Roland Limberg, CDU Oberrad
Roland Limberg, CDU Oberrad
Frankfurt am Main, 01. September 2020 - Nur wenige Gebäude im Stadtteil Oberrad haben die Bombardierung Frankfurts im 2. Weltkrieg unbeschadet überstanden und verständlicherweise liegt der Erhalt dieser den Oberräderinnen und Oberrädern im Sinne der Stadtteilkultur sehr am Herzen.

Dass es eine sinnvolle Kombination aus dem Erhalt historischer Gebäude und notwendiger Neubaumaßnahmen geben kann, davon sind Stadtverordneter und Ortsvorsteher Christian Becker sowie Kinderbeauftragter Roland Limberg (CDU) überzeugt.

„Mit Verwunderung habe ich die Aussagen von Schulleitung, Elternbeirat und Förderverein zur Kenntnis genommen, dass man über einen ‚neuen Entwurf, der den Erhalt des Turms der Gruneliusschule mit einbezieht‘ völlig überrascht sei“, erklärt Roland Limberg. „Ein solcher Entwurf ist nicht neu! Seitens der CDU haben wir uns in allen Gesprächen für den Erhalt des Turms ausgesprochen; ich selbst habe dies in mehreren Gesprächen mit der ehemaligen Schulleitung deutlich zum Ausdruck gebracht.“

Auch im Ortsbeirat ist dies zugunsten des Turm-Erhalts thematisiert worden. Überrascht sei man eher darüber, dass man plötzlich mit Plänen für einen kompletten Neubau und Abriss des alten Turms konfrontiert worden sei. „Im Rahmen besagter Planungsphase O und der damit verbundenen Zukunftswerkstatt war ich dabei und habe mich im Namen des Ortsbeirates bei der Schulleiterin und der Architektin für den Erhalt des Turms ausgesprochen“, ergänzt Christian Becker. „Eine weitere Beteiligung des Ortsbeirates war offenbar nicht vorgesehen; wir sind allerdings davon ausgegangen, dass unser Standpunkt klar formuliert war.“ Über den Fortgang der Gespräche wurde nicht informiert.

Roland Limberg, der in seiner Funktion als Kinderbeauftragter im Stadtteil gerne an den Planungsgesprächen teilgenommen hätte, wurde erst gar nicht eingeladen. „Nichtsdestotrotz haben uns viele Bürgerinnen und Bürger angesprochen und uns gebeten, für den Erhalt des alten Turms einzutreten. Natürlich haben wir diese Interessen vertreten, die an uns herangetragen wurden. Das ist unsere Aufgabe“, betont Limberg mit Nachdruck. „Davon zu sprechen, dass das Vertrauen in die Politik verloren geht und wir die eigentlichen Adressaten aus dem Blick verloren haben, ist gelinde gesagt eine Frechheit! Hätte man uns in die komplette Planungsphase mit einbezogen und den Dialog gesucht, wäre sicherlich eine frühzeitige Verständigung auf einen Kompromiss möglich gewesen. Aber offenbar war das nicht gewünscht.“

„Inklusion und veränderte Herausforderungen an die Institution Schule machen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen an der Gruneliusschule absolut notwendig – das steht völlig außer Frage“, bekräftigt Christian Becker. „Dies wurde auch vom Ortsbeirat in mehrfacher Hinsicht angeregt und unterstützt; allerdings von Beginn an mit dem ausdrücklichen Hinweis, den Erhalt des Altbauturms in die Planung zu integrieren.“

Dass eine Kombination aus Tradition und Moderne möglich ist und sich keinesfalls negativ auf die pädagogische Konzeption bzw. Neuausrichtung einer Schule auswirken muss, sieht man beispielsweise an den erfolgreich durchgeführten Umbau- und Sanierungsmaßnahmen an der Mühlbergschule. Auch hier wurde der Altbau räumlich neu strukturiert und mit einem modernen Anbau kombiniert.

Zeitgemäßer Unterricht bedarf natürlich einer entsprechenden Raumplanung, die zudem auf einen wachsenden Stadtteil und steigende Schülerzahlen reagiert. Christian Becker, selbst als Studienrat an einem Gymnasium tätig, verfügt über langjährige Berufserfahrung und weiß genau, wie wichtig es ist, die Institution „Schule“ fit für die Zukunft zu machen. Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen können aber auch so geplant werden, dass der historische Charakter eines Stadtteils erhalten bleibt. „Zukunft braucht moderne Konzepte und Entwicklungsmöglichkeiten“, so Christian Becker abschließend. „Zukunft braucht aber auch Herkunft und diese zu bewahren, sollte für uns ebenfalls von Bedeutung sein.“

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