Boddenberg: Hessen zum Vorreiter bei der Entwicklung und Produktion von synthetischem Flugzeugkerosin machen

Das Fliegen ist Teil einer modernen Gesellschaft, muss aber klimafreundlicher werden

Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 05. September 2019 - Hessen soll Vorreiter bei der Entwicklung und Produktion von synthetischem Flugzeugkerosin werden. Dazu hat die CDU-Fraktion im Hessischen Landtag eine Aktuelle Stunde im Plenum einberufen. Darin erklärte der Vorsitzende der Fraktion, Michael Boddenberg:

„Die Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen die Menschen weltweit und auch ganz konkret bei uns in Hessen. Auch das Fliegen, als Teil einer modernen Gesellschaft mit globalem Handel, Austausch und Reisen, trägt zum weltweiten CO2-Ausstoß bei. Die Luftverkehrsbranche und der Frankfurter Flughafen mit ihren hundertausenden Arbeitsplätzen, haben für unser Land eine enorme wirtschaftliche, gesellschaftliche und touristische Bedeutung. Das gemeinsame Ziel muss daher sein, das Fliegen klimafreundlicher zu machen, dabei aber gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems zu erhalten. Beschränkungen und Verbote allein lösen jedoch kein Problem, neue Technologien und Innovationen sind gefordert.

Eine Stellschraube ist die Erzeugung von klimaneutralem Kerosin. Bei der Entwicklung und Produktion dieser Kraftstoffe kann Hessen Vorreiter sein. Wir haben die Möglichkeit, entscheidende Impulse bei der Entwicklung zu setzen und die sich bietenden Chancen zu nutzen. Denn mit einem der größten Flughäfen Europas, einer vielfältigen Forschungslandschaft und einer Vielzahl relevanter Akteure der Luftverkehrswirtschaft hat Hessen exzellente Ausgangsbedingungen vorzuweisen. Im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung ist dieses Thema festgeschrieben: Um den Luftverkehr auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten weiterentwickeln zu können, wollen wir ein Kompetenzzentrum Klima- und Lärmschutz im Flugverkehr schaffen. So sollen in einer Pilotanlage in Hessen Modellprojekte gefördert werden, mit denen die Rahmenbedingungen für den Einsatz synthetischer, unter Nutzung Erneuerbarer Energien hergestellter Kraftstoffe untersucht werden.

In einem chemischen Verfahren werden unter Einsatz von Wasserstoff, Strom aus Erneuerbaren Energiequellen und CO2 das Zwischenprodukt Methanol gewonnen. Dieses gleicht normalem Kerosin und kann von Flugzeugen verwendet werden. Für diese neue Technik existieren bereits mehrere von der Europäischen Union oder dem Bund unterstützte Pilotvorhaben. In den Anlagen werden hierbei aus technischen Gründen häufig auch weitere Produkte wie Diesel und Benzin erzeugt, die ebenfalls genutzt werden können.

Auch der Einsatz neuer Flugzeugtypen kann einen Beitrag zu weniger Emissionen leisten. So verstärkt jede neue Flugzeuggeneration durch technische Innovationen an verschiedenen Stellen deutlich weniger Energie. Dies bedeutet weniger CO2 und andere Schadstoffe. Aufgrund der sehr langen Entwicklungs- und Einführungsphasen sowie der langen Lebensdauer von Flugzeugen, greift diese Flottenerneuerung jedoch nur schrittweise.

Dennoch ist es sehr erfreulich, dass heute die Flugzeuge der deutschen Fluggesellschaften nach Angaben des Bundesverbandes der im Schnitt 3,58 Liter pro 100 Personenkilometer im Vergleich zu 6,3 Liter im Jahr 1990 verbrauchen. Während sich der deutsche Luftverkehr seit 1990 mehr als verdreifacht hat, hat sich der Kerosinbedarf im gleichen Zeitraum verdoppelt. Auch das Lärmprofil der Maschinen hat sich deutlich verbessert. Wir wollen und werden alle Wege fortsetzen und alle Möglichkeiten nutzen, um den Luftverkehr der Zukunft zu gestalten. Solche Forschungsprojekte können – auch wenn die Herausforderungen beim Thema Sicherheit und den Zertifizierungsverfahren größere Anstrengungen erwarten lassen – langfristige Perspektiven und Lösungen schaffen, um in der schwierigen Frage des Klimawandels passende Antworten zu finden.“

Inhaltsverzeichnis
Nach oben