Die Trauerhalle auf dem alten Friedhof muss erhalten bleiben

CDU Fraktion stellt Eilantrag im Ortsbeirat

Yannick Schwander, Ortsvorsteher im OBR 13
Yannick Schwander, Ortsvorsteher im OBR 13
Frankfurt am Main, 10. März 2020 - In der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats am 18. Februar stellten Vertreter des Grünflächenamts die Situation der Trauerhalle auf dem alten Friedhof dar.

Nach dem Bericht und der Nennung von Zahlen erklärten sie, dass die Halle abgerissen werden soll. Dies führte zu einer emotionalen Diskussion während der Sitzung und im Anschluss auch im Ort. Die CDU Fraktion im Ortsbeirat stellt nun für die Sitzung am Dienstag, den 10. März einen Eilantrag, der besagt, dass die Halle bestehen bleiben und saniert werden muss.

„Schon bei einem Ortstermin im vergangenen Oktober, als die Entscheidung noch offen war, was mit der Trauerhalle geschehen soll, haben wir den Vertretern des Grünflächenamts erklärt, dass die rationalen Zahlen die eine Sache seien, die Emotionen insbesondere bei alt eingesessenen Nieder-Erlenbachern aber nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Leider ließ sich die zuständige Dezernentin bei ihrer Entscheidung dann doch nur von Zahlen leiten“, erklärt hierzu die Fraktionsvorsitzende der CDU, Ingrid Reitzammer. Gleichzeitig kritisiert sie, dass Rosemarie Heilig nicht selbst in den Ortsbeirat kam, denn letztendlich sei es eine Dezernentenentscheidung, wie die Vertreter des Amts berichteten. „Frau Heilig hätte sich der Diskussion stellen müssen und hätte dann sicherlich ein Gespür dafür bekommen, wie emotional die Angelegenheit ist. Wir können es nicht hinnehmen, dass die alte Trauerhalle abgerissen werden soll, wenn erste Kostenschätzungen für die Sanierung ähnlich hoch sind wie für einen Abriss“, führt Reitzammer weiter aus.

Die Thematik beschäftigte die Menschen im Ort und es seien viele ältere Nieder-Erlenbacher auf die CDU zugekommen mit der Bitte, sich hier einzusetzen. „Wir sind uns bewusst, dass die Sanierung der Trauerhalle Kosten verursacht, die nicht durch etwaige Einnahmen auf dem Friedhof direkt gedeckt sind. Aber wir wissen auch, dass vor allem Friedhofsbudgets stets Zuschussgeschäfte für die Stadt sind. Beerdigungskultur jedoch ist nicht rational und kann daher nicht nur auf Basis von Zahlen betrachtet werden“, findet Reitzammer. Auch der ehrenamtliche Stadtrat und Vorsitzender der CDU in Nieder-Erlenbach, Dr. Matthias Mehl, sieht dies so. Er hat das Thema bereits in den Magistrat getragen und seine Kollegin gebeten, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen oder deren Verwirklichung herbeizuführen. „Es heißt, noch sei die Trauerhalle nicht gefährdet, sprich sie muss noch nicht geschlossen werden. Dies gibt uns die Zeit, die Dinge in Ruhe zu besprechen. Fest steht, der alte Friedhof ohne Trauerhalle ist für uns Nieder-Erlenbacher nicht vorstellbar“, so Mehl.

Für den Ortsvorsteher, Yannick Schwander, ergibt sich eine Möglichkeit der Finanzierung. „Der neue Friedhof wurde mit einer Erweiterungsfläche vorgesehen, die nun nicht mehr benötigt wird und auf der künftig das Baugebiet ‚Südlich am Riedsteg‘ entstehen soll. Gelder aus Grundstücksverkäufen auf dieser Fläche könnten die Kosten für die Sanierung decken. Da wir Nieder-Erlenbacher auch tatkräftig sind und uns ehrenamtliches Engagement im Blut steckt, sollte man auch prüfen, ob Gewerke bei einer Sanierung einzeln vergeben werden können, um so unter den Grenzen für eine Ausschreibung zu bleiben. Diese Gewerke könnten dann von Nieder-Erlenbacher Unternehmen oder sogar von Freiwilligen übernommen werden“, zeigt Schwander einen Weg auf, wie eine Sanierung gegenfinanziert werden könnte.

Jüngste Projekte im Stadtteil zeigten zudem, dass die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger hoch sei, wenn ein Projekt oder eine Maßnahme sie direkt betreffe oder wichtig für den Stadtteil sei. „Für den Erhalt der Trauerhalle auf dem alten Friedhof ziehen wir alle an einem Strang. Daher bitten wir das Grünflächenamt, dies wahrzunehmen und uns die Möglichkeit zum Erhalt der Trauerhalle zu geben“, so Reitzammer, Mehl und Schwander abschließend.


Inhaltsverzeichnis
Nach oben