verkommen und kümmere sich nicht ausreichend um eine geregelte Müllentsorgung auf ihren Liegenschaften.

„Die Gespräche waren fruchtbar und anscheinend bewegt sich bei der Annington auch etwas“, zeigte sich Heuser optimistisch. Als wichtigstes Gesprächsergebnis ließ der Fraktionsvorsitzende verlauten, dass das Wohnungsunternehmen ein Pilotprojekt zur Wiedereinführung von Hausmeistern in der Fläche plane. Von dieser Maßnahme verspreche sich die Deutsche Annington einen deutlich besseren Service und durch einen festen Ansprechpartner vor Ort auch eine bessere Akzeptanz bei ihren Mietern.


„Das ist genau das, was in den Quartieren seit der Privatisierung der Wohnungen fehlt: ein örtlicher zuverlässiger Kümmerer, der bei den Mietern bekannt und schnell vor Ort ist, wenn es Probleme im Haus gibt“, so Heuser. Einen Zeitplan für das Pilotprojekt habe das Unternehmen noch nicht genannt, um aber das Hausmeister-Problem kurzfristig zu verbessern, seien die Verträge mit den aktuellen Dienstleistern nachverhandelt worden. Nach Mitteilung des Fraktionsvorsitzenden habe die Deutsche Annington zugesagt, dass binnen zwei bis drei Wochen in allen Quartieren in Frankfurt am Main ein Aushang mit dem Bild des Hausmeisters, seinen Aufgaben und seiner Mobilfunknummer zur Verfügung steht. Außerdem müssten die Hausmeister zukünftig „haarscharf“ über ihre Arbeit mit einem sogenannten Bautagebuch buchführen.

Ebenso sollen die beauftragten Reinigungsfirmen bezüglich ihrer vertraglichen Verpflichtungen besser kontrolliert werden. Erfreut zeigte sich der Fraktionsvorsitzende über die Zusage der Deutschen Annington, dass auch für die Nordweststadt eine Kooperation mit der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, unter anderem zur Verbesserung der Müllstandplatzbewirtschaftung, aufgenommen wird. „Das halten wir für unverzichtbar, um zukünftig das Müll- und das Sperrmüllproblem auf diesen Liegenschaften ein für alle mal zu lösen“, sagte Heuser. Ein gutes Zeichen sei auch die aufgrund des Ortstermins bereits beauftragte Einzäunung des Müllstandplatzes am Haus Gerhart-Hauptmann-Ring 314, dem größten Wohngebäude des Unternehmens in der Nordweststadt.

„Es ist uns zugesagt worden, dass alle Mieter selbstverständlich einen Schlüssel erhalten. Wenn sich die Maßnahme bewährt, wovon wir ausgehen, dann sollen weitere Einzäunungen in der Nordweststadt folgen“, teilte Heuser mit. Es sei im Interesse von Sauberkeit und Ordnung in den Häusern auch zu begrüßen, dass die Deutsche Annington jetzt auf die Beschwerden reagiert und alle Mietparteien auffordern wird, privaten Sperrmüll aus den Gemeinschaftsräumen unverzüglich zu entfernen. Außerdem werde dafür gesorgt, dass die Sperrmülldaten der FES-Siedlungsabfuhr überall am „Schwarzen Brett“ aushängen. Bezüglich der Instandhaltung von Wohngebäuden konnte Heuser nur einen ersten
Teilerfolg vermelden. So würde im Haus Gerhart-Hauptmann-Ring 9 eine überfällige Badsanierung vorgenommen und am Haus Gerhart-Hauptmann-Ring 314 die total marode Briefkastenanlage erneuert. „Das ist zugesagt und soll in den nächsten Wochen geschehen. Wir sind aber nicht zufrieden mit der Haltung der Deutschen Annington zu den sichtbar notwendigen baulichen Erhaltungsmaßnahmen“, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Zu den aufgrund des Ortstermins bei der Deutschen Annington eingereichten Mängellisten aus den Wohnhäusern Heilmannstraße 54-68 (Wände und Bodenbeläge in Treppenhäusern seit 30 Jahren nicht gestrichen/erneuert), Gerhart-Hauptmann-Ring 1-5 (mangelhafter Zustand von Fenstern, Holzrahmen mit Einfachverglasung) sowie Gerhart-Hauptmann-Ring 284-286 (Zustand der Laubengänge mit Ausbreitung von Schimmelpilzen und herunterfallende Farbplacken, Linoleum-Fußboden im Aufzug seit 43 Jahren nicht erneuert, lose Dämmplatten an der Decke der Kellergänge, bemalte Außenwände, Briefkästen und Klingelleisten seit Jahrzehnten nicht erneuert, letzte Fassadenrenovierung 1987) habe das Wohnungsunternehmen im Einzelnen nicht Stellung genommen, sondern lediglich pauschal auf die hohen Kosten einer Außensanierung nach Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009 verwiesen, deren Umlage auf die Wohnungsmietpreise nicht sozialverträglich sei.

„Diese Argumentation kann ich nicht nachvollziehen. In Frankfurt wenden wir die EnEV an, weil wir uns als Stadt für unsere Bauprojekte selbst dazu verpflichtet haben. Die Annington ist eine private Gesellschaft, die folglich die Anforderungen der EnEV nicht erfüllen muss“, so Heuser. Nur falls eine wertsteigernde oder energiesparende Sanierung durchgeführt werde (zum Beispiel an der Fassade oder bei den Fenstern), könne der Aufwand mit bis zu 11 Prozent pro Jahr auf die Mieter umgelegt werden. „Reparaturarbeiten, die nur werterhaltend sind, etwa in Treppenhäusern, Kellergängen usw., können nicht weitergereicht werden. Eigentum verpflichtet! Deshalb erwarten wir hier weitere Zusagen der Deutschen Annington“, so Heuser. Unter dem Strich zog Heuser dennoch eine positive Bilanz der ersten Gesprächsrunde. „Es bringt etwas, nicht nur über die Deutsche Annington, sondern auch mit ihr zu reden. Wir haben deshalb mit der Regional-Geschäftsführung vereinbart, uns im Frühsommer wiederzutreffen“.

Heuser bedankte sich bei den Wohnungsmanagern für die offene Gesprächsbereitschaft und forderte die Mieter in den Liegenschaften des Unternehmens auf, der CDU-Fraktion mitzuteilen, ob die angekündigten Maßnahmen umgesetzt wurden. Auch könnten sich die Mieter weiterhin an die Fraktion wenden, wenn es ungelöste Probleme oder Kontaktschwierigkeiten zum Wohnungsunternehmen gebe. „Wir wollen alles tun, um das Wohnen und das Wohnumfeld in großen Siedlungen wie der Nordweststadt zu verbessern. Mit dem Projekt des Quartiersmanagements hat die Politik hierzu einen Beitrag geleistet. Aber auch die Eigentümer der Liegenschaften sind gefragt. Die Nassauische Heimstätte geht mit gutem Beispiel voran. Deren wöchentliche Mietersprechstunde in der Nordweststadt ist ebenso vorbildlich wie das neue Service- und Begegnungszentrum für Senioren, das in Kooperation mit dem Frankfurter Verband betrieben wird. Für die Deutsche Annington gibt es hier in Frankfurt am Main noch Nachholbedarf“, so Heuser abschließend.
 

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