Dürbeck: Demokratie braucht ein gutes Radiokulturprogramm

CDU-Fraktion für Erhalt von hr2-Kultur

Dr. Thomas Dürbeck. Stadtverordneter
Dr. Thomas Dürbeck. Stadtverordneter
Frankfurt am Main, 22. August 2019 - Vor der nächsten Sitzung des Rundfunkrates des Hessischen Rundfunks am 23. August appelliert der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Römer, Dr. Thomas Dürbeck, die geplante Reform des bisherigen Kulturradios hr2 in einen reinen Klassik-Sender zu überdenken:

„Kultur ist kein Randthema. Das Interesse an Kultur ist riesengroß. Es wäre ein Schlag für die Frankfurter Kulturszene, wenn der HR seine Berichterstattung darüber einstellen würde“.

Alleine in Frankfurt sei das kulturelle Interesse mit jährlich 2,5 Millionen Besuchern von Museen wie Städel, Schirn, Senckenberg und vielen anderen riesengroß. „Über 850.000 Menschen besuchen außerdem das Schauspiel, die Oper und die Alte Oper. Mehr als 700.000 Menschen gehen in Veranstaltungen der freien Szene, in Jazzkonzerte, besuchen Galerien, Lesungen und Vortragsveranstaltungen und vieles mehr“, zählt der Stadtverordnete auf.

Das Kulturleben in seiner Vielfalt und Freiheit ist für Dürbeck auch ein Ferment der Demokratie. „Diese lebendige Kulturszene besonders im Rhein-Main-Gebiet braucht allein deswegen eine genauso lebendige und zudem aktuelle, sachliche und wahrheitsgetreue Berichterstattung. Das ist eine Pflicht für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seinen Bildungsauftrag. Das Kulturangebot im Radio darf sich nicht nur auf Musik beschränken. Dazu gehören Lesungen, Diskussionen und Features und vieles mehr. Das hessische Radioangebot darf nicht zum reinen Dudelfunk werden, in dem nur werberelevante Einschaltquoten zählen. Und genau dahin wird auch hr2 als neuer Dauerklassiksender vermutlich tendieren, wenn die Reform so kommt: Zwischen kleine Nachtmusik und Forellenquintett drängt sich dann marktschreierisch der Werbeblock, der jede Kunst unweigerlich profaniert“, so Dürbeck.

Nach den Zahlen der aktuellen Audioanalyse erreiche der Bayerische Rundfunk mit seinem Kultursender BR 2 täglich 600.000 Hörerinnen und Hörer. „Das beweist, dass ein gut gemachtes Kulturprogramm auch im Radio durchaus noch eine hohe Nachfrage erfährt. Vielleicht sollte der HR sein Programm eher ausbauen, anstatt es einfach einzustellen“, rät der CDU-Stadtverordnete.

„Wir zahlen in Deutschland überall denselben Rundfunk- und Fernsehbeitrag. Deshalb meine ich, wir haben als Bürger auch ein Anrecht auf eine entsprechende Berichterstattung und ein Kulturprogramm – sowohl bundesweit als auch auf regionaler Ebene. Denn eine Kulturberichterstattung die eigene Akzente setzt, bereichert das kulturelle Leben von Städten und Regionen ungemein, regt gesellschaftliche Debatten an und kommt allen Kultureinrichtungen gleichermaßen zugute. Einschaltquoten allein sind nicht entscheidend. Deshalb sollte der Rundfunkrat gut darüber nachdenken, dieses attraktive Mischprogramm aus aktuellen Kulturmagazinen und Features einfach so einzustellen“, so Dürbeck abschließend.

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