Heuser/Becker: CDU stellt sich der Verantwortung, beim Archäologischen Garten sachlich überzeugende Lösung zu finden

Stadtrat Uwe Becker, Stadtkämmerer
Stadtrat Uwe Becker, Stadtkämmerer
Frankfurt am Main, 13. Oktober 2010 - Der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Heuser und Stadtkämmerer Uwe Becker haben in der Debatte um die Überbauung des Archäologischen Gartens zur Sachlichkeit aufgerufen.

Wer wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling das Ringen um die beste Lösung innerhalb der Unionsfraktion mit den grausamen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bürgerkrieges in Bosnien-Herzegowina vergleiche, „der ist zynisch und geschmacklos und disqualifiziert sich selbst“, sagte Heuser. „Auf diesem Niveau lässt sich nicht ernsthaft diskutieren.“ Leider sei es nicht das erste Mal, dass sich Sozialdemokraten derart im Ton vergriffen. Die schlimme Äußerung der Frankfurter Bundestagskandidatin Ulli Nissen im SPD-internen Scherbengericht nach der gescheiterten Wahl von Andrea Ypsilanti zur Ministerpräsidentin über Carmen Everts, „der müßten die Beine abfaulen“, sei noch in unguter Erinnerung.

 
Heuser und Becker betonten zugleich, dass von einer generellen Abkehr von der Altstadt-Bebauung keine Rede sein könne. „Nicht die Finanzlage der Stadt veranlasst uns, noch mal grundsätzlich den Stadthaus-Bau zu überdenken, sondern die unbefriedigenden bisherigen Lösungsvorschläge“, sagte der Kämmerer. Wer behaupte, dies hätte man schon vor dem Architekten-Wettbewerb wissen müssen, besitze hellseherische Fähigkeiten, über die man in der CDU leider nicht verfüge, erklärte Fraktionschef Heuser. Was man jetzt beurteilen könne und müsse, seien die mehrfach überarbeiteten Entwürfe des Wettbewerbs. Dass darüber die Meinungen „auseinandergehen“, sei weder ein Drama, noch ein Zeichen von Zerrissenheit oder gar Führungslosigkeit der CDU, zeigten doch gerade die kritischen Reaktionen der Bürger auf den Wettbewerb, daß eine allseits zufriedenstellende Bebauung noch nicht gefunden sei. Vielmehr gehe es um eine äußerst schwierige und weitreichende Entscheidung über den sensibelsten Bereich der Altstadt, von der auch möglichst viele Bürgerinnen und Bürger überzeugt sein sollten. In der Sache, sowohl bezüglich der Größe des Stadthauses, als auch bezüglich dessen Nutzung, gebe es zudem in allen Fraktionen höchst unterschiedliche Ansichten.
 
Heuser und Becker hielten der SPD vor, „selbst am wenigsten als Kronzeuge für die Altstadt zu taugen“. Der Planungspolitik der SPD in den 60er Jahren habe man den Klotz des Technischen Rathauses zu verdanken. Und wenn es vor einem Jahrzehnt nach den Vorstellungen des damaligen SPD-Planungsdezernenten Martin Wentz und des heutigen SPD-Fraktionschefs Oesterling gegangen wäre, stünde heute dort ein Glasklotz mit Hotel und Büros, der höher wäre als das Haus am Dom. An den Wiederaufbau historischer Gebäude habe die SPD nicht eine Sekunde gedacht, „hier kritisiert ein Trittbrettfahrer aus der Perspektive eines Zuschauers, ohne jemals selbst grundlegende eigene Positionen zur Rekonstruktion der Altstadt zur Abstimmung gestellt zu haben. Das ist bequem, bringt aber in der Sache, und darum geht es, nicht voran“.
 
Scharf kritisierten Heuser und Becker, dass Stadtverordneten wie Frankfurterinnen und Frankfurtern von einzelnen Architekten mangels Expertenkenntnissen das Recht abgesprochen werde, sich an der Diskussion über die Altstadt zu beteiligen. „Das Herz unserer Stadt geht alle an“, erklärte der Kämmerer. Fraktionschef Heuser unterstrich, dass niemand die Arbeit der Architekten geringschätze. Letztlich habe der Auftraggeber „das Recht und die Pflicht, darüber zu entscheiden, ob ein Entwurf tatsächlich auch gebaut werde“.
 
„Wir wollen nicht mehr und nicht weniger, als dass sachlich und in aller Ruhe noch einmal erörtert wird, ob und in welcher Form der Archäologische Garten überbaut werden soll“, sagten Heuser und Becker. Dazu gehöre auch die Überlegung, den Archäologischen Garten und die angrenzenden wieder zu errichtenden Altstadt-Gebäude so zu gestalten, dass sie ein ansprechendes Ensemble bildeten. Wer meine, den Archäologischen Garten als „tiefen Krater“ hinter der Häuserzeile zum Krönungsweg bezeichnen zu müssen, der den Bau des Stadthauses erzwinge, der zeige lediglich, dass ihm die Bereitschaft und auch die Phantasie für eine bessere Lösung fehle.
 

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