Fischer: Die „Gemeinschaftsschule“ wird Kindern nicht gerecht

CDU-Fraktion wendet sich gegen rot-grüne Pläne zur Abschaffung der Gymnasien

Sabine Fischer, Bildungspolitische Sprecherin der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Sabine Fischer, Bildungspolitische Sprecherin der CDU-Stadtverordnetenfraktion
Frankfurt am Main, 13. September 2011 - Der Arbeitskreis Bildung der CDU-Fraktion Frankfurt am Main hat sich auf seiner gestrigen Sitzung mit den Plänen von SPD und Grünen in Hessen befasst, die Gymnasien im Falle eines Regierungswechsels flächendeckend zu „Gemeinschaftsschulen“ umzubauen.

Wie Medienberichten über eine Zusammenkunft der schulpolitischen Sprecher der beiden Oppositionsfraktionen mit der Landesdirektorenkonferenz zu entnehmen war, beabsichtigt Rot-Grün in Wiesbaden die definitive Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems. Die bestehenden Gymnasien sollen zu „Schulen für alle“ umgebaut werden, die zusätzlich zum Abitur auch alle anderen Schulabschlüsse anbieten. 

„Die CDU-Fraktion bekennt sich klar und eindeutig zum Gymnasium, in dem Schülerinnen und Schüler für ihren beruflichen und akademischen Werdegang auf qualitativ hohem Niveau vorbereitet werden“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sabine Fischer.

„Das Gymnasium ist der klassische und bewährte Weg zum Abitur, orientiert am humanistischen Bildungsideal. Es ist für uns völlig undenkbar, dass die altsprachlichen und auch die neusprachlichen Gymnasien in Frankfurt am Main mit ihren je eigenen Traditionen und Schwerpunkten in sogenannte Gemeinschaftsschulen umgewandelt werden. Gegen ein solches Konzept werden wir entschlossen kämpfen“, kündigte Fischer an.

Die „Gemeinschaftsschule“ und damit die völlige Preisgabe einer an der Begabung orientierten, differenzierten Schulbildung sei Fischer zufolge die „Utopie einer Einheitserziehung“, die am Kindeswohl völlig vorbei gehe. „Scheinbar wissen sich SPD und Grüne angesichts der äußerst erfolgreichen Bildungspolitik der gegenwärtigen Landesregierung nur noch durch einen beherzten Griff in die Schulkampf-Mottenkiste der siebziger Jahre zu helfen. Das mag einen kurzfristigen PR-Effekt haben, geht aber als ideologisches Tamtam an der Lebenswirklichkeit vollkommen vorbei“, so die Stadtverordnete. CDU-Schulpolitik wende sich gegen die Uniformierung von Bildung und berücksichtige die unterschiedlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes. „Klassenkampf war gestern, heute erwarten die Eltern von einer verantwortlichen Schulpolitik ein möglichst breites Bildungsangebot in einer breit gefächerten Schullandschaft“, sagte Fischer. Genau dies biete die Stadt Frankfurt am Main als Schulträger mit 80 Grund- und Hauptschulen, 8 Realschulen, 18 Berufsschulen, 17 Förderschulen, 14 Gesamtschulen und 21 Gymnasien, darunter auch viele Mischformen.
 
Mit den kürzlich erfolgten Gründungen des Gymnasiums Riedberg und der IGS West habe die Koalition in der Stadtverordnetenversammlung eine Schulplanung umgesetzt, die sich am Elternwillen orientiere. Zusammenschlüsse von einzelnen Schulformen, die den vielfältigen Interessen und Talenten der Schülerinnen und Schüler entsprechende Abschlüsse ermöglichen, könnten zwar nach den Worten Fischers durchaus sinnvoll und aufgrund von sinkenden Schülerzahlen auch notwendig sein, wobei die Stadtverordnete auf die Umwandlung des Herder-Gymnasiums in eine IGS und die Fusion der Friedrich-Stoltze- mit der Gerhart-Hauptmann-Schule verwies. Da aber gerade die in Frankfurt am Main vorhandenen Gymnasien eine vorbildliche Arbeit leisteten und sich eines großen Zustroms erfreuten, die vorhandenen Plätze aber im Vergleich zu den Anmeldungen nicht ausreichten, gehe der Vorschlag, die Gymnasien aufzugeben, völlig am Eltern- und damit auch am Wählerwillen vorbei.

„Wir halten am Prinzip der Wahlfreiheit fest und bevormunden die Eltern nicht durch Festlegung auf eine einzige, für alle Schüler verbindliche Schulform. Wir bekennen uns zur breit gefächerten Schullandschaft in Frankfurt am Main. Wir brauchen keine pädagogischen Luftschlösser wie die sogenannte Gemeinschaftsschule, die leistungsstarke und leistungsbereite Schüler am Ende nicht hinreichend fördert, sondern zusätzliche Gymnasien, die eine steigende Zahl entsprechend begabter Schüler auf Berufsleben und Studium optimal vorbereiten. Deshalb halten wir angesichts steigender Schülerzahlen in Frankfurt am Main auch die Fortsetzung der Bedarfsermittlung von Gymnasialplätzen für notwendig“, so Fischer abschließend. 

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