CDU Frankfurt/FA Verkehr fordert Dialog über Mobilitätskorridore

Frank Nagel, Vorsitzender des FA Verkehr der Frankfurter CDU
Frank Nagel, Vorsitzender des FA Verkehr der Frankfurter CDU

Die Zukunftsfähigkeit der Verkehrsgestaltung der Stadt Frankfurt am Main macht einigen Organisationen große Sorge. Anfang September 2019 sendeten 16 verschiedene Institutionen (Universitäten und Hochschulen, Gewerkschaft verdi, IHK und HWK, der Fahrgastverband Pro Bahn u.a.) einen Brandbrief an den Magistrat.

Ihr Tenor dabei: Sie wollen durch die Politik nicht nachträglich informiert, sondern beteiligt werden. Außerdem sollen die verschiedenen Verkehre ganzheitlich betrachtet und im Rahmen eines strategischen Masterplans aufeinander abgestimmt gestaltet und verbessert werden.

Anfang Oktober hat der Fachausschuss Verkehr der CDU Frankfurt rund zehn der oben angesprochenen Institutionen eingeladen, um sich ein genaueres Bild von den Forderungen zu machen. Diese zielen darauf ab, dass eine Situation geschaffen werden muss, die für Fahrradfahrer, Fußgänger, ÖPNV-Nutzer und Pkw-Fahrer insgesamt stimmig funktioniert. Beim Autoverkehr sind neben den Pendlern und Anwohnern auch die gewerblichen Nutzer, der Versorgungs- und Einkaufsverkehr und nicht zuletzt der sehr umfangreiche ruhende Verkehr bzw. die Parkraumsituation viel eingehender als bislang in den Blick zu fassen.

Es geht also um eine integrierte Betrachtung aller Mobilitätsarten und ihre Gestaltung im Zusammenhang mit einem Stadtentwicklungskonzept. Basis muss ein ganzheitliches Anforderungsprofil zum Bewegungsbedarf von Personen, Gütern und Waren und ein Abgleich mit den vorhandenen Verkehrsoptionen sein.

Sodann sind Optionen zur Bedarfsdeckung zu entwickeln, von vornherein barrierefrei. Dabei ist heute in Mobilitätskorridoren zu denken, in denen die multimodale (kombinierte) Nutzung verschiedener Verkehrsträger zu gewährleisten ist. Eine solche verzahnte Sichtweise auf Schiene und Straße, öffentliche und private wie auch Wirtschaftsverkehre, muss auch neuartige Mobilitätsgesichtspunkte aufgreifen. Beispielsweise sind sogenannte hubs zu konzipieren und anzulegen, die als Umstiegs- und Umschlagsstellen funktionieren und multimodale Mobilität für Personen und Güter bereitstellen.

Es wird auch Kritik laut: Für eine zukunftsfähige Mobilitätsgestaltung genügt es nicht, lediglich Quelle-Ziel-Verkehre abzubilden und die Schienenverbindungen zu überarbeiten. Unstrittig ist die Erreichbarkeit der Stadt Frankfurt für Pendler und Arbeitgeber ein wichtiger Standortfaktor, der ausgebaut werden muss. Der Ausbau muss jedoch im Rahmen einer integrierten Mobilitätsgestaltung für alle Verkehrsträger erfolgen. Dabei geht es den Akteuren nicht nur um den Kern des Ballungsraums. Gefordert wird auch eine funktionierende Anbindung des ländlichen Raums und der dortigen Standorte untereinander. Hierzu müssen Mobilitätsoptionen auch an weniger nachfragestarken Standorten weiterentwickelt werden und sollen deren Qualität als Wohn- und Wirtschaftsstandort erhöhen.

Die Frankfurter CDU bekräftigt, dass Mobilität eine zentrale Herausforderung der Stadt Frankfurt und des Ballungsraums ist. Die Stadt ist aufgefordert, einen zukunftsfähigen Generalverkehrsplan aufzustellen, mit verkehrsträgerübergreifenden Konzepten und in Einklang mit städteplanerischen und regionalen Entwicklungszielen. Nur dann können Stadt und Region weiter florieren. Auf die Frage, wie er das anpacken will, steht eine Antwort des Verkehrsdezernenten noch aus.

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