Heuser: Innenstadtkonzept – keine Entscheidung über Berliner Straße ohne vorherige Verkehrsuntersuchung

Helmut Heuser, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Helmut Heuser, Vorsitzender der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Frankfurt am Main, 26. August 2010 - Der Vorsitzende der CDU-Fraktion Frankfurt am Main, Helmut Heuser, sieht in dem vom Planungsamt vorgestellten Innenstadtkonzept eine große Chance, dem Kern der Stadt zusätzliche Lebendigkeit zu geben.

Es gebe zwischen Anlagenring und Main zahlreiche schöne Gebäude, Plätze und hochwertige, oft inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte, die nicht ihrer Qualität entsprechend wahrgenommen würden, da sie sich in Randlage befänden oder die Umgebung nicht ansprechend sei. Neue und breitere Fußwegeverbindungen, Passagen und eine ansprechende Gestaltung der Straßen und Wege auch durch Bäume und andere Bepflanzungen könnten zu einem Effekt des „Wachküssens“ führen, der die Vielfalt der Innenstadt erlebbar mache und die Attraktivität dauerhaft erhöhe. Zudem seien dann auch Investitionen von Eigentümern in bisher aufgrund ihrer Randlage vernachlässigte Gebäude zu erwarten, was einen weiteren Entwicklungsschub bedeute.

Heuser befürwortet eine Neugestaltung der Berliner Straße, die künftig mehr zum Flanieren und vergnüglichen Schaufensterbummel einladen solle. Auch sei es vernünftig, die trennende Wirkung der Straße auf die Fußgängerverbindungen zwischen Zeil und Main zu vermindern. Dabei dürfe sich die Diskussion aber nicht nur auf die Straßenbreite und möglichen Einrichtungsverkehr beschränken. Vielmehr müsse zunächst Klarheit geschaffen werden über die künftige Bedeutung der Berliner Straße innerhalb des Frankfurter Straßennetzes und wie die Erschließung der Innenstadt durch den Autoverkehr ohne Nachteil für die Erreichbarkeit gesichert werden könne. Dies gelte in der gleichen Weise auch für das nördliche Mainufer. Auf die daraus resultierenden Fragen wie zur Erreichbarkeit der Parkhäuser und der Geschäfte, Gewährleistung eines fließenden Ost-West-Verkehrs, mehr Verkehrsbelastung durch Umwegfahrten und Verdrängungseffekten müsse es überzeugende Antworten geben.

Die CDU-Fraktion fordere daher, zur Beschlussfassung über das Innenstadtkonzept eine Verkehrsuntersuchung vorzulegen, die diese Fragen kläre. „Die Frankfurter Innenstadt ist ein Einzelhandelsstandort in Konkurrenz zu großen Einkaufszentren auf der freien Wiese. Die Kunden reagieren sehr sensibel auf Veränderungen in der Erreichbarkeit, die längere Fahrtzeiten und Umwege bedeuten. Bevor über die Reduzierung von Fahrbahnen und Einrichtungsverkehren entschieden werden kann, wollen wir wissen, welche Straßenkapazität in der Innenstadt für eine flüssige Verkehrsabwicklung vorgehalten werden muss, über welche Straßen der Verkehr künftig fahren soll und wo Nachteile durch Verkehrsverlagerungen, z. B. womöglich im Straßenzug Bethmannstraße/Braubachstraße oder am südlichen Mainufer, entstehen.

Ebenso muss berücksichtig werden, welche zu erwartenden Veränderungen bei der Verkehrsmittelwahl, also einer höheren Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel und einer weiteren Zunahme des Radverkehrs, für die Dimensionierung der Straßen berücksichtig werden müssen. Es wäre fahrlässig, ohne solche Grundlagen weitreichende Entscheidungen zu treffen“, so Heuser abschließend.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben