Weyland: Schule wandelt sich vom Lern- zum Lebensort

CDU-Fraktion diskutiert Bildungspolitik / Forderung nach Ausbau von Jugendhilfe-Projekten

Dr. Bernadette Weyland
Dr. Bernadette Weyland
Frankfurt am Main, 10. September 2010 - Die CDU-Fraktion wird im Rahmen eines öffentlichen Fraktions-Forums am 14. September 2010 ihre Bildungspolitik für Frankfurt am Main zur Diskussion stellen.

In der Reihe „Frankfurter Horizonte“ lädt die Fraktion alle interessierten Bürgerinnen und Bürger ein, zusammen mit Experten – darunter der Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium – der Frage nachzugehen „Was brauchen unsere Kinder in der Schule?“. Nach Auffassung der bildungspolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion, Dr. Bernadette Weyland, sei dies die Ausgangsfrage, die in der Schulpolitik zu stellen sei. Ganztagsschulprogramme und variable Nachmittagsbetreuung gewährleisteten zwar zunehmend die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, allerdings stelle dies die Schulen vor gänzlich neue Herausforderungen. „Schule ist heute mehr denn je Lern- und zugleich Lebensort für die Schülerinnen und Schüler. Deshalb müssen nicht nur die Unterrichtsangebote stimmen, sondern auch die Raumprogramme und die Ernährungspläne für die Schulkantinen“, sagte die Stadtverordnete. Die Ausstattung der Schulen sei folglich eine Frage der richtigen Prioritätensetzung durch die Kommunalpolitik. Weyland stellte dazu, mit Blick auf die kommunale Zuständigkeit, vier für die CDU-Fraktion wichtige schulpolitische Forderungen auf:

 
Die CDU-Fraktion steht für Qualität in der Bildung. Das setzt moderne, ansprechende und funktionale Schulgebäude voraus. Denn die Menschen formen Gebäude und die Gebäude die Menschen. Die Koalition investiert in Frankfurt am Main bereits jedes Jahr über 100 Mio. Euro in zeitgemäße Schulanlagen. Wir wollen dieses hohe Niveau auch in Zukunft beibehalten, denn Schulen entwickeln sich zunehmend vom Lern- zum Lebensort. Ein langer Aufenthalt in den Schulen muss den jungen Menschen zur Entwicklung ihrer individuellen Persönlichkeit auch Platz und Raum für die Freizeitgestaltung geben. Dazu gehören nicht nur Sport- und spezielle Kursangebote, sondern z. B. auch Programme für Hausaufgaben- und Jugendhilfe. Die CDU-Fraktion setzt sich für neue moderne Raumprogramme ein, die dieses verwirklichen.
 
Die CDU-Fraktion steht für Bildungsvielfalt. Mit einem breit gefächerten Bildungsangebot wie in Frankfurt am Main vorhanden wird den Eltern ermöglicht, die richtige Schulform für ihr Kind zu finden. Die Berliner Pläne einer „Einheitsschule“ oder das „lange gemeinsame Lernen“ wie es die am Elternwillen gescheiterte Schulreform in Hamburg vorsah, sind Mogelpackungen, die außerdem nur Zeitverlust bedeuten. Die CDU-Fraktion setzt auf Früherkennung von Interessen und Begabungen und individuelle Förderung. Dabei bedeutet Bildungsvielfalt, gestützt auf den Elternwunsch alle Schulformen vom Gymnasium bis zur Gesamtschule einzubeziehen.
 
Wir treten dafür ein, Angebote der Jugendhilfe, die in Frankfurt am Main bisher nur an Grundschulen, Schulen mit Bildungsgang Hauptschule, den beruflichen sowie den Förderschulen angeboten werden, auch an den Realschulen einzuführen. Die Realschulen verfügen über ein Schülerklientel, das auch nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer immer häufiger eine sozialpädagogische Betreuung benötigt. Um ein besseres Ausbildungsprofil der Realschülerinnen und –schüler zu erreichen, müssen Jugendhilfe-Projekte endlich auch für die Realschulen umgesetzt werden. Nur so kann auf Dauer sichergestellt werden, dass gut ausgebildete Realschüler als spätere Fachkräfte in den Arbeitsmarkt entlassen werden können.
 
Die CDU-Fraktion spricht sich für eine gesunde Ernährung in der Schule sowie verstärkte Ernährungserziehung in Schulen aus. Für Kinder und Jugendliche, die in den Schulen zu Mittag essen, ist nicht nur schmackhafte, sondern auch vollwertige Ernährung enorm wichtig. In dieser Lebensphase ist der Nährstoffbedarf relativ hoch, um Wachstum und Entwicklung richtig zu fördern. Außerdem werden in der Kinder- und Jugendzeit Ernährungsverhaltensweisen geprägt und die Grundlagen für die Prävention ernährungsbedingter Krankheiten gelegt. Schon in der Grundschule muss daher ein Bewusstsein für gesundes Essen geschaffen werden. Zusätzlich zu entsprechenden Angeboten in den Schulkantinen kann durch gemeinsames Kochen etwa in AGs und besonders durch Essen in der Gemeinschaft neben der Vermittlung von Sozialkompetenzen auch das Bewusstsein für gesunde Ernährung gestärkt werden.
 
Die Koalition aus CDU und Grünen habe Weyland zufolge in den zurückliegenden Jahren schon viel erreicht. „Aktuell arbeiten bereits 53 Schulen in der Trägerschaft der Stadt ganztägig. Diesen Weg müssen wir gezielt fortsetzen. Wir wollen dabei das Lernumfeld für Schülerinnen und Schüler noch attraktiver gestalten. Mit einer erneuten Qualitätsoffensive werden wir die bauliche Situation und die Ausstattung der Schulen verbessern. Die Veranstaltung ‚Frankfurter Horizonte’ dient dazu, das Bildungsthema vertiefend zu diskutieren. Wir freuen uns insbesondere auf die Wortbeiträge der Schülerinnen und Schüler“, so Weyland.

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