Wiesmann: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland sind ein Grund zur Freude, nicht jedoch zum Wegschauen. CDU setzt mit Aktionswoche deutliches Zeichen

Bettina M. Wiesmann MdB
Bettina M. Wiesmann MdB

Berlin/Frankfurt am Main, 15. Juli 2020 - Vom 10. bis zum 17. Juli findet bereits zum dritten Mal die Aktionswoche „Von Shabbat zu Shabbat“ der CDU Deutschlands statt.

Gegenstand ist die Sichtbarmachung jüdischen Lebens in Deutschland und der Kampf gegen Antisemitismus. Mit 2021 steht ein noch bedeutenderes Jubiläum bevor: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland. Die Freude bei der Bundestagsabgeordneten Bettina M. Wiesmann (CDU) ist groß, allerdings gibt es auch immer wieder Grund zur Sorge. Wiesmann ist Vorsitzende des CDU-Bundesfachausschusses Gesellschaftlicher Zusammenhalt. „Die CDU setzt mit ‚Von Shabbat zu Shabbat‘ ein deutliches Zeichen für die Zugehörigkeit von jüdischem Leben zu Deutschland“, erklärt Wiesmann. 

"Die Aktionswoche setzt den richtigen Schwerpunkt. Jüdisches Leben ist in Deutschland zwar eng verbunden mit dem Gedenken an die Shoa. Reduzieren wir aber den Alltag von Juden darauf, ist das nicht nur lebensfremd, sondern auch ausgrenzend“, fährt die Abgeordnete fort. „Mit ‚Von Shabbat zu Shabbat‘ setzt die CDU den Fokus auf die gegenwärtige Lebenswelt. Natürlich geht es dabei auch um Traditionen, wie z.B. die Feiertage oder den Wochenrhythmus und schließlich um Judenfeindlichkeit, aber eben im Rahmen einer lebendigen jüdischen Gegenwart in unserem Land und nicht einer musealen Betrachtung.“

Die Bundestagsabgeordnete aus Frankfurt, das selbst eine lange jüdische Geschichte hat, erinnert auch an den Staatsanwalt Fritz Bauer, der die Frankfurter Auschwitz-Prozesse vorangetrieben hat und dabei auf erheblichen Widerstand stieß. Bauers persönliches Urteil, dass er mit dem Verlassen seines Büros Feindesland betrete, habe sie als Mahnung tief verinnerlicht. Dem Zustand, der diesem Empfinden zu Grunde gelegen habe, wolle sich Wiesmann mit aller Kraft entgegenstellen.

„In der Gegenwart darf nicht der Eindruck entstehen, Juden müssten sich um ihre physische Unversehrtheit selbst kümmern. Jüdisches Leben in Deutschland muss geschützt werden, ohne es vom Rest der Gesellschaft abzukapseln. Antisemitismus kommt aus allen politischen Lagern; dem müssen wir uns stellen, wenn der Kampf gegen Antisemitismus nicht zum Stilmittel werden soll, mit dem man den politischen Gegner diffamieren will. Auch die Corona-Krise hat die Verbreitung von Judenfeindlichkeit traurig belegt. 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland enthalten auch das noch nicht eingelöste Versprechen, dass mit dem Aufkommen der liberalen Demokratie Glaubensfreiheit ohne Ausgrenzung möglich sein wird. Wir werden in Deutschland dann erst zufrieden sein können, wenn dieses Versprechen eingelöst worden ist. Ich hoffe, meine Partei wird dieses Bestreben fortsetzen und weiter ihren Teil dazu beitragen“, so Wiesmann abschließend.    

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