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29.09.2017, 14:24 Uhr | Übersicht | Drucken
„Kein Rückfall in die 70er Jahre bei der Wohnbebauung“
Weyland will Betonburg am Stadtrand verhindern

Frankfurt am Main, 29. September 2017. OB-Bewerberin Bernadette Weyland hat dafür geworben, in  der Diskussion über neue Gebiete für den Wohnungsbau in Frankfurt „sich mehr Mühe für ein gutes Maß“ zu geben.


Dr. Bernadette Weyland, CDU-Oberbürgermeisterkandidatin
 
Dazu gehöre auch das Nachdenken über Wohngebiete mit einer Infrastruktur, die von den Bürgern akzeptiert werden. Zugleich fehle es an einer konsequenten Strategie  für die Nutzung freier Flächen im innerstädtischen Bereich, sagte Weyland am Freitag bei einem Vor-Ort-Termin im Nordwesten Frankfurts.
 
Nach den Vorstellungen des Frankfurter Magistrats und besonders der SPD sollen in dem Baugebiet im Nordwesten Frankfurts auf beiden Seiten der Autobahn A5 Wohnungen für bis zu 30.000 Menschen entstehen. Dagegen laufen Bürgerinnen und Bürger aus Niederursel, der Nordweststadt und Praunheim, örtliche Landwirte, Naturschützer und auch die Anrainergemeinden im Vordertaunus Sturm. Die Landwirte und mit ihnen viele Anwohner fürchten um den Verlust fruchtbarer Böden für die Lebensmittelversorgung mit regional erzeugten Produkten. Im zukünftigen Baugebiet liegen rund 350 Hektar und damit 10 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche Frankfurts.

„Die Böden sind an dieser Stelle von außerordentlicher Güte“, so Weyland. „Junglandwirt Niklas Sulzbach verlöre alte Äcker, die seit Jahr und Tag in Familienbesitz bewirtschaftet würden und die er nun übernehmen will. Mit Wohnungsbau in ganz großem Stil werden diese Flächen der Landwirtschaft für immer entzogen. Nur ein Beispiel von circa 20 landwirtschaftlichen Betrieben, die dort tätig sind und die mir zeigen: Auf diesem Weg kann das nicht funktionieren. Man sollte nicht Landwirte und Wohnungssuchende gegeneinander ausspielen“, sagte Kandidatin Weyland.
 
Gleichzeitig sehen viele Bürger durch die Bebauung wichtige Schneisen für die Zufuhr von Frischluft in Gefahr. „Das wirkt sich auf das Klima in der gesamten Stadt aus. Darüber müsste vor jedem weiteren Planungsschritt zuerst gesprochen werden“, hob Weyland bei dem Ortstermin in der Niederurseler Gemarkung hervor. „Wir müssen die Sorgen der Anwohner sehr ernst nehmen“. Wenn gebaut werde, dann müsse das maßvoll sein, setzte sie hinzu. „Bitte keinen Rückfall in die 70er Jahre, sondern Stadtentwicklung mit Augenmaß“, so Weyland. Sie denke etwa an die Siedlung Am Bügel in Bonames/Nieder-Eschbach, die dafür „ein warnendes Beispiel“ gewesen sei. Sie teile die Ansicht der CDU-Fraktion im Römer, zunächst über die Infrastruktur des neuen Wohngebiets zu sprechen, um das Projekt in einer Dimension anzugehen, mit der auch die derzeitigen Anwohner leben können. In diesem Zusammenhang sollte man sich „unbedingt von der Idee eines Sprungs über die A5 verabschieden“, empfahl Weyland. Dagegen sprächen aus ihrer Sicht zuallererst Kosten und auch „die Gefahr, dass eine bedeutende Möglichkeit der Naherholung“ im Nordwesten der Stadt kurzerhand zerstört“ werde. In diesem Zusammenhang sollten die Bedenken der Nachbargemeinden ernstgenommen werden.

Dortige Parlamente hatten bereits Widerspruch gegen das Vorhaben angemeldet, den sie auch in die Beratungen des Regionalverbandes tragen wollen. Nehme sie allein diese Gründe zusammen, könne sie nur empfehlen, über die Größenordnung des Projekts im Norden der Stadt noch einmal  nachzudenken. Das gebiete die Fairness gegenüber den Nachbarn und nachfolgenden Generationen, die sich verstärkt um das Thema „Nachhaltigkeit“ bemühen. In diesem Sinne verstehe sie auch die Einwände der Umlandgemeinden. Wenn man diesem Leitmotiv folge, hob Weyland hervor, müsse man hinterfragen, ob Frankfurt eigene Spielräume bereits genug genutzt habe. So gebe es durchaus noch weitere Möglichkeiten der Bebauung auf ungenutzten Grundstücken und der Nachverdichtung im Bestand, sagte Weyland. „In der Nordweststadt selbst lehnt die SPD jede Nachverdichtung ab. Wohngebäude wie das Haus Weißkirchener Weg 7 zeigen aber, dass das gut geht. Hier sind längst noch nicht alle Potentiale ausgeschöpft“.

Auch die künftige Nutzung des 16.000 Quadratmeter großen Areals in Rödelheim „In der Au“, das gegenwärtig Hausbesetzer mietfrei nutzen, gehöre in diesen Zusammenhang. Und als weiteres Beispiel dafür nannte sie das aus ihrer Sicht problematische Vorgehen von Stadtrat Josef im Zusammenhang mit den Grundstücken am Palmengarten, wo der Planungsdezernent auf den Bau von 130 Wohnungen und 90 Wohnheim-Plätzen für Studierende verzichten möchte.
Weyland schlägt ferner vor, in Frankfurt weitere Dachaufstockungen von Mehrfamilienhäusern systematisch zu prüfen und damit der Wohnungsknappheit zu begegnen. „In vielen Nachkriegsbauten wird das sogenannte Trockengeschoss nicht genutzt. Ich finde, bei den Auflagen muss die Stadt Bauherren mehr entgegenkommen. Dann könnten schnell tausende Wohnungen zusätzlich entstehen“. Die OB-Kandidatin unterstreicht, was Albert Speer einmal zur Innenentwicklung unserer Stadt sagte: „‚Es gibt noch viel Platz in dieser Stadt‘. Diese Aufgabe muss zuerst gelöst werden, bevor wir uralte und wertvolle landwirtschaftliche Böden zubetonieren“.


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