CDU dankt Helden der Luftbrücke für technische und logistische Meisterleistung

Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Michael Boddenberg MdL, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion
Wiesbaden/Frankfurt am Main, 19. Juni 2019 - Anlässlich der Aktuellen Stunde „70 Jahre Luftbrücke – Hessen feiert würdevolles Erinnern“der hessischen CDU-Landtagsfraktion erklärte der Vorsitzende Michael Boddenberg:

„Die CDU dankt den Helden der Luftbrücke, durch deren Einsatz West-Berlin durch Flugzeuge der Westalliierten vom 26. Juni 1948 bis zum 30. September 1949 versorgt wurde. Zuvor hatte die sowjetische Besatzungsmacht in Ost-Deutschland die Land- und Wasserwege zur Versorgung der Menschen in West-Berlin dicht gemacht. Einziger Zugang waren nunmehr die drei im November 1945 zugesicherten Luftkorridore.

Es war vor allem der damalige Militärgouverneur der US-amerikanischen Zone, Lucius D. Clay, Namensgeber der amerikanischen Kaserne hier in Wiesbaden, der sich gegen Überlegungen durchsetzte, Berlin preiszugeben. Er versprach dem 1947 gewählten SPD-Oberbürgermeister Ernst Reuter, dass die Westalliierten alles tun würden, um die Berliner zu versorgen. Wir denken heute an die sich in diesen Korridoren entwickelnde Luftbrücke zum einen als technische und logistische Meisterleistung.

Am 26. Juni starteten die ersten US-amerikanischen und britischen Flugzeuge, später kamen andere Nationen hinzu. Sie flogen von neun Flughäfen in Westdeutschland, hier in der Nähe Frankfurt und Wiesbaden, teilweise im Drei-Minuten-Takt Richtung Berlin, um Güter des täglichen Bedarfs, aber auch Maschinen oder Brennstoffe einzufliegen. Die Koordination der Luftbrücke erfolgte durch die ‚Combined Airlift Task Force‘ mit Sitz in der Taunusstraße hier in Wiesbaden. Am 15. April 1949 wurden in der sogenannten „Osterparade“ innerhalb eines Tages mit rund 1.400 Flügen knapp 13.000 Tonnen Lebensmittel und andere Güter in die belagerte Stadt transportiert. Das war mitnichten ein ‚Spaziergang‘. Sowjetrussische Flugzeuge versuchten, durch nahes Heranfliegen die Piloten zu stören, teilweise wurden vereinzelt Flakgranaten in den Korridor eingeschossen. Auch schwierige Wetterverhältnisse erschwerten die ‚Luftbrücke‘. Am 12. Mai 1949 wurde die Blockade nach Verhandlungen der Alliierten und einem Viermächte-Abkommen beendet, die letzten Flüge fanden im September 1949 statt. Es war ein erster Sieg der Alliierten im begonnenen ‚Kalten Krieg‘. Am Ende waren etwa 80 Opfer zu beklagen, Soldaten, aber auch Zivilpersonen und Kräfte am Boden.

Die Luftbrücke und die sogenannten Rosinenbomber – für die Herstellung der kleinen Fallschirme mit Süßigkeiten für Berliner Kinder waren teilweise über hundert amerikanische Schulklassen zuständig – waren eine zentrale Wegmarke bei der Vertiefung der Westbindung. Wer am vergangenen Pfingstmontag beobachtet hat, wie eine große Schar von Kindern hier in Wiesbaden auf das Flugfeld stürmte, um die abgeworfenen Süßigkeiten aufzulesen, kann sich gut vorstellen, wie dies seinerzeit gewirkt haben muss. Die Luftbrücke hat ihren Teil zum Entstehen ‚des Westens‘ als transatlantischer Wertegemeinschaft beigetragen. Es war das tatsächliche Ende des Krieges. Nicht wenige derjenigen, die diese Zeit in Berlin als Kinder miterlebt und nun bei den Feierlichkeiten an den verschiedenen Standorten teilgenommen haben, werden mit großer Dankbarkeit an diese Zeit zurückdenken. Umso bedauerlicher ist es, dass die SPD-geführte Berliner Stadtregierung die Landung der Flugzeuge nicht ermöglicht hat.

Die Luftbrücke und das Ende der Berliner Blockade sind entscheidende Wegmarken für die Freiheit und den Aufbau der Demokratie in Deutschland. Aber wir Deutschen wissen auch, dass Demokratie wehrhaft sein muss. Zwar sind unsere politische Kultur und unsere freiheitliche Ordnung stabil und kraftvoll. Doch wir dürfen sie nie für selbstverständlich nehmen. Unsere Achtung vor dem Rechtsstaat und seinen Institutionen, die Sorgfalt und der Respekt in unserer politischen Debatte, diese hohen Güter müssen immer wieder aufs Neue gepflegt und vermittelt werden. So tragen wir das Erbe der Männer und Frauen weiter, die vor 70 Jahren die Blockade unserer Hauptstadt durchbrochen haben – damit wir heute in Freiheit und Sicherheit leben können.“

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