135 Jahre Straßenbahnverbindung zwischen Frankfurt und Offenbach

Linie 16 als Teil eines Straßenbahnrings wieder verlängern

Frank Nagel, Vorsitzender des FA Verkehr der Frankfurter CDU
Frank Nagel, Vorsitzender des FA Verkehr der Frankfurter CDU
Frankfurt am Main, 17. April 2019 - Am 18. April 1884 fuhr erstmals eine Straßenbahn (mit Holzrädern!) der damaligen Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft (FOTG) von der Alten Brücke in Frankfurt bis zum Mathildenplatz in Offenbach. Die damals liebevoll "Knochenmühle" genannte Straßenbahn ist Vergangenheit.

Seit dem 1. Juni 1996 verkehrt die Nachfolgelinie der ersten Tram zwischen Frankfurt und Offenbach, die Straßenbahnlinie 16, nur noch bis zur Stadtgrenze. Die Fahrgäste müssen umsteigen, für viele ist das zu umständlich. Heute fordern viele Frankfurter aus den östlichen Stadtteilen eine Wiedereinrichtung der alten Straßenbahnverbindung. Auch die Offenbacher Bürger wünschen eine Verbesserung für den ÖPNV in Offenbach. Sie haben dies im Rahmen einer Erhebung der IHK Offenbach zum „Zukunftskonzept Innenstadt“ deutlich gemacht.

Eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 16 wäre zukunftsweisend. Das ist die Einschätzung von Frank Nagel, Vorsitzender des Fachausschusses Verkehr der CDU Frankfurt. Auch Roland Walter, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion Offenbach, sieht die Idee grundsätzlich positiv: „Eine Revitalisierung der Linie kann den Kaiserleikreisel und auch andere Verkehrsbeziehungen auf der Offenbacher Gemarkung entlasten. Und sie kann einen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten. Ein finanzieller Beitrag Offenbachs ist allerdings derzeit unrealistisch, aber man muss das Ziel im Auge behalten.“

Nagel erläutert, wie die Verlängerung der Straßenbahn angelegt werden könnte: ab Offenbach Stadtgrenze über die Frankfurter Straße, Kaiserstraße und weiter bis in den Frankfurter Ortsteil Fechenheim. Die Strecke nach Fechenheim würde erstmals das Hafenviertel Offenbach gut anbinden. Über die Carl-Ulrich-Brücke und auf der für die damals geplante Umgehungsstraße freigehaltenen Trasse ginge es durch Fechenheim bis zur Schleife Hugo-Junckers/Ernst-Heinkel-Straße an der Hanauer Landstraße.

Von der Kaiserstraße in Offenbach sollte ein Abzweig über die Berliner Straße bis zum Mobilitätsknoten Offenbacher Marktplatz (S-Bahn-Station) führen. Dort in der Offenbacher Innenstadt ist auch ein wichtiger Umsteigeknoten der Buslinien aus Norden und Westen. Somit wäre die Offenbacher Innenstadt deutlich besser an Fechenheim und Oberrad angebunden und das noch in der Entwicklung befindliche Hafenviertel würde durch die Verbindung zum Marktplatz und der dortigen S-Bahn-Station profitieren. „Das Projekt ermöglicht Chancen für eine positive Entwicklung der Offenbacher Innenstadt“, bekräftigt Roland Walter, allerdings sieht er es nicht als prioritär.

Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 16 wäre aber auch im Interesse der Frankfurter, betont Nagel. Die Schienenstrecke könnte Bestandteil eines Schienenrings in den um das Frankfurter Zentrum herum gelegenen Frankfurter Ortsteilen sein. Die künftige Ringstraßenbahn würde die dortigen Wohngebiete attraktiver machen und die S-Bahn sowie den Autoverkehr entlasten. Nagel folgert daher: „Es ist an der Zeit, die Diskussion endlich durch eine Planung und eine Kalkulation zu untermauern. Es sollten Fakten über die Kosten und die Finanzierbarkeit vorgelegt werden, das würde die Sache vorwärtsbringen. Die beiden Verkehrsdezernenten müssen nun handeln.“  

Inhaltsverzeichnis
Nach oben